Zum Nachdenken

Das Fernglas des Teufels

Der Teufel ist listig. Er verführt uns dazu, dass wir uns von Gott abwenden und sündigen. Und wenn wir gesündigt haben, setzt er alles daran, dass wir nicht in Reue und Buße zu Gott umkehren. Damit der Teufel beide Ziele erreicht, verwendet er – bildlich gesprochen – ein Fernglas.

 

Kennst du das „Fernglas des Teufels“? Wenn wir um etwas Böses herumschleichen, hält er es verkehrt herum vor unsere Augen: Die Sünde sieht dann klein und harmlos aus. Als ob eine Stimme sagen würde: „Was ist denn schon dabei? Einmal ist keinmal. Das machen doch alle. Außerdem wird es nur ein kurzer Abstecher in das Land der Lust sein. Merken wird es eh niemand.“ Und so tappen wir in die Falle des listigen Feindes hinein.

 

Doch kaum ist geschehen, und wir haben gesündigt, dreht der Teufel gern das „Fernglas“ vor unseren Augen herum: Die Sünde erscheint plötzlich riesengroß, unverzeihlich, schrecklich. Satan raunt: „Du bist zu weit gegangen. Jetzt gibt es kein Zurück mehr; es wird nicht mehr so werden wie früher. Das musst du jetzt als Hypothek mit dir herumschleppen.“ Und wir zögern, unsere Schuld vor Gott zu bekennen und einen Neuanfang mit unserem Herrn zu „wagen“.

 

Satan ist der Lügner von Anfang. Schon im Garten Eden verharmloste er die Sünde und machte sie durch dreiste Worte Eva schmackhaft (1. Mo 3,1-5). Der Mensch fiel in Sünde und wird seitdem immer wieder vom Teufel zum Bösen angestachelt. So brachte er Simon Petrus dazu, den Herrn zu verleugnen, und gab es Judas Iskariot ins Herz, Jesus zu verraten (vgl. Lk 22,31.34; Joh 13,2). Nachdem die Jünger das Böse getan hatten, wollte er sie zur Verzweiflung treiben, was ihm bei Judas Iskariot auch gelang (Mt 27,5); bei Petrus jedoch nicht, weil er Glauben hatte, der durch das Gebet des Herrn für ihn aufrechterhalten wurde (vgl. Lk 22,32).

 

Gott registriert jede Sünde und misst sie an seinem Maßstab der Heiligkeit. Er ist „zu rein von Augen, um Böses zu sehen“ (Hab 1,13). Hüten wir uns deshalb davor, Sünde zu relativieren und kleinzureden. Andererseits können wir jedoch keine Sünde tun, die Gott nicht vergeben könnte und die größer wäre als seine Gnade: „Wo aber die Sünde überströmend geworden ist, ist die Gnade noch überreichlicher geworden“ (Röm 5,20). Darum: Wenn wir gestrauchelt sind, wollen wir nicht verzagen, sondern der Gnade vertrauen, die vergibt und einen Neubeginn schenken will. So bleibt das „Fernglas des Teufels“ wirkungslos.




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