Themenheft

Altar und Waschbecken – Christus, das einzigartige Opfer

Aus dem Lager Israels gesehen strahlte im hellen Orientlicht der ca. 2,5 Meter hohe und weiße Byssus-Vorhang rund um die Wohnung Gottes. Der Blick auf das mit Teppichen überdachte Heiligtum war dadurch großenteils verborgen. An der 50 Meter langen Süd-Seite ragen nur alle fünf Meter silberne Köpfe der 60 Säulen in den Himmel, an denen der Vorhang befestigt war. Die Säulen ruhten auf kupfernen Füßen, die auf dem Wüstensand standen.

 

Ein heiliger Ort mitten in der Wüste (2. Mo 27,9 ff.)

Für diesen heiligen Ort war ein ungefähr 25 mal 50 Meter großes Areal reserviert. Der Vorhang und die 60 Säulen machten eine klare Trennung zwischen der Wüste und der Wohnung Gottes. Damit wollte Gott deutlich machen, wie wichtig Ihm die Trennung von heilig und unheilig, von rein und unrein ist. Dieser Grundsatz wird durch viele weitere Stellen im Alten Testament bestätigt. Es zieht sich bis in die Speisegebote hinein (3. Mo 20,25) und galt sogar für das Volk Israel als solches: „Ihr sollt mir heilig sein, denn ich bin heilig, ich, der Herr; und ich habe euch von den Völkern abgesondert, damit ihr mein seid“ (3. Mo 20,26).

Dieses Prinzip Gottes hat sich bis heute nicht geändert: Es gibt eine klare Trennung zwischen den Glaubenden und der Welt – sie gehören nicht zu dieser Welt (Joh 17,14). Das soll auch in der Praxis gesehen werden: „Welche Genossenschaft haben Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit? … Denn ihr seid der Tempel des lebendigen Gottes, wie Gott gesagt hat: ‚Ich will unter ihnen wohnen und wandeln, und ich werde ihr Gott sein, und wie werden mein Volk sein.‘ Darum … sondert euch ab“ (2. Kor 6,14.16.17).

 

Das Tor zum Vorhof (2. Mo 27,16)

An der Ostseite des Vorhofs hing ein vierfarbiger, zehn Meter breiter Eingangsvorhang. Die vier Farben aus blauem und rotem Purpur, Karmesin und gezwirntem Byssus kamen beim Zelt der Zusammenkunft mehrfach vor. Sie sprechen von der Offenbarung des Herrn Jesus als Mensch auf dieser Erde, wobei

  • blauer Purpur auf die Farbe des Himmels, von woher der Herr Jesus gekommen ist (Joh 3,31),
  • roter Purpur auf königliche Würde (Ri 8,26; Mk 15,17),
  • Karmesin auf königliche und weltliche Größe, besonders in Verbindung mit dem Volk Israel (Klgl 4,5; Mt 27,28) und
  • der weiße Byssus auf Reinheit und praktische Gerechtigkeit (Off 19,8)

hinweisen. Die vier Evangelien beschreiben unseren Herrn unter diesen verschiedenen Aspekten. Wie einladend stellen sie uns den Herrn vor, damit wir durch Ihn zu Gott kommen! Insofern weisen nicht nur die vier Farben auf den Menschen Jesus Christus hin, sondern auch das Tor selbst. Es erinnert uns an seine Worte: „Ich bin die Tür, wenn jemand durch mich eingeht, so wird er errettet werden“ (Joh 10,9).

 

Der Brandopferaltar (2. Mo 27,1 ff.)

Im Vorhof angekommen stand ein ungefähr 2,5 mal 2,5 Meter großer und 1,5 Meter hoher Altar. Unter dem Altar brannte Tag und Nacht ein Feuer und somit stieg oben Rauch in den Himmel. Auf dem Altar auf einem Rost lagen die Opfertiere. Um den Altar herum verrichteten Priester und Leviten ihre von Gott gegebenen Aufgaben. Sie wussten genau, was sie wann zu tun hatten. Alles war von Heiligkeit, Ruhe und Ordnung gekennzeichnet. 

Jeden Morgen und jeden Abend brachten die Priester ein Lamm auf dem Altar dar. Die Gedanken der Priester wurden so sicherlich auch zurück an die göttliche Errettung aus Ägypten gelenkt. Seit dem Ausruf von Johannes dem Täufer: „Siehe das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt“ (Joh 1,29) erkennen die Gläubigen in dem Lamm unschwer einen Hinweis auf den Opfertod Jesu Christi. „Jetzt aber ist er einmal in der Vollendung der Zeitalter offenbart worden zur Abschaffung der Sünde durch sein Opfer“ (Heb 9,26).

 

„Tisch des Herrn“

Während die Priester die Opfertiere auf den Altar legten, schauten sie von oben auf ein kupfernes Gitter, das innerhalb des kupfernen Brandopferaltars befestigt war. Dorthin legten sie die einzelnen Teile der Opfer. Dieser Blick war nur denen vergönnt, die nahe am Altar stehen; ein Blick, der uns heute an unseren Glaubensblick auf die Leiden und das Sterben unseren Herrn Jesus am Kreuz von Golgatha erinnert. Nie werden wir die Tiefen der Leiden Christi voll ergründen; aber in Verbindung mit dem Abendmahl werden wir aufgefordert: „Tut dies zu meinem Gedächtnis“ (1. Kor 11,23.24).

„Der Brandopferaltar wird in Maleachi 1,7 und 12 der Tisch des Herrn genannt (vgl. Hes 41,22). Wie der Altar der Ort der Gemeinschaft der Israeliten mit dem Herrn war, so ist heute der Herr Jesus durch sein Werk die Grundlage der Gemeinschaft der Kinder Gottes mit Ihm und dem Vater (1. Kor 10,16-22; Heb 13,10).“[1]

 

Ein Altar aus Holz und Kupfer

Die Grundkonstruktion des Altars war aus Akazienholz – ein Bild von der Menschheit unseres Herrn (vgl. die Bundeslade und die Bretter des Heiligtums). Von außen war der Altar vollständig mit Kupfer überzogen. Kupfer wird in der Bibel mit Feuer in Verbindung gebracht (Hes 22,20; 4. Mo 21,6-9). Ein hervorstechendes Merkmal dieses Metalls ist dessen Beständigkeit. Aus der Kombination von Feuer und Beständigkeit kann man ableiten, dass Kupfer in der Bibel ein Bild von Gerechtigkeit ist, die im Feuer erprobt wird. Dabei denken wir an unseren Retter Jesus Christus, der unserer Sünde(n) wegen auf Golgatha dem verzehrenden Feuer Gottes ausgesetzt war. Doch auch darin blieb Er vollkommen rein und heilig (2. Kor 5,21).

 

Vier Hörner

An den vier oberen Ecken des rechteckigen Altars waren Hörner aus Kupfer angebracht. Hörner sprechen von Kraft (5. Mo 33,17; 1. Kön 22,11). Dass sie in alle vier Himmelsrichtungen zeigen, deutet an, dass aus diesem Altar bzw. den Opfern auf diesem Altar ein umfassender Segen hervorgeht. Christus gab sein Leben zugunsten aller Menschen (1. Tim 2,6). Alle Menschen werden nach dem vollbrachten Erlösungswerk Jesu eingeladen, Ihn als Retter anzunehmen. Er wird niemand abweisen, der aufrichtig und im Glauben zu Ihm kommt.

 

Das Waschbecken (2. Mo 30,18)

Die nächsten Schritte in Richtung des Heiligtums führen uns zu einem Waschbecken: ein Becken ebenfalls aus Kupfer, in Handarbeit hergestellt. Dabei nennt uns der Heilige Geist in 2. Mose 38,8 die Quelle des Kupfers: Die Frauen, die am Eingang des Zeltes der Zusammenkunft dienten, stellten ihre Spiegel dem Werk Gottes zur Verfügung. Sie verzichteten damit auf das Anschauen ihrer eigenen Schönheit – und drückten damit ihre Hingabe an den Herrn aus.

Das Waschbecken, von dem uns interessanterweise keine Maße angegeben werden, diente zur Reinigung der Priester. Jeden Tag gingen sie vor dem Dienst, dem Eintritt ins Heiligtum, zum Waschbecken und wuschen ihre Hände und ihre Füße. Diese Waschung ist ein Bild von der Reinigung, die wir auch Selbstgericht nennen. Als Erlöste haben wir es nötig, uns immer wieder selbstkritisch zu prüfen und unsere Sünden zu bekennen, damit wir wieder neu die Gemeinschaft mit Ihm genießen können (1. Joh 2,1.2). Dieser Prozess ist natürlich von der einmaligen Waschung zu unterscheiden, die wir bei der Bekehrung erlebt haben (1. Kor 6,11). Auch die Priester damals kannten zwei Arten von Waschungen: eine einmalige Waschung bei ihrer Weihe und dann das regelmäßige Waschen von Hände und Füßen am Waschbecken (3. Mo 8,1 ff.; 2. Mo 30,18). Damals wie heute gilt: „Wer einmal gebadet ist, hat nicht nötig, sich zu waschen, ausgenommen die Füße“ (Joh 13,10).

So sehen wir im Vorhof, dem Altar und dem kupfernen Waschbecken wertvolle Hinweise sowohl auf die Größe unseres Herrn, als auch auf unsere persönliche Verantwortung als Gläubige in der Nachfolge hinter Ihm her.

 

[1] Arend Remmers: Biblische Bilder und Symbole, S. 22, 2. Auflage, CSV-Verlag.




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