Bibel praktisch

Schlechter Ruf der Gehorsamkeit

Die Überschrift einer Kolumne in unserer Tageszeitung machte mich neugierig: „Schlechter Ruf der Gehorsamkeit“. Der Beitrag beginnt mit der Feststellung: „Gehorsam gilt nicht mehr als hohe Tugend“.

Der Werteverlust in der westlichen Welt wird offensichtlich bewusst wahrgenommen. Allerdings spricht man nicht von Werteverlust, sondern von Wertewandel. So möchte man zum Beispiel Gehorsam und Treue nicht mehr so ausleben, wie es zur Zeit des Nationalsozialismus geschehen ist. Das kann man gut verstehen. Doch berechtigt ein solcher Missbrauch zur Abschaffung? Sollte man sich nicht immer wieder neu auf Tugenden nach biblischem Maßstab besinnen?

Gehorsam – ein Konzept des Schöpfers

Als Gott den Menschen schuf und ihn in den Garten Eden setzte, gab Er ihm die größtmögliche Freiheit: „Von jedem Baum des Gartens darfst du nach Belieben essen“ (1. Mo 2,16) – mit einer Ausnahme: „aber vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen, davon sollst du nicht essen“ (V. 17). Warum gab Gott dieses eine Verbot? Hätte Gott dem Menschen nicht vollkommene Freiheit gewähren können? Nein, dieses eine Verbot machte dem Menschen bewusst, dass er Gott verantwortlich war und sich Ihm unterordnen musste. Gehorsam gehört also zu den Grundelementen des menschlichen Daseins. Weil aber der Mensch der Schlange mehr Gehör schenkte als Gott, er also gegenüber Gott und seinen Geboten ungehorsam wurde, ist die wunderbare Harmonie zwischen Mensch und Gott zerstört worden; es ist eine geistliche Trennung eingetreten.

So sind durch den Ungehorsam Adams alle seine Nachkommen „in die Stellung von Sündern gesetzt worden“ (Röm 5,19). Sie alle sind von Natur aus „Söhne des Ungehorsams“ (Eph 2,2).

Gehorsam – das beste Beispiel

Als der Herr Jesus Mensch wurde, „nahm er Knechtsgestalt an, indem er in Gleichheit der Menschen geworden ist“ (Phil 2,7). Diese Erniedrigung bedeutete für Ihn, gehorsam zu werden. Als ewiger Sohn und ewiger Gott ist Er Herr und Gebieter. Doch mit seiner Menschwerdung ist Er der Knecht Gottes geworden. Und so hat Er uns Menschen gezeigt, wie Gott es von Anfang an wollte: dass wir den eigenen Willen seinem Willen unterordnen.

Alles, was der erniedrigte Sohn Gottes hier auf der Erde tat, geschah in vollkommener Übereinstimmung mit seinem himmlischen Vater. Ja, es war sogar seine Speise, diesen Willen zu tun und sein Werk zu vollbringen (Joh 4,34). Sein Gehorsam fand dann seinen Höhepunkt in Gethsemane und am Kreuz, als es darum ging, dass Jesus selbst das Opfer für die Sünde werden sollte. So war es von jeher der Wille Gottes gewesen (vgl. Heb 10,5-10). Das brachte den Herrn in tiefe Leidensnot. Dennoch blieb Er gehorsam – „bis zum Tod, ja zum Tod am Kreuz“ (Phil 2,10). Ihm sei von Herzen Dank dafür!

„Durch den Gehorsam des Einen sind die Vielen in die Stellung von Gerechten gesetzt“ (Röm 5,19) und „Kinder des Gehorsams“ geworden (1. Pet 1,14). Wir besitzen das ewige Leben und sind deshalb sogar „zum Gehorsam Jesu Christi“ befähigt (1. Pet 1,2).

Gehorsam – eine Dauerpflicht

Doch als Kinder Gottes haben wir auch noch das Fleisch, die alte sündige Natur, in uns. Deshalb entsprechen wir leider nicht immer unserem vollkommenen Vorbild. Umso wichtiger also, dass wir uns auf Gottes Anweisungen in seinem Wort besinnen. Darin finden wir „den guten und wohlgefälligen und vollkommenen Willen Gottes“ für unser Leben (Röm 12,2). Dazu gehört auch, „Obrigkeiten und Gewalten untertan zu sein, Gehorsam zu leisten“ (Tit 3,1). Sofern die Wünsche und Anweisungen der von Gott eingesetzten Autoritäten wie Eltern, Lehrer und Vorgesetzte nicht dem Willen Gottes widersprechen, haben wir ihnen Folge zu leisten. Das fällt mitunter nicht immer leicht. Von sich selbst abzusehen und auf das zu hören, was andere sagen, entspricht weder unserer alten Natur noch dem allgemein anerkannten Lebensstil unserer Zeit, denn brav sein ist out.

„Zum Reifwerden gehört eben auch zu erkennen, wann man etwas nicht besser weiß. Wann es vernünftig ist, das eigene Wollen zurückzustellen … Dass dieser Gedanke nur noch schwer zu vermitteln ist, hat wohl damit zu tun, dass das Ego in der Gegenwart so groß geworden ist. Ihm Unterordnung abzuverlangen, kommt einer Kränkung gleich …“, heißt es weiter in der oben zitierten Kolumne.

Gehorsam sein macht Freude

Im Zeitalter des Individualismus, in dem Selbstverwirklichung propagiert wird, kann Gehorsam nur Verzicht, Einschränkung und Herabsetzung bedeuten. Doch Christen haben eine andere Perspektive. Sie wissen, dass Gehorsam frei und glücklich macht: „Ich werde wandeln in weitem Raum, denn nach deinen Vorschriften habe ich getrachtet“ (Ps 119,45). Wer anfängt, den Eigenwillen aufzugeben, wird die Weite der Liebe Gottes kennenlernen. Und wer in dieser Liebe bleibt, wird große Freude verspüren – wie der Herr Jesus sie hatte als Er hier als gehorsamer Mensch auf der Erde lebte (vgl. Joh 15,10.11). Probieren wir es aus!




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