Bibel praktisch

Glaube für Jungbekehrte: Befreiung von der Macht der Sünde?

Die Artikelserie „Glaube für Jungbekehrte“ richtet sich an Christen, die sich erst vor kurzer Zeit bekehrt haben. Das können Kinder und Jugendliche sein, oder auch schon etwas ältere Menschen. Für sie wollen wir in unregelmäßiger Folge Artikel abdrucken, die wichtige grundlegende Fragen und Themen behandeln. Es handelt sich nicht um Begriffserklärungen – dazu sind die Artikel zu kurz. Wohl aber wollen wir ein paar Grundlagen weitergeben, die das Fundament des Glaubens bilden.

 

In der letzten Folge dieser Artikelserie haben wir gesehen, dass die Lehre der sogenannten Erbsünde tatsächlich in Übereinstimmung mit der Bibel steht. Nun aber stellen sich weitere Fragen: Wie komme ich von dieser sündigen Natur los? Wir empfinden alle, dass sie eine dauerhafte Plage für uns darstellt. Wir kann ich diese Natur ablegen? Kann mir Gott diese böse Natur vielleicht vergeben?

 

Trinker - trinken

Die Antwort auf die letzte Frage lautet: Nein, so kann das nicht funktionieren. Dazu erzähle ich eine alte Geschichte. Ein Mann hatte sich zum wiederholten Mal mit Alkohol in einem Wirtshaus volllaufen lassen. Spät abends kam er nach Hause. Er befand sich in einem Zustand, in dem er nicht mehr Herr seiner Sinne war. So kam es, dass er seine Frau, die betend zu Hause auf ihn wartete, in brutaler Weise schlug. Nachdem er sich so „abreagiert“ hatte, ging er in sein Schlafzimmer und schlief seinen Rausch aus.

Am nächsten Morgen erinnerte er sich daran, was er in der Nacht getan hatte. Er ging reumütig zu seiner Frau und sagte zu ihr: „Bitte vergib mir, dass ich ein Trinker bin.“ Die Frau antwortete ihm: „Ich vergebe dir, dass du getrunken hast. Ich vergebe dir auch, dass du mich geschlagen hast. Aber dass du ein Trinker bist, das muss ich verurteilen.“

 

Sündige Natur - Tatsünden

Diese Begebenheit zeigt den wichtigen Unterschied zwischen Tatsünden und der sündigen Natur. Der Mann hat gesündigt, indem er im Übermaß getrunken und dann seine Frau geschlagen hat. Das waren Tatsünden. Die Tatsache, dass er ein Trinker ist, ist demgegenüber keine Tat, sondern gibt die Ursache dafür an, woher das Trinken und Schlagen kommt. Man könnte das mit der sündigen Natur vergleichen, aus der die Sünden hervorkommen.

Gott kann uns Sünden vergeben, weil der Herr Jesus dafür die Strafe auf sich genommen hat, als Er am Kreuz starb: „Der selbst unsere Sünden an seinem Leib auf dem Holz getragen hat“ (1. Pet 2,24). Paulus schreibt von Jesus Christus, „in dem wir die Erlösung haben durch sein Blut, die Vergebung der Vergehungen“ (Eph 1,7). Für jede einzelne Tatsünde hat der Herr Jesus am Kreuz die Strafe getragen und bezahlt. Daher kann Gott diese Sünden vergeben.

Aber eine böse Natur kann Gott nicht vergeben. Sie ist böse und bleibt böse – was in dem Beispiel des Trinkers anders ist, da er kein Trinker mehr wäre, wenn er aufhören würde zu trinken. Die alte Natur dagegen kann ihren Charakter nicht verändern.

Für diese böse Natur macht Gott uns allerdings auch nicht verantwortlich. Aber dennoch muss etwas geschehen, damit sie uns nicht länger beherrscht und wir Gott hingebungsvoll leben und dienen können.

 

Gericht über die sündige Natur

Wie hat Gott uns dann, was unsere sündige Natur betrifft, helfen können? Er hat sie gerichtet und das Todesurteil darüber ausgesprochen. Wenn Gott dieses Urteil direkt an uns vollzogen hätte, wären wir alle gestorben und verdammt worden. Wieder ist es der Herr Jesus, der in unser Blickfeld kommt. Gott hat unsere sündige Natur am Herrn Jesus verurteilt. Der Apostel Paulus spricht das im Römerbrief an: Gott hat, „indem er seinen eigenen Sohn in Gleichgestalt des Fleisches der Sünde und für die Sünde sendend, die Sünde im Fleisch verurteilt“ (Röm 8,3). 

 

Wir sind mit Christus gestorben

Das heißt: Um unsere sündige Natur den gerechten Forderungen Gottes gemäß behandeln zu können, musste ein Mensch stellvertretend in das Gericht Gottes gehen. Dazu war unser Retter bereit. Er kam mit einer menschlichen Natur, wie auch wir eine menschliche Natur besitzen.

Bei uns ist es das Fleisch (menschliche Natur) der Sünde, weil unser Menschsein vollständig durch Sünde geprägt ist (Röm 7,18). Bei Christus war es demgegenüber „nur“ in Gleichgestalt dieses Fleisches (menschliche Natur) der Sünde. Er war sündlos, besaß aber eine menschliche Natur, wie auch wir eine menschliche Natur haben. Am Kreuz hat Gott unsere sündige Natur (Fleisch der Sünde) an dem Herrn Jesus verurteilt. 

Wie ging das? Indem der Herr Jesus gestorben ist. Denn wenn man eine sündige Natur nicht vergeben kann, gibt es nur eine Lösung: Sie muss sterben. Und genau das hat der Herr Jesus getan: Er starb für die Sünde (Röm 6,10; natürlich nicht für die eigene, denn Er ist sündlos). Und als Er starb, starben wir (geistlich) mit Ihm (Röm 6,2-5.8). Mit anderen Worten: Gott rechnet uns den Tod seines Sohnes an. Wenn Er uns jetzt betrachtet, dann sieht Er Menschen, die gestorben sind. Deshalb kann der Apostel Paulus in Römer 6,8 schreiben, dass wir mit Christus gestorben sind. So hat Gott in gerechter Weise mit unserer sündigen Natur an dem sündlosen Christus abgerechnet.

 

Befreiung von der Macht der Sünde

Nun haben wir die lehrmäßige Seite der Befreiung von der Natur der Sünde gesehen. Wir sind mit Christus gestorben. Der alte Mensch ist mit Ihm gekreuzigt worden. Das jedoch heißt nicht, dass nicht noch etwas Sündiges in uns vorhanden ist. Gott nennt dies „das Fleisch“; es ist das sündige Fleisch (vgl. Röm 8,12.13). Daher stellt sich die Frage, wie ich persönlich die Befreiung von der Macht der Sünde erleben kann, da dieses sündige Fleisch noch in mir ist. Wie erfahre ich praktischerweise, dass die Sünde nicht mehr über mich herrscht?

Dazu gebe ich ein paar Stichpunkte zum Nachdenken. Eigentlich ist das ja ein wesentliches und großes Thema, gerade für junge Gläubige. Daher müssen wir das an anderer Stelle einmal ausführlicher behandeln.

  • Ein Toter reagiert nicht mehr auf Angriffe und Anreize. Man kann einen Toten nicht nur nicht mehr verurteilen, sondern auch nicht mehr zu einer Sünde reizen. Weder Satan noch die Sünde haben Macht über Tote. Für uns heißt das: „Haltet dafür, dass ihr der Sünde tot seid“ (Röm 6,11). Wenn also etwas kommt, was mich zum Sündigen reizt, kann ich betend zum Herrn über die Sünde sagen: Ich bin tot, meine sündige Natur ist in das Gericht Gottes gekommen und ist tot. „Du“ (Sünde) hast keine Macht mehr über mich.
  • Mir selbst hat als Jugendlicher folgender Gedanke sehr geholfen: Ich muss nicht mehr sündigen. Wir können als Gläubige zwar noch sündigen, weil das Fleisch noch in uns ist. Aber wir müssen nicht mehr sündigen, weil diese sündige Natur gerichtet worden ist und wir mit Christus gestorben sind. Wenn die Sünde kommt, können wir mit Recht sagen: „Ich muss dir nicht mehr folgen!“ Ein Ungläubiger kann der Sünde nicht ausweichen. Aber jemand, der Jesus Christus als Retter angenommen hat und daher mit Christus gestorben ist, muss keine Sünden mehr begehen. Er kann sagen: „Nein, ich bin nicht mehr Sklave der Sünde, sondern Sklave der Gerechtigkeit. Sünde hat keine Macht mehr über mich!“
  • Römer 6,11 geht aber noch weiter: „Gott aber lebend in Christus Jesus“. Wir haben eine neue Natur, Gott hat uns ewiges Leben geschenkt. Dieses neue Leben möchte sich entfalten und Gott dienen. Dazu ist es nötig, sich mit dem Guten zu beschäftigen, das heißt mit der Person des Herrn Jesus und mit seinem Wort. Wer das tut und bewusst zum Herrn Jesus im Himmel aufsieht, sowohl in geistlichen Gefahrenmomenten als auch im täglichen Leben, der lebt für Gott. Der ist sich bewusst, dass er zu dem Herrn Jesus gehört. Der freut sich, Gott zu verherrlichen und Ihm von Herzen gehorsam zu sein. Wer das will und tut, sündigt nicht. So hat die Sünde praktischerweise keine Macht mehr über ihn.

 

Befreiung von der Anwesenheit der Sünde

Erlöste Menschen besitzen das göttliche Leben, eine neue Natur, und haben auch noch die sündige Natur in sich. Und das spüren sie auch – täglich. Aber wenn der Herr Jesus wiederkommen wird, um sie zu sich zu nehmen, lassen sie ihren alten Körper mit dieser sündigen Natur auf der Erde zurück. Stattdessen erhalten wir einen Auferstehungskörper, an dem es keinen Mangel geben wird. Unsere sterblichen Leiber werden lebendig gemacht werden (Röm 8,11). Dann gibt es nur noch das neue, das göttliche Leben an und in uns. Das ist das Leben, das uns in und durch Christus geschenkt worden ist.

Wir werden in Zukunft nicht nur von der Macht der Sünde in unserem Leben befreit sein. Das kennt das Kind Gottes normalerweise heute schon. Dann aber werden wir auch von der Gegenwart der Sünde erlöst sein. Alles wird nur noch Herrlichkeit sein.




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Diese Monatszeitschrift wendet sich an alle, die ihr Glaubensleben auf ein gutes Fundament stützen möchten. Dieses Fundament ist die Bibel, das Wort Gottes. Deshalb sollen alle Artikel dieser Zeitschrift zur Bibel und zu einem Leben mit unserem Retter und Herrn Jesus Christus hinführen. Der Leser soll angeregt werden, das Wort Gottes intensiv zu lesen und dann mit in den Alltag zu nehmen, wo der Glaube sich bewährt.

Viele Artikel zu unterschiedlichen Themen - aber immer mit einem Bezug zur Bibel.

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