Editorial

Regiert Gott?

„Meine Hilfe kann keine Sünde sein!“ Mit diesem emotionalen Motto wehrt sich ein Chefarzt in Deutschland gegen das Verbot von Abtreibungen in einem Klinikum in kirchlicher Trägerschaft. „Meinen Keim sahen deine Augen“ (Ps 139,16) – dieser deutliche Hinweis auf Gottes Sicht von „Menschenwürde“ von der Zeugung an klärt für den Gläubigen die Fragen zu „ungeborenem Leben“ eindeutig. Und wir? Regiert Gott in meinem, in unserem Leben, auch wenn es darum geht, unbequeme, aber göttliche Aussagen zu Lebensfragen ernst zu nehmen und notfalls auch zu verteidigen? Oder erlauben wir uns argumentative, vielleicht auch emotionale Klimmzüge, um irgendwie unseren Lebensstil – oder den anderer – irgendwie als okay oder sogar christlich darzustellen?

„Auge um Auge, Zahn um Zahn“. Dieser „Paragraph“ aus dem Alten Testament wird im aktuellen Heft im Textzusammenhang eingeordnet. Jesus Christus geht der Anweisung in der Bergpredigt auf den Grund und hilft uns, ihn richtig zu verstehen. Und wir? Reagieren wir, wenn wirklich erforderlich, z. B. im Berufsleben, angemessen und nicht überzogen auf Fehlverhalten von Arbeitskollegen? Und: Verzichten wir auf dieses Recht in unserem Privatleben, weil wir nicht unsere Rechte einfordern, sondern unseren Mitmenschen gnädig und nachgiebig begegnen wollen? Regiert Gottes Gnade in meinem Leben, so dass Gerechte und Ungerechte in meiner Umgebung auf den Gott aller Gnade aufmerksam werden?

Regiert Gott? Im Augenblick-Artikel wird das Thema von Gottes Souveränität inmitten von Chaos und Kriegen aufgegriffen – zum Trost und zur Vorfreude auf die Friedensregierung des Herrn Jesus Christus. Und wir? Zeigen wir in unserem Verhalten, durch unseren Lebensstil etwas von diesem „Tag“ des Friedensreiches, inmitten von viel Nacht um uns her (Röm 13,12.13; 14,17)? Es lohnt sich, Gott regieren zu lassen, denn es hat segensreiche Folgen: für uns persönlich, für Menschen um uns her und für die christliche Gemeinschaft.

 

Viel Freude und Segen beim Lesen des Heftes!