Post von Euch

Jakob, der Betrüger

Betrifft: „Jakob, der Betrüger“

 

In Folge mir nach, Oktober 2019, S. 26, schreiben Sie:

  1. „Jakob betrog seinen Vater Isaak, …“
  2. „Jakob nutzt es bei seinem Betrug aus …“

 

„Jakob hat seinen Vater betrogen.“ Das liest und hört man oft. Ich habe aber Schwierigkeit zu glauben, dass Gott einen Betrüger segnet. Denn Isaak hat gesagt: „Er (Jakob) wird auch gesegnet bleiben“ (1. Mose 27,33).

Ananias und Saphira in der Apostelgeschichte 5 haben betrogen und sie werden mit dem Tod bestraft. Ist Gott ungerecht? Doch aber nicht. Hier suche ich Ihre Antwort. Danke im Voraus.

 

Mit freundlichem Gruß

G. B.

 

 

 

Lieber Bruder B.,

 

danke für Ihr Interesse an „Folge mir nach“. Gerne gehe ich auf Ihre Frage ein.

 

Zunächst möchte ich vermerken, dass Jakob seinen blinden Vater Isaak wirklich betrogen hat, als er sich vor ihm als Esau ausgab, um den Segen eines Erstgeborenen zu bekommen. Isaak hat das Verhalten seines Sohnes auch so bewertet, denn er sagte zu Esau: „Dein Bruder ist mit Betrug gekommen und hat deinen Segen weggenommen“ (1. Mo 27,35).   

Trotz dieses Betrugs bestand Isaak darauf – wie Sie ja auch geschrieben haben –, dass der listige Jakob gesegnet bleiben soll (1. Mo 27,33). Warum? Weil Isaak nun Gottes Wahl akzeptierte: Bereits vor der Geburt seiner Zwillinge hatte Gott verfügt, dass der ältere Esau dem jüngeren Jakob dienen sollte (1. Mo 25,23; Röm 9,10-12). Das war eine nicht zu bereuende Berufung Gottes (vgl. Röm 11,29). Darum konnte es nicht ausbleiben, dass Jakob den besonderen Segen empfing. Er bekam ihn natürlich nicht wegen des Betrugs, sondern trotz seiner krummen Machenschaften. Gott billigt niemals Sünde, aber Er steht fest zu seinem Wort der Verheißung. „Wenn wir untreu sind – er bleibt treu, denn Er kann sich selbst nicht verleugnen“ (2. Tim 2,13).

Doch Gott ist auch gerecht in allen seinen Wegen: Jakob lernte auf schmerzhafte Weise, dass ein Mensch das erntet, was er vorher ausgesät hat. Er musste zwar nicht wegen seiner Sünde sterben, aber doch leidvoll erfahren, was es bedeutet, von anderen betrogen zu werden. Wie viel wäre ihm erspart geblieben, wenn er still seinem Gott vertraut hätte, der in der Lage war, seinen Vater beim Austeilen des Segens zu leiten (vgl. 1. Mo 48,8-22)!

Nun zu dem gläubigen Ehepaar Ananias und Sapphira. Als Kinder Gottes sind sie von Gott  zuvor bestimmt, dem Bild des Sohnes Gottes gleichförmig zu sein (vgl. Röm 8,29.30). Diesen Gnadenratschluss Gottes kann niemand durchkreuzen. Ananias und Sapphira werden daher einmal „verherrlicht“ sein, trotz ihres Betrugs und ihrer Lüge. Gott steht zu seinem Wort.

Aber die Bibel zeigt uns bei diesem Ehepaar deutlich die gerechten Wege der Regierung Gottes: Sie mussten sterben, weil sie auf eine flagrante Weise in den ersten, schönen Tagen der Versammlung Gottes auf der Erde gesündigt hatten. Gott konnte sie nicht mehr als Zeugen für sich gebrauchen. Sie hatten eine „Sünde zum Tod“ begangen und starben plötzlich (1. Joh 5,16). Der leibliche Tod ist die strengste Form göttlicher Zucht, die nur selten ausgeübt wird – in unseren Tagen des fortgeschrittenen Verfalls werden wir sie kaum mehr zu erwarten haben.

Wenn wir einerseits sehen, wie gnädig Gott handelt, ohne unsere verkehrten Taten zu berücksichtigen, und wenn wir andererseits sehen, wie Gott in seiner Regierung uns gerecht nach unseren Handlungen vergilt, dann werden wir neu beeindruckt von der Güte und Strenge Gottes (vgl. Röm 11,22).  

 

In der Hoffnung, dass Ihnen diese kurzen Bemerkungen ein wenig nützlich sind, sende ich herzliche Grüße in dem Herrn Jesus




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