Bibel praktisch

Evangelistischer Ansporn

„Ihr werdet meine Zeugen sein“ – sind wir es?

Motivation für die persönliche Evangelisation

 

Paulus ist aus dem fast 500 km nördlich von Athen gelegenen Thessalonich nach Athen gekommen. Brüder haben ihn dorthin begleitet. Jetzt ist er dort allein und wartet auf seine Brüder Silas und Timotheus.

 

Nur Tourist in der Metropole Athen?

Während aber Paulus sie (d.i. Silas und Timotheus) in Athen erwartete, wurde sein Geist in ihm erregt, da er die Stadt voll von Götzenbildern sah. Er unterredete sich nun in der Synagoge mit den Juden und mit den An­betern, und auf dem Markt an jedem Tag mit denen, die gerade herzukamen. Aber auch einige der epikuräischen und stoischen Philosophen griffen ihn an; und einige sagten: Was will doch dieser Schwätzer[1] sagen? (Apg 17,16-18).

 

Athen war die Metropole der antiken Welt und ihr geistiges Zentrum. Dort war es einfacher, einen Gott zu finden als einen Menschen, wie ein Zeitgenosse des Paulus schrieb. Es gab viele philosophische Schulen in Athen, man denke nur an Sokrates, Platon oder Aristoteles, die das Denken der Menschen dort in den Jahrhunderten zuvor beeinflusst haben. Man hatte Erstaunliches erreicht. Die Denkmäler des antiken Athens zeugen noch heute von der Pracht, die dort herrschte. Aber das alles hat Paulus offenbar nicht beeindruckt.

 

Was beeindruckt: Athen oder die Athener?

Seine Gedanken gingen zu den Menschen, die diesen Philosophien und den Gottheiten (Erfindungen der Menschen, vgl. Röm 1) ausgesetzt waren. Er verschwendete keine Zeit, sondern suchte die Menschen täglich dort auf, wo man sie finden konnte: an dem Ort, wo man sich regelmäßig traf, um Neuigkeiten auszutauschen, vielleicht auch, wo manche ihre täglichen Aufgaben verrichten mussten: auf dem Markt. Paulus hatte offensichtlich eine sehr wichtige Botschaft für diese Leute, dass er trotz des Widerstands, der ihm von den epikuräischen und stoischen Philosophen entgegenkam, immer wieder den Weg dorthin fand. „Paulus“, so möchten wir ihn fragen, „lohnt sich das überhaupt, sieh, wie sie dich behandeln, dich sogar als ‚Schwätzer‘ hinstellen?“

Paulus brauchte offensichtlich keine Kanzel, um die wichtige Botschaft zu überbringen, die für alle Menschen gilt, gleich welcher Herkunft sie sind oder welchem Stand sie auch immer angehören.

 

Jesus und die Auferstehung – Botschaft auch für Intellektuelle 

Paulus ging unermüdlich weiter, trotz alle Widerstände [2]. Die Philosophen führten ihn auf ein Felsmassiv unterhalb der Akropolis, dem Marshügel (Areopag). Dort brachten viele Athener ihre Zeit mit nichts anderem zu, als Neuigkeiten auszutauschen.

Er hatte keine Zeit, sich an dem herrlichen Ausblick zu erfreuen, der bis heute die Besucher dieses Platzes beeindruckt. Er hatte den Philosophen seiner Zeit eine einmalige Botschaft entgegenzusetzen: „das Evangelium von Jesus und der Auferstehung“. Vielleicht wollten die Zuhörer den Apostel Paulus auch nur dazu benutzen, um ihre Neugier zu befriedigen, sozusagen als Unterhaltungsware.

Aber auch hier ist der Weg des Apostels geradlinig. H. A. Ironside schreibt darüber, dass Paulus „immer bereit war, jede Gelegenheit zu ergreifen, um die Wahrheit Gottes zu predigen“. Paulus zeigt uns hier vielleicht eines der schönsten überlieferten Muster, wie öffentliches Predigen geschehen kann. Andererseits sehen wir auch seine Bereitschaft, jederzeit persönlich Zeuge der herrlichen Botschaft zu sein, dessen Schuldner er war, von dem „Evangelium von Jesus und der Auferstehung“.

 

Paulus, die Athener  – und ich?

Vielleicht fragst du dich: Warum gibt es diesen Artikel eigentlich? Geht es uns nicht oft so, dass wir uns beeindrucken lassen von alten Kulturen, Bauwerken, schönen Stränden und Plätzen, wo wir Urlaub machen oder ein Wochenende verbringen? Könnte es sein, dass wir die dort lebenden Menschen vergessen? Bei Paulus war das offensichtlich nicht so. Wenn er die herrliche Landschaft Lykiens sah (heutige Türkei) oder die Buchten Griechenlands, dann beschäftigten ihn nicht die einsamen Buchten, das türkisblaue Wasser der Adria (das regelrecht zum Badeurlaub einlädt), die besondere Baukunst der antiken Tempelanlagen, die selbst heute noch beeindrucken. Ihn „beeindruckten“ die dort lebenden Menschen. Darum kreisten seine Gedanken.

 

Urlaubsreisen mit Segensspuren für andere!?

Wenn er die Menschen in Athen sah, die – hochgebildet – sich ihrer intellektuellen Fähigkeiten rühmten, dann war es ihm, der er selbst ein hochgebildeter Gelehrter war, ein Anliegen, ihnen mit dem „einfachen“ Evangelium von Jesus und der Auferstehung zu begegnen, oder, wie er es selbst einmal sagte: mit der „Torheit der Predigt“ (1. Kor 1,21).

Brauchen wir nicht auch täglich solch eine Motivation? Vielleicht bist du der Überzeugung, dass die Menschen heute nicht mehr von Christus und seinem Evangelium zu überzeugen sind. Aber sollte sich unser Lebensstil nicht vielleicht doch ein wenig ändern? Sicher, wir sind eingebunden in große Arbeitsabläufe, benötigen Abwechslung und auch Urlaub vom Alltagsstress. Wir sind vielleicht schon in der halben Welt gewesen. Aber haben wir Segensspuren hinterlassen? Ist etwas von dem „Evangelium von Jesus und der Auferstehung“ dort bezeugt worden? Kennen wir dieses Brennen des Paulus, als er die Stadt voller Götzenbilder sah? Gerade dieser Blick macht uns erfinderisch, ihnen auf irgendeine Weise zu begegnen, sie einzuladen, damit auch sie etwas erfahren von dem Evangelium von Jesus und seiner Auferstehung.

 

„Denn ich hielt nicht dafür, etwas unter euch zu wissen, als nur Jesus Christus, und ihn als gekreuzigt“ (1. Kor 2,2).

 

Herr, schenke uns mehr von diesem Lebensprinzip des Apostels Paulus!

 

[1]Wörtlich übersetzt: Samenpflücker, oder: Saatkrähe
[2] Diesen Text bitte als „Kasten“ setzen und darüber setzen: „Paulus – hingegebener Botschafter von Jesus Christus“. Beachte besonders auch die Ausführungen in 2. Korinther 6,6–9: „ Wir erweisen und als Gottes Diener in Reinheit, in Erkenntnis, in Langmut, in Güte, im Heiligen Geist, in ungeheuchelter Liebe; im Wort der Wahrheit, in der Kraft Gottes; durch die Waffen der Gerechtigkeit zur Rechten und zur Linken;  durch Ehre und Unehre, durch böses Gerücht und gutes Gerücht, als Verführer und Wahrhaftige;  als Unbekannte und Wohlbekannte; als Sterbende, und siehe, wir leben.“




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Im Glauben leben

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