Glaube im "Alltag"

Botschaften verfolgter Christen – Ansporn für Treue im Glauben

Briefe aus dem Gefängnis

 

Am Abend kehrt Weinen ein, und am Morgen ist Jubel da.

Psalm 30,5

 

Sei es nun, dass wir leben, sei es, dass wir sterben, wir sind des Herrn.

Römer 14,8

 

Zurzeit sind hier überall Feiern. Um uns herum feiert man die Revolution, und du, mein Sohn, feierst heute deinen 17. Geburtstag.

Mittlerweile bin ich  43 Jahre Christ, und in meiner Gefängniszelle feiere ich heute den Beginn des achten Prüfungsjahres wegen meines Glaubens an Jesus Christus, unseren Herrn.

Das ist ein Fest und eine Freude in meinem Herzen. Ich danke meinem geliebten Gott, der mich für würdig gehalten hat, nun schon mehr als sieben Jahre lang hier im Gefängnis zu sein, meiner Liebe und meines Glaubens an den Herrn Jesus Christus wegen. Ich danke meinen Glaubensbrüdern und -schwestern, die mich durch ihre Gebete und ihre Liebe gestärkt haben, damit der Sieg dem Herrn gehöre.

Dieser Sieg ist Dein, Herr Jesus, weil du auferstanden bist. Du bist der Sohn Gottes, unser Schöpfer und Erlöser.

Mein lieber Sohn, hast du schon einmal eine ganze Nacht geweint? – Wenn der Morgen kommt, ist große Freude da. Sehr bald schon werden wir die Frucht der Schwierigkeiten in unserem Leben sehen und vom Herrn den Lohn erhalten.

Das ist unsere Hoffnung, unsere frohe Hoffnung der Wiederkunft Jesu. Er wird uns zu sich in den Himmel holen.

Einmal fragte mich jemand: „Was wirst du in Zeiten der Prüfung und der Not tun?“ Meine Antwort ist: Auf die Schwierigkeiten reagiere ich mit Freude, weil ich alles in Christus vermag, der mir Kraft gibt (vgl. Phil 4,13).“

 

Mehdi Dibaj (Iran), 9 Jahre im Gefängnis, zunächst zum Tod verurteilt, dann freigelassen, entführt und ermordet.