Das Beste kommt noch (3)

Das Beste kommt noch!

Die Zukunft eines Gläubigen nach Tod und Entrückung im Überblick

Teil 3: Was erlebe ich im Himmel?

Wenn wir, die Gläubigen aus dem Zeitalter der Versammlung, mit allen Gläubigen, die vor uns entschlafen sind, entrückt worden sind, werden wir uns gemeinsam mit ihnen bei dem Herrn Jesus im Himmel befinden. Bis die Ewigkeit „anbricht“, gibt es noch viel zu erleben …

Erste[1] Station: Der Thronsaal

„Im Himmel“ – was bedeutet das genau? In der vorigen Folge haben wir gesehen, dass wir nach der Entrückung „im Vaterhaus“ sein werden. Dieser Begriff bezeichnet nicht so sehr einen Ort, sondern eine Beziehung, die wir Gläubigen aus dem Zeitalter der Versammlung nach der Entrückung ganz bewusst genießen werden: die bewusste, freudige, endgültige Beziehung zu Gott, dem Vater und seinem Sohn. Statt eines Ortes kann nur gesagt werden, dass wir „im Himmel“ sind, und zwar dabei – zumindest zeitweise – im Thronsaal, also dort, wo Gottes Thron steht.

Schlüsseltext 1: Die Gläubigen im Himmel, Offenbarung 4,1.2.4.10

Nach diesem sah ich: Und siehe, eine Tür war geöffnet in dem Himmel ... Sogleich war ich im Geist; und siehe, ein Thron stand in dem Himmel, und auf dem Thron saß einer. ... Und rings um den Thron waren vierundzwanzig Throne, und auf den Thronen saßen vierundzwanzig Älteste, bekleidet mit weißen Kleidern, und auf ihren Häuptern goldene Kronen. … Dann werden die vierundzwanzig Ältesten niederfallen vor dem, der auf dem Thron sitzt, und den anbeten, der da lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit, und werden ihre Kronen niederwerfen vor dem Thron …

Gott beschreibt ab Kap. 4 der Offenbarung, wie Er nach der Entrückung der Versammlung mit der Schöpfung seine ursprünglichen Pläne ausführt; das betrifft sein Volk Israel, die anderen Völker, die religiöse und auch die geistige Welt mit Satan. Im Wesentlichen beschreibt das Buch der Offenbarung, wie Gott in dem Zeitraum von ca. sieben Jahren zwischen der Entrückung und dem Erscheinen des Herrn Jesus sein Gericht über die verschiedenen Akteure des Bösen ausübt. An fünf Stellen wird diese furchtbare Beschreibung unterbrochen durch Anbetungsszenen. Jedes Mal sind die „24 Ältesten“ beteiligt, zu denen auch wir, die Gläubigen aus der Gnadenzeit, gehören.[2]

Wie Offenbarung 4; 5; 7; 11 und 19[3] beschreiben,

• sind wir im Himmel, in Gottes „Thronsaal“ und sind deshalb nicht selbst von Gottes Gerichtshandeln betroffen; der größte Teil der Offenbarung (z.B. die Drangsalszeit, die Schalen- und Posaunengerichte, etc.), betrifft uns nicht direkt;

• haben wir einen Status als Könige und Priester (Kronen, weiße Kleider);

• „sitzen“ wir in Ruhe auf Thronen und werden durch die Ereignisse nicht beunruhigt;

• beten wir bei jedem wesentlichen Schritt im Ablauf der zukünftigen Weltgeschichte Gott, den Allmächtigen und Christus an, und zwar als Schöpfer, Erretter, König, Richter, Lamm Gottes;

• nehmen wir Anteil an dem Geschehen auf der Erde und im Himmel, insb. an dem Los der Gläubigen;[4] wir sind zwar nicht direkt betroffen, aber doch nicht gleichgültig, sondern doppelt interessiert: einerseits weil wir Gottes Wege, Ziele und sein Handeln bewundern, andererseits weil wir das Ergehen der „nach uns“ kommenden Mitgläubigen mit Anteilnahme verfolgen;

• zieht unsere Anbetung „Kreise“ und steht in Wechselwirkung mit dem Lobpreis der Engel und anderer prophetischer Figuren wie auch der ganzen Schöpfung.

• Kann die Tatsache, dass ich nach meiner Entrückung in Gottes (Gerichts-)Handeln so viel Anbetungswürdiges finde, mich auch jetzt schon zu mehr Lobpreis motivieren? Je besser ich den Herrn kenne (und ich lerne Ihn kennen aus seinem Wort sowie – auf dieser Grundlage – aus dem, was ich mit Ihm erlebe), umso mehr und besser werde ich Ihn jetzt schon anbeten können.

Zweite Station: Der Richterstuhl Gottes/des Christus

Schlüsseltext 2: Der Richterstuhl Gottes/des Christus, 2. Korinther 5,9.10 und Römer 14,10.12

Deshalb beeifern wir uns auch, ob einheimisch oder ausheimisch, ihm wohlgefällig zu sein. Denn wir müssen alle vor dem Richterstuhl des Christus offenbar werden, damit jeder empfange, was er in dem Leib getan hat, nach dem er gehandelt hat, es sei Gutes oder Böses.

Du aber, was richtest du deinen Bruder? Oder auch du, was verachtest du deinen Bruder? Denn wir werden alle vor den Richterstuhl Gottes gestellt werden. … So wird nun jeder von uns für sich selbst Gott Rechenschaft geben.

Zu einem uns nicht genauer mitgeteilten Zeitpunkt[5] werden wir vor dem Richterstuhl (oder der Richterbank) des Christus offenbar werden; dies wird uns in sehr knapper Form in 2. Korinther 5,10 und Römer 14,10 mitgeteilt. Christus ist der von Gott verordnete Richter (Joh 5,22; Apg 10,42; Jak 4,12), und wie der Zusammenhang von Römer 14 und 2. Korinther 5 klar macht, werden alle Menschen einmal vor dem Richterstuhl des Christus erscheinen. Dabei müssen wir drei „Gerichtstermine“ für unterschiedliche Personengruppen auseinanderhalten, die einen sehr unterschiedlichen Gegenstand und Ausgang haben werden:

Gerichtstag

Personengruppe

Ergebnis

2. Kor 5,10[6]

Der Richterstuhl

alle entrückten Gläubigen

ausnahmslos Belohnung; Herstellung der innerlichen Übereinstimmung mit Gott (zusätzlich zum sicheren, ewigen Heil)

Mt 25,13 ff.

Das Gericht der Lebenden

alle zu diesem Zeitpunkt (nach dem Erscheinen des Herrn Jesus zur Aufrichtung des 1000-jährigen Reiches) lebenden Menschen

entweder Belohnung oder Gericht gemäß dem jeweiligen Verhalten gegenüber den jüdischen Boten (den „Brüdern“ des Königs)

Off 20,11 ff.

Das Gericht der Toten am großen weißen Thron

alle Ungläubigen

Anklage und ausnahmslos Verurteilung zum ewigen Gericht, Strafmaß nach den Werken und der Verantwortlichkeit des Einzelnen

Der wesentliche Unterschied zwischen unserem Gerichtstermin als Gläubige und dem Gericht der Ungläubigen ist, dass

• alle Ungläubigen zum ewigen Tod verurteilt werden, wobei ihre Taten und ihre Verantwortung das genaue Strafmaß bestimmen,

• alle Gläubigen bereits begnadigt sind und in dem Himmel kommen werden, wobei unser Leben offenbart und aufgearbeitet werden wird mit der Folge eines unterschiedlichen Maßes an Belohnung.

• Wir haben jetzt schon mit einem Thron zu tun – das ist der Thron der Gnade, zu dem wir uns jederzeit im Gebet begeben können (Heb 4,16).

Wenn also Johannes 5,24 (ebenso Kap. 3,18) formuliert, dass wir Glaubenden „nicht ins Gericht“ kommen, ist damit gemeint, dass es für uns keine Verurteilung zum ewigen Tod gibt. Wir werden allerdings vor dem Richterstuhl „offenbar“ werden. Dort gibt es aber gegen uns keine Anklage (Röm 8,33), denn wir sind vor Gott gerechtfertigt: Der Richter selbst, Jesus Christus, hat ja unsere wohlverdiente Strafe für uns getragen und kann uns deshalb nicht (nochmals) bestrafen (Röm 3,26; 5,1; 8,1; 1. Pet 3,18). Nicht Angst und Sorge oder Scham, sondern „Freimütigkeit am Tag des Gerichts“ wird dann unsere Grundstimmung sein (1. Joh 4,17; 2,28). Auch jetzt, wenn wir daran denken, sollen wir im Bewusstsein von Gottes Liebe zu uns keine Angst, sondern Freimütigkeit haben; allerdings sollte der Gedanke an das Offenbarwerden unseres äußerlichen und innerlichen (!) Lebens uns auch zu Aufmerksamkeit und Besonnenheit motivieren.[7]

Was wird nun an diesen Gerichtstag verhandelt? Sitzungsgegenstand wird sein:

• „das Werk eines jeden“ (1. Kor 3,13) – „jeder wird seinen eigenen Lohn empfangen nach seiner eigenen Arbeit“ (1. Kor 3,8.14)[8] oder Schaden leiden (V. 15), d.h. Lohn verlieren bzw. erkennen, wie fleischliche Verhaltensweisen und Gesinnungen ihm geschadet haben;

• die Motive, Beweggründe, die Gesinnung des Herzens – „dann wird einem jeden sein Lob werden von Gott“ (1. Kor 4,5; dass Gott allein der Beurteiler der Herzen ist, zeigen auch Röm 2,16; Mt 10,26; Mk 4,22; Lk 8,16.17; 12,1.2);

• im Einzelnen: ungeordnete Beziehungen; unbarmherzige, verurteilende Gesinnung gegenüber den Mitgeschwistern; vorzeitiges Richten (Mt 7,1; 1. Kor 4,5; Röm 14,10; Jak 2,13; 5,9).[9]

Auch wenn betrübliche Dinge in unserem Leben angesprochen werden, werden sie uns nicht mehr als Sünden vorgehalten (diese sind ja längst gerichtet und vergeben), sondern es geschieht eher eine „Aufarbeitung“, damit wir alle Dinge, Gutes und Böses, genauso sehen wie der Herr. Diese Aufarbeitung wird uns auch zeigen, wie Gottes Gnade uns getragen, uns bewahrt und an uns gearbeitet hat. Da wir zu diesem Zeitpunkt verherrlicht sind und die Sünde nicht mehr in uns haben, wird es uns nicht schwerfallen, uns Gottes Beurteilung im Rückblick auf unser Leben völlig zu eigen zu machen (vgl. 1. Joh 1,3-7).

• Mich tröstet der Gedanke, dass es vor dem Richterstuhl vollkommene Gerechtigkeit geben wird, eine Richtigstellung auch alles Unrechts, das wir erlebt haben; allerdings wird auch mein Leben an einem völlig gerechten – göttlichen – Maßstab gemessen. Wie gut, dass ich begnadigt bin in seinem geliebten Sohn und dass ich in der Gnade Gottes stehe!

Es geht bei diesem Gericht um Belohnung, man hat es deshalb als „Preis-Gericht“, eine „Preisverleihung“ bezeichnet (im Gegensatz zu einem Strafgericht). Bei der Belohnung durch den Herrn gelten bestimmte Grundsätze, die sich von den menschlichen Maßstäben z.T. stark unterscheiden: Maßgeblich bei dieser Preisverleihung ist nicht unsere Bewertung, sondern die des Herrn (1. Kor 4,3); nicht was Menschen sehen, sondern der Vater im Himmel (Mt 6,1 ff.); nicht Erfolg, sondern Treue (Mt 25,21.23; 1. Kor 4,2) und liebevolle Erwartung (2. Tim 4,7.8); nicht die Größe der Gabe, sondern wie sie genutzt wird (Mt 25,21 ff.); nicht die Art des Dienstes, sondern die Geisteshaltung (Kol 3,22 ff.; Mt 6,1 ff.); nicht Quantität, sondern Qualität (Mt 10,42; Lk 21,1 ff.); nicht nur was wir bewirkt, sondern was wir verlassen haben (Mt 19,27.28).

Auf welche Bereiche sich die Belohnung bezieht, kann man annähernd an den verschiedenen Verheißungen von „Kronen“ ablesen[10] – diese werden wir übrigens dem Herrn wieder als Zeichen der Verehrung zu Füßen werfen (Offb 4,10). Einerseits kann man sich unter der Begegnung mit dem Herrn am Richterstuhl eine persönliche, vertraute Unterredung vorstellen, in der der Herr jeden Einzelnen korrigiert und lobt – eine solche Anerkennung oder Auszeichnung ist wohl auch mit der „Krone“ gemeint. Das „Offenbarwerden“ scheint aber auch einen öffentlichen Aspekt zu haben,[11] etwa soweit mein Leben Auswirkungen auf andere Gläubige hatte und das Offenbarwerden notwendig ist, um Gottes Wege zu verstehen; in dieser Hinsicht sind auch die Kronen und die damit evtl. verbundenen Folgen/Positionen im 1000-jährigen Reich etc. dann zum Teil öffentlich.

• Wenn ich über die oben aufgeführten Punkte nachdenke: Gibt es für mein bisheriges Leben viel Lohn, oder ist es eher von „Schaden“ geprägt? Lasse ich mich von der Aussicht auf eine „Krone“ anspornen?

Im nächsten Heft geht es um die Hochzeit des Lammes, das Erscheinen des Herrn Jesus in Herrlichkeit und das 1000-jährige Reich. Was geschieht da, und inwiefern bin ich beteiligt?

Thorsten Attendorn



[1] Als „erste“ Station bezeichne ich den Thronsaal, weil er im prophetischen Gang der Darstellung in Offenbarung die erste Station nach der Entrückung ist. Vermutlich wird aber vorher der Richterstuhl des Christus stattfinden.

[2] Die 24 Ältesten sind wohl ein Symbol für alle Gläubigen, die dann in den Himmel entrückt worden sein werden. Sie setzen sich zusammen aus den Gläubigen der Gnadenzeit, die zur Versammlung gehören (die nach der Himmelfahrt des Herrn Jesus an Pfingsten entstanden ist), und den Gläubigen aus früheren Zeiten, die zusammen „mit ihnen“ entrückt worden sein werden (vgl. 1. Thes 4,16.17; Heb 11,40).

[3] Dazu ausf. FMN 1/2011, S. 18 ff.

[4] Dies sind insb. die Gläubigen aus Israel (7,1-8), aus den Nationen (7,9-12) und aus Juda (14,1-5); darüber hinaus gibt es noch die Märtyrer aus der ersten (6,9-11; 20,4a) und aus der zweiten Hälfte der Drangsalszeit (20,4b).

[5] Vermutlich wird dies vor der Szene in Offenbarung 4 stattfinden, denn dort wird beschrieben, dass die Gläubigen Gott ihre Kronen zu Füßen werfen, die sie wohl erst am Richterstuhl bekommen haben.

[6] Dieser Vers bezieht sich auf den Richterstuhl im Allgemeinen, d.h. auf alle drei „Termine“; speziell auf das Erscheinen von Gläubigen vor dem Richterstuhl beziehen sich Stellen wie 1. Johannes 4,17.

[7] Auch während unseres Lebens auf der Erde stehen wir unter Gottes – des Vaters – Beurteilung und Regierungswegen, die auch züchtigenden Charakter haben können (Heb 12,4 ff.; 1. Pet 1,17; 1. Kor 11,32); auch dies betrifft aber nicht das ewige Heil, sondern unsere persönliche Lebensführung und die Frage der aktiven Gemeinschaft mit Gott.

[8] 1. Korinther 3,15 macht klar, dass selbst in dem traurigen Fall, dass das Werk eines Gläubigen für Gott völlig unbrauchbar wäre, der Gläubige selbst gerettet wird – das ewige Heil steht nicht in Frage.

[9] Dazu A. Remmers, Die Bergpredigt, CSV 1997, S. 146 f.

[10] Zum Teil handelt es sich hier um „allgemeine“ Kronen für jeden Gläubigen, zum Teil um „besondere“ Kronen für spezielle Erfahrungen; interessant ist hier in erster Linie die Verknüpfung mit bestimmten Tugenden eines Gläubigen: an der Bekehrung/der geistlichen Entwicklung Anderer mitwirken (1. Thes 2,19); Versuchungen erdulden (Jak 1,12); sein Erscheinen lieben (2. Tim 4,8); Hirtendienst (1. Pet 5,4); Treue in Verfolgung (Off 2,10); Kampf und Verzicht (1. Kor 9,25).

[11] Das gilt ja allgemein für die gerechten Taten der Heiligen, die an der Hochzeit des Lammes sichtbar werden (s.u.). Ein Gedanke des Beschämtwerdens oder der öffentlichen Verurteilung ist damit nicht verbunden. Wir stehen auch dann ausschließlich unter der Beurteilung des Herrn und empfangen in einer freimütigen Haltung Lohn von unserem Herrn.




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