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Hast du Zeit für den Herrn Jesus?

Durch die Zwänge und anforderungen unserer Zeit kann das Wesentliche in unserem Leben sehr schnell in Vergessenheit geraten. Das Lesen der bibel und das intensive gebet zu unserem herrn bleiben auf der Strecke. Vielleicht kommst du nicht auf die Felder der Schweine wie der „verlorene Sohn“. Dennoch kann auch dich der folgende Erfahrungsbericht aufrütteln.

Zeit für die Bibel?

Wann hast du dir das letzte Mal Zeit genommen für ein intensiveres Lesen der Bibel? Ich meine nicht das schnelle Lesen morgens zwischen Kaffee und Brötchen. „ Jetzt aber schnell zur Arbeit! Noch ein Blick zur Uhr, der Schulbus fährt gleich los. Am Nachmittag oder Abend klappt es ganz sicher!“ Oder?

Nein, sag mal ehrlich, wann hast du dir das letzte Mal richtig Zeit zum Bibellesen genommen? Wie war das gestern Abend, als du, der du eine Ausbildung absolvierst, nach einer langen Schicht müde nach Hause kamst, den Lärm noch in den Ohren von der Maschine, an der du den ganzen Tag gearbeitet hast?

Oder bei einem anderen klingeln jetzt noch die ständig nervenden Telefonate in den Ohren. Der Termindruck von einem Kunden zum nächsten ist fast nicht mehr zu schaffen; dann noch im Auto höchste Konzentration in dichtem Straßenverkehr.

Oder in der Schule hattest du zwei schwierige Arbeiten, jetzt brauchst du einen halben Tag Entspannung. –

Der Stress zu Hause ...

Und dann – hattest du dann Zeit zum Lesen der Bibel?

„Ach, was für ein Tag heute, was für ein Stress! Ich bin total erledigt, spüre jeden Knochen und mir tun die Füße so weh! Am besten, sie vor dem PC hochlegen und die E-Mails checken, mal sehn, wer sich so alles im Chat-Room befindet oder wer auf Facebook unterwegs ist. Ist das spannend!“ Oder: „In ein paar Minuten geht die Auktion zu Ende. Drei, zwei, eins, meins – muss unbedingt dabei sein ...“ – Und dann noch Zeit für den Herrn Jesus?

Druck von überall

Hast du schon das tolle Auto von Peter gesehen? Oder das neue Haus von Maike? Bernd hat die Firma seines Vaters übernommen und kann sich tolle Dinge leisten, und die Familie X mit der Familie Y aus Z fährt im Jahr zwei Mal in Urlaub.

Hast du Zeit zum Bibellesen?

Im Entschuldigen sind wir Weltmeister

Egal, wie hoch der Druck auch ist, wie viel Zeit die Welt dir raubt, es gibt keine Entschuldigung dafür, es nicht zu tun. Auch dass die Jüngeren heute vielen Reizen und Einflüssen ausgesetzt sind, ist keine Begründung dafür, die Stille Zeit mit dem Herrn zu vernachlässigen. Und es reicht auch nicht, mal eben schnell den „Die-Gute-Saat- Kalender“ für heute zu lesen und mehr nicht.

Am vergangenen Sonntag nach der christlichen Zusammenkunft hast du dir fest vorgenommen, diese Woche mehr für deinen Herrn da zu sein, mehr in der Bibel zu lesen. Und? Es ist schon wieder Mittwoch, beeil dich! Die Zeit rennt. Und nachdem am Mittwoch wieder etwas dazwischen kam, ist heute schon die Woche um und wieder Sonntag. „ Jetzt aber schnell, die Zusammenkunft fängt gleich an. Wo war nur meine Bibel?“ Nach einem zufälligen Blick ins Handschuhfach des Autos fällt sie dir buchstäblich entgegen, begleitet von einer leeren Dose Cola und allerlei Tankbelegen.

Was? Das gibt es? Leider ja, das ist die Folge von „zu wenig Zeit“. Und ist mit Verlust verbunden, für sich selbst, aber auch im Blick auf den Herrn Jesus.


Ein Erfahrungsbericht – live

Ein junger Mann hat Folgendes erlebt: Als ich mir vor ein paar Jahren in den Kopf gesetzt hatte, mich selbständig zu machen und meinen bis dahin sicheren Arbeitsplatz aufzugeben, begab ich mich ohne jegliche Erfahrung buchstäblich ins kalte Wasser einer harten, kalten und rauen Geschäftswelt. Anfänglich lief alles nach Plan, und ich hatte auch noch Zeit für meine Bibel, meine Frau und meinen Sohn. Auch sonntags konnte ich die Stunden noch besuchen, wobei es dienstags abends zur Gebetsstunde immer schwieriger wurde.

Mit der Zeit wollte es mit dem Bibellesen nicht mehr so richtig klappen, und wenn, dann nur mal flüchtig, um das eigene Gewissen zu beruhigen. Auch das Gebet, das Reden mit Gott, wurde immer weniger, zuerst das mit der Familie, und dann das persönliche im Kämmerlein. Oft blieb es nur beim Kalenderblättchen.

Das konnte nicht gut gehen. Geblendet durch die immer größer werdende Auftragslage und den hohen Termindruck verflachte auch der Besuch der Versammlungsstunden immer mehr. Über kurz oder lang wurde der Sonntag als einzig verbliebener Tag für Ausschlafen oder bestenfalls mal für einen Familienausflug genutzt. Und so kam es, wenn auch allmählich, dass ich keine Zeit mehr hatte für die wichtigste Person, die es gibt: den Herrn Jesus.

Zweieinhalb Jahre ging es so weiter. In dieser Zeit fragte ich nicht nach Gott und seinem Willen und sündigte ohne Hemmung. Dann war eines Tages Schluss mit alledem. Das ausschweifende Leben, die sogenannten schönen Dinge des Lebens, waren innerhalb weniger Wochen vorbei. Die Aufträge blieben aus, die Kosten liefen unaufhaltsam weiter, und plötzlich stand ich wie der junge Mann in Lukas 15 vor dem nichts. Bankrott! Was nun? Und die vielen, vielen guten Freunde? – Sie waren verschwunden. Was tun? Ich las Lukas 15,15: „Und er ging hin und hängte sich an einen Bürger jenes Landes.“ Der soll mir helfen? Nein, weit gefehlt. Ich las weiter: „…der schickte ihn auf seine Felder, Schweine zu hüten. Und er begehrte, seinen Bauch zu füllen mit den Futterpflanzen, die die Schweine fraßen; und niemand gab ihm.“

Die Folge war ein Leben von der Hand in den Mund, und zu meiner Beschämung wurde auch das meiner Frau und meines Sohnes zu einem solchen.

Plötzlich wurde mir klar, was ich angerichtet hatte. In Lukas 15,17 heißt es weiter: „Als er aber zu sich selbst kam …“. Auf einmal hatte ich Zeit, Zeit zum Nachdenken. Ich erkannte, wie tief ich gefallen war, wie viele Menschen ich verletzt hatte, was ich meiner Familie angetan hatte, und schlimmer noch, was ich meinem Heiland angetan hatte. Ich erkannte den Blick, den Blick meines Heilands. Kennst du diesen Blick? Lies bitte einmal Lukas 22,61: „Und der Herr wandte sich um und blickte Petrus an.“ Als ich erkannte, dass mich der Herr trotz meines Versagens mit Liebe ansah, brach ich zusammen und bekannte Ihm alles, „ging hinaus und weinte bitterlich“.

Dass dieser Herr der Herrlichkeit, dessen Ruhm die Himmel erzählen und dem Legionen Engel dienen, mich, der ich mich so verirrt hatte, ansah, um seinen Blick auf ein verirrtes Schaf zu richten und es in seiner Barmherzigkeit zur Herde zurück zu bringen, ist grenzenlose Herablassung!


Nicht so schlimm bei mir!

Vielleicht denkst du: „Ganz so schlimm, so extrem auf Abwegen bin ich nun doch nicht!“ Dann sei Gott dankbar für diese Gnade, dass Er mit dir keine so schweren Wege gehen musste. Aber denk daran: Schon ein in unseren Augen völlig harmlos erscheinendes Hobby kann der Teufel dazu benutzen, uns die Zeit mit unserem Herrn Jesus zu rauben. Wie viele Dinge benutzt er ebenfalls zu diesem Zweck: mein neues Auto; mein neu gebautes Haus, an dem es ständig etwas zu verbessern gibt; der Chef braucht mich ständig; es wird immer mehr verlangt: hier ein Seminar, dort eine Schulung.

Und wollen wir nicht auch immer ein wenig besser sein als andere? Selbst die Kinder in der Schule stehen schon täglich unter diesem Leistungsdruck. Schon sie vergleichen: Wer hat den leistungsfähigsten Rechner, wer die coolsten Games, wer das beste Handy? Wie viel Zeit verbringst du täglich im World Wide Web?

Die Konsequenz für das Leben

Nimm dir wieder Zeit für den Herrn Jesus! Beschäftige dich mit seinem Wort. Wie viel Zeit hat Er sich für dich genommen – und was hat Er für dich getan? Denk an seinen Kreuzestod (vgl. Mt 27). Da hat Er für mich und für dich so unsäglich gelitten und die Strafe zu unserem Frieden getragen. Er, der Heilige und Gerechte, ist immer für dich da. Er weiß, wie groß dein Druck und wie schwer deine Last ist, wie übermäßig die Not sein mag. Er hat Zeit für dich. Er wird dich nicht versäumen und dich nicht verlassen.

Nimm dir immer wieder Zeit zum Beten und zum Lesen des Wortes Gottes und lies und bete auch, wenn du eine Familie hast, mit Frau und Kindern. Dann wirst du von Neuem erfahren, wir groß und wie wunderbar doch dieser treue Hirte ist, der so um mich und dich besorgt ist, und bei Ihm wirst du Ruhe vom Stress des Alltags finden.

Hole deine Bibel aus dem „Handschuhfach“ und beginne, sie neu zu lesen. Wenn du nicht weißt, wo du anfangen sollst, dann beginne mit Matthäus, Kapitel 1, und mit jedem Vers wird Er sich dir in seiner Liebe, Größe und Herrlichkeit zeigen und dich auch selbst leiten.

Es lohnt sich, Zeit für diesen Retter und Herrn zu reservieren. Denn ein Leben mit dem Herrn Jesus macht uns glücklich und gibt dem Leben einen tiefen Sinn. Zugleich können wir so zu Vorbildern für andere werden, nicht zuletzt für unsere eigene Familie oder Freunde.