Aktuelles

Eigentlich komisch

Die Geburtstagsfeier ist heute richtig gut! Können wir nicht noch länger da bleiben? – Muss der Bruder denn heute wieder so lange sprechen? Es ist doch wirklich nur eine Stunde angesetzt, warum muss er denn schon wieder überziehen!?“

 

Eigentlich komisch, oder?

„50€ für ein Computerspiel? Das ist doch völlig normal, so teuer ist es nun mal! – 50€ einfach so dem Herrn geben? Ist das nicht ein bisschen viel ...?“

Ertappen wir uns nicht oft mit diesen oder ähnlichen Gedanken? Wenn wir ehrlich sind, bestimmt! Ist es nicht eigentlich komisch, wenn man einmal darüber nachdenkt? Ist es nicht komisch, dass es uns sofort auffällt, wenn der Bruder einmal die Stunde „überzieht“, aber eine Geburtstagsfeier so rasend schnell vergeht?

Dann haben wir vergessen, dass die Beschäftigung mit der Bibel und mit dem Herrn Jesus die beste (Zeit-)Investition ist, die wir tätigen können. Kann man sich dann noch über einen Bruder aufregen, der gelegentlich über die vorgesehene Zeit hinaus das Wort Gottes verkündigt? Wir möchten doch den Herrn Jesus von Herzen lieben – und dann sollten Er und sein Wort uns den Einsatz wert sein!

 

Verzerrte Sicht

Vielleicht merken wir, dass unsere Sicht der Dinge bei geistlicher Beurteilung oft ziemlich verzerrt ist. Denn ist dir schon einmal aufgefallen, welche Gewichtung wir beispielsweise manchen alltäglichen Dingen geben, die zwar an sich nicht schlecht oder böse sind, aber die plötzlich in einem ganz anderen Licht erscheinen, wenn wir den Umgang mit ihnen aus der Sicht Gottes sehen? Wie war das mit dem Computerspiel? Wie lange sitzt du denn so pro Tag davor? Oder samstags in und unter dem Auto? Oder vor dem MP3-Player? Oder vor dem Spiegel? Oder wie ist das mit dem Shopping-Gehen? Oder, oder, oder ...

Komisch, wie schnell eine Stunde vorübergeht, wenn wir unsere Freizeit mit Hobbys verbringen, aber wie lange es dauert, eine Stunde an einem Büchertisch in der Stadt zu stehen, und den Menschen das Evangelium zu bringen!

Auch komisch, wie schwer wir uns oft tun, eine Seite in Gottes Wort zu lesen, aber wie schnell 100 Seiten eines Bestsellerromans verschlungen sind! Aber nur von Gottes Wort heißt es, dass es das Wort des Lebens ist und den glücklich preist, „der seine Lust hat am Gesetz des HERRN und über sein Gesetz sinnt Tag und Nacht“ (Ps 1,2).

 

Unser Verhalten und Gottes Wort – ein Gegensatz?

Eigentlich ist es komisch, wie leicht wir die neusten Tratsch- und Klatschgeschichten über unsere Mitmenschen weitererzählen, es uns aber oft nicht einfällt, gute Nachrichten weiterzugeben.

Der Apostel Paulus gibt uns für die richtige Haltung ein schönes Beispiel in Römer 16, wie er bei fast allen Personen, die er erwähnt, eine lobende Bemerkung macht. Also nicht so: „Hast du den wieder gesehen? Das hat er bestimmt nur gemacht, weil ...“ Wir verstummen plötzlich, wenn Gott uns in Philipper 4,8 zu denken gibt: „Im Übrigen, Brüder, alles was wahr, alles, was würdig, alles, was gerecht, alles, was rein, alles, was lieblich ist, alles, was wohllautet, wenn es irgendeine Tugend und wenn es irgendein Lob gibt, dies erwägt.“ Dem ist wohl nichts hinzuzufügen.

Komisch auch, dass wir sogar oft Warnungen in Medien mehr Beachtung schenken, als denen, die Gottes Wort uns  gibt. Wenn die Zeitung vor verseuchten Lebensmitteln warnt, kauft sofort kein Mensch mehr das betreffende Produkt. Aber wer hört wirklich immer auf die vielen Warnungen Gottes in seinem Wort?

Ein Beispiel von so vielen aus Psalm 34,14: „Bewahre deine Zunge vor Bösem, und deine Lippen, dass sie nicht Trug reden“. Das ist ernst. Ausführlich warnt Gott uns in Jakobus 3,4-12 vor der Zunge, diesem kleinen Glied des Körpers, das aber einen so großen Schaden anrichten kann! Denken wir an den Vers aus Galater 6: „Irrt euch nicht, Gott lässt sich nicht spotten! Denn was irgend ein Mensch sät, das wird er auch ernten (V. 7)“.

Eigentlich komisch, was wir so alles tun, ohne darüber nachzudenken. Doch das ist nicht nur komisch, sondern zeigt auch, dass uns oft einfach der Reichtum, den wir in Christus besitzen, nicht mehr bewusst ist. Denn wenn wir das Bessere wirklich kennen, werden wir dann nicht alle anderen Dinge in diesem Licht beurteilen und uns dementsprechend verhalten?

Kein schöner Artikel, sagst du vielleicht. Tja, erfreulich ist es nicht, sich mit Missständen abzugeben, das gebe ich zu. Man könnte zwar dies alles auch positiv als Ermunterung ausdrücken, indem man einfach Paulus als Vorbild vorstellt, der sagen konnte: Das Leben ist für mich Christus“ (Phil 1,21). Denn das beinhaltet alles, was der Herr Jesus bei uns bewirken will. Aber vielleicht regt uns dieser kurze Beitrag an, ein bisschen bewusster zu leben. Denn leider brauchen wir auch Warnungen wie die, von denen wir oben schon gesprochen  haben, sonst hätte Gott sie uns nicht gegeben.

Bitten wir den Herrn um Gnade und Kraft, dass unser Leben eine Antwort auf seine Liebe ist, in der Er sich für uns hingegeben hat!