Frauenpower - Powerfrauen

Frauenpower – Powerfrauen

Frauenförderung wird in dieser Welt inzwischen sehr groß geschrieben. Wir werden von politischen, unternehmerischen, und sozialen Frauenförderungs- Veranstaltungen geradezu überschwemmt. In ein Unternehmen wurde sogar der amtierende Bundeskanzler eingeladen. Er sollte den aufstrebenden Frauen „einen neuen Kick“ geben, wenn er auch selber angesichts seiner vierten Ehe ein besonderes Licht auf „Frauenförderung“ wirft.

Einhellig wurde auf allen Treffen deutlich, dass sich die Frauen nicht mehr mit ihrer bisherigen Rolle zufrieden geben wollen. Damit Frauen besser in Erscheinung treten können, werden manche Programme entworfen. Diese beginnen schon bei der Früherziehung. Mädchen sollen nicht mehr nur mit Puppen spielen – als ob sie das gemusst hätten. Nein, sie sollen von Kindesbeinen an in „stärkere“ Rollen hineinwachsen. Was das bedeutet, wird allerdings noch kontrovers diskutiert. Immerhin geben einige „Frauenforscher“ zu bedenken, dass es doch so etwas wie einen weiblichen Charakter mit besonderen Eigenschaften zu geben scheint.

Diese massive „Frauenpower“, die sich längst nicht mehr in der weiblichen Umbildung „männlicher“ Worte wie z.B. Meisterinnen statt Meister erschöpft, macht natürlich auch nicht vor „christlichen Haustüren“ Halt. Die Frage, der wir uns zu stellen haben, ist: Wie gehen wir damit um? Zu diesem Thema sollen hier einige Gedanken vorgestellt werden, mit dem Wunsch, dass Autor und Leser bereit sind, wirklich Gottes Gedanken aufzunehmen und danach zu urteilen bzw. zu handeln. Bei einem solchen Artikel besteht natürlich „die Gefahr“, dass jetzt besonders Männer wissen wollen, was den Frauen gesagt werden mag. Nicht zuletzt aus diesem Grund habe ich auch ein paar zusätzliche Gedanken für uns Männer eingestreut.

Kindererziehung: „Mann und Frau schuf er sie“

Schon ganz am Anfang der Bibel lesen wir, dass Gott nicht einfach „den“ Menschen gebildet hat, sondern dass Er einen Mann und eine Frau erschaffen hat (1. Mose 1,27). Das zeigt deutlich, dass Gott Unterschiede in den Menschen gelegt hat. Es ist nicht nur wahr, dass jeder Mensch an sich schon einzigartig ist. Es gibt auch gottgewollte Unterschiede zwischen Mann und Frau. Und wenn Gott diese in unsere Natur gelegt hat, dann kann es nur mit schädlichen Folgen verbunden sein, wenn wir diese Unterschiede auszuradieren suchen.

Diese Verschiedenheit von Mann und Frau sollte schon in der Erziehung berücksichtigt werden. „Erziehe den Knaben seinem Weg gemäß (d.h. der Natur des Kindes angemessen)“ (Sprüche 22,6). Das bezieht sich nicht nur auf die Unterschiede zwischen Jungen, sondern auch zwischen Jungen und Mädchen oder Kindern im Allgemeinen. Es ist einfach nicht wahr, dass sie den jungen Menschen aufgezwungen werden. Viele Eltern können davon berichten, dass Mädchen von sich aus manche Dinge ganz anders machen als Jungen. Natürlich gibt es nicht das Mädchen oder den Jungen – und sicher können wir auch manche Ähnlichkeiten wahrnehmen. Und doch bleiben Unterschiede in aller Regel bestehen.

Schule und Ausbildung: gleiche Chancen und unterschiedliche Entscheidungen

Der Zugang zu den einzelnen Bildungsangeboten ist heute für Jungen und Mädchen gleich gut möglich. Das hängt unter anderem mit der allgemeinen Schulpflicht zusammen, die für Jungen und Mädchen gilt. Allerdings unterscheiden sich die Präferenzen von Jungen und Mädchen, wenn es in den höheren Schulen Wahlmöglichkeiten gibt. Nicht selten werden die so genannten harten1 Fächer von Jungen und die so genannten weichen Fächer von Mädchen gewählt. Vergleichbares gilt für die anschließende Ausbildungs- bzw. Studienentscheidung.

Als Christen machen wir uns an dieser Stelle wohl alle Gedanken, was wir im beruflichen Leben „erreichen wollen“. Sicher ist ein Streben nach besonderem Karriereerfolg weder für einen Mann noch für eine Frau biblisch. „Wenn wir aber Nahrung und Bedeckung haben, so wollen wir uns daran genügen lassen“ (1. Timotheus 6,8). Vermutlich ist das ein Gedanke, der sich besonders an uns Männer richtet, die wir gerne nach Höherem streben.

Die Stellung der Frau: Der Mann ist ihr Haupt.

Aber für die Frauen besteht eine zusätzliche „Schwierigkeit“. Gott macht in der Bibel sehr deutlich, dass der Mann das Haupt der Frau ist (1. Korinther 11,3). Diese Aussage bezieht sich nicht auf das Verhältnis in der Ehe (ohne dies auszuschließen), sondern ist ein Hinweis auf die Schöpfungsordnung Gottes. Allen Neuerungsbestrebungen zum Trotz wird es sogar auch in der Gesellschaft nicht selten (noch?) als unpassend angesehen, wenn „die Frau die Hosen anhat“. Und eine gläubige Frau wird erst recht empfinden, wo sie sich zurückzuhalten hat. So wird der Herr ihr auch Weisheit geben, sich zum Beispiel im Arbeitsleben richtig zu verhalten, falls sie eine Vorgesetztenfunktion haben sollte. Ob eine Frau eine solche Position anstreben sollte, mag jede Schwester vor dem Herrn entscheiden.

Es mag in der heutigen Zeit der Emanzipation für Frauen nicht leicht sein, diese biblische Ordnung anzunehmen. Eine gottesfürchtige Frau wird sich aber bewusst sein, dass Gott den Gehorsam gerade dann sehr belohnt, wenn er uns Menschen nicht leicht fällt.

Erfolg für Frauen: Bei Gott zählt die Karriere nicht.

Deshalb wird es natürlich trotzdem auch für eine junge Christin in der Regel richtig sein, eine Ausbildung oder vielleicht ein Studium zu machen.2 Sie muss ja zunächst in der Lage sein, für ihren Lebensunterhalt aufzukommen, denn nur der Herr weiß, ob (und wann) eine Ehe geschlossen wird. Und die Kenntnis eines Berufsbildes oder der Arbeitswelt kann auch in der Ehe nützlich sein. Der große Unterschied zu Frauen in der Welt sollte aber bei allen diesen Überlegungen sein, dass nicht Karrieredenken und Anerkennung als Kriterien genommen werden (das gilt natürlich auch für gläubige Männer!).

Es ist angesichts des Wertewandels in unserer Gesellschaft für junge Frauen – auch für gottesfürchtige Frauen – enorm schwierig geworden, dem Druck standzuhalten und das Glück nicht in der Karriere zu suchen. Man gilt als „von vorgestern“, teilweise sogar als jemand, der die „schlimmen Überzeugungen“ von Männern unterstützt, und als „Loser“ (Entschuldigung, Looserin natürlich). Allen jungen und älteren Schwestern sei jedoch gesagt, dass nicht das Werturteil der Erfolgsmenschen dieser Welt zählt. Auch nicht das vielleicht manchmal mitleidige Lächeln sogar von jungen Brüdern, die ihre eigenen Werte nicht an der Bibel ausrichten. Es zählt letztlich allein der „Händedruck“ des Meisters: Seine Belohnung und seine Wertschätzung werden – da bin ich mir ganz sicher – jeden Verzicht in der heutigen Zeit mehr als wett machen!

Kinderbetreuung: Bleibt die Frau und Mutter ihrer Aufgabe treu?

Im Zusammenhang mit der Verbesserung von Karrierechancen durch Politik und Wirtschaft wird vermehrt von der Vereinbarkeit von Beruf und Familie gesprochen. Verständlicherweise kann eine Mutter nur dann Karriere machen, wenn sie auf Kinder „verzichtet“ oder eine Rundumbetreuung für ihre Kinder sicherstellt. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten:

a) Der Mann übernimmt diese Betreuung.

Die Bibel gibt hier einen klaren Hinweis: „Dass die alten Frauen ... Lehrerinnen des Guten [seien]; damit sie die jungen Frauen unterweisen, ... ihre Kinder zu lieben, ... mit häuslichen Arbeiten beschäftigt, gütig, den eigenen Männern unterwürfig zu sein, damit das Wort Gottes nicht verlästert werde“ (Titus 2,3-5). Der Schwerpunkt der Tätigkeit einer Mutter liegt also in der Betreuung der Kinder und in der häuslichen Arbeit. Unter diesem letzten Begriff dürfen wir sicher nicht nur das Kochen und Putzen verstehen3. Außerdem muss selbstverständlich auch der Vater seine Erziehungsaufgaben wahrnehmen und sollte seine Frau in ihrem Bereich unterstützen (Epheser 6,4: „ihr Väter“). Aber wenn eine Mutter ihre ureigensten Aufgaben ihrem Mann überlässt und um jeden Preis berufstätig sein will, würde dies zur Unehre des Herrn sein. Und den Männern wird in den Thessalonicherbriefen gesagt, dass sie arbeiten sollen. Es würde also zur Verlästerung des Wortes Gottes führen, wenn die Mütter im Beruf arbeiten, die Männer aber zu Hause die Kinder hüten.

b) Die Mutter überlässt die Betreuung ihrer Kinder einer Betreuungsstelle.

Hier trifft der oben zitierte Vers ebenso zu. Und zudem dürfte schon ein nüchternes Überlegen auch diese Möglichkeit „ad acta“ legen: Schenkt Gott einem Ehepaar Kinder, damit diese gar nicht von ihren Eltern aufgezogen werden? Schon das Beispiel von Mose zeigt, wie wichtig gerade die ersten Erziehungsjahre eines Kindes sind. Mose zehrte sein ganzes Leben von der Gottesfurcht seiner Eltern!

c) Das Ehepaar verzichtet ganz auf Kinder.4

Es ist zweifellos richtig, dass ein Ehepaar Verantwortung für sein Verhalten trägt. Es muss sich vor dem Herrn auch über die Fragen des Auslebens der Sexualität klar werden. Die Bibel gibt uns jedoch an keiner Stelle einen Hinweis, dass es Gründe geben könnte, ganz auf Kinder zu verzichten, nicht einmal für das Werk des Herrn5, geschweige denn für andere Ziele. Einen anderen Hinweis finden wir aber im Neuen Testament: „Dies aber wisse, dass in den letzten Tagen schwere Zeiten eintreten werden; denn die Menschen werden selbstsüchtig sein, geldliebend, ... ohne natürliche Liebe, ... das Vergnügen mehr liebend als Gott“ (2. Timotheus 3,1-5). Ob es hier nicht ein paar Gründe gibt, die der wahre Hintergrund für manche Entscheidung in unserem Leben sind?

Die häuslichen Aufgaben einer Mutter haben vor dem Herrn einen hohen Stellenwert.

Es ist also deutlich, dass Familie und Beruf für Mütter, die sich nach der Bibel richten wollen, kaum vereinbar sind.6 Nun mag manche Frau enttäuscht sagen: Warum mache ich dann eine Ausbildung und vielleicht ein Studium, wenn ich später doch „nur zu Hause“ sein darf? Als Antwort reicht es heute leider nicht mehr, auf herausragende Beispiele von Müttern in der Bibel hinzuweisen. Aber darf man nicht die einzigartigen Möglichkeiten für Frauen herausstellen, ihre Kinder für den Herrn Jesus zu erziehen und zum ewigen Leben „zu führen“ – Auswirkungen, die bis in die Ewigkeit reichen und die die wenigsten Männer erleben werden?

Emanzipation im geistlichen Bereich: Wirklich ein Fremdwort?

Bevor ich abschließend einige Beispiele von „erfolgreichen“ Frauen der Bibel aufgreife, möchte ich noch auf das Emanzipationsproblem im geistlichen Bereich eingehen. Zwar werden die Karrierefrauen unserer Gesellschaft darauf hinweisen, dass die Emanzipationswelle längst Vergangenheit ist.7 Aber das Nachvollziehen gesellschaftlicher Entwicklungen im geistlichen Bereich geschieht ohnehin erst einige Zeit später. Warum ist es auch unter Christen zu Emanzipationsbestrebungen (im geistlichen Bereich) gekommen? Drei Gründe möchte ich nennen:

a) Da wir inmitten der Gesellschaft um uns her leben, gehen die Veränderungen nicht spurlos an uns vorüber. Wir lassen uns – leider – von so manchen Strömungen anstecken, anstatt sie im Licht der Bibel zu beurteilen und, falls sie dem Wort Gottes entgegenstehen, abzuweisen. Hier fehlt uns häufig die entsprechende Wachsamkeit.

b) Es gab über einen längeren Zeitraum zuweilen die (vielleicht unterschwellige) Auffassung, dass sich junge Frauen nicht so sehr mit dem Wort Gottes beschäftigen müssten. Sie sollen wohl zur Schule gehen und einen Beruf erlernen. Sie sollen auch die Zusammenkünfte der Gläubigen besuchen. Aber ein intensives Bibellesen ist nicht nötig, das sollen die jungen Brüder machen. Diese müssen ja schließlich in den Zusammenkünften den Mund aufmachen, weil Frauen dort schweigen sollen (1. Korinther 14, 34).

Hier wurde leider zuweilen übersehen, dass auch junge Frauen und Schwestern ein eigenes geistliches Leben nötig haben – übrigens auch in der Ehe! Und das geistliche Leben wird nur dann gefördert, wenn man die Gedanken Gottes kennt, wie sie in der Bibel zum Ausdruck kommen. Das haben manche Schwestern später empfunden – und haben das Pendel dann in das andere Extrem ausschlagen lassen. Sie gaben sich nicht mehr mit dem Platz der Unterordnung unter den Mann zufrieden – jetzt hatten sie selbst etwas gelernt und wollten das auch weitergeben – sondern verließen die ihnen von Gott zugedachte Rolle – z.B. in ihrer Ehe, in der Familie oder in den Zusammenkünften.

c) Wir Männer haben versagt. Eine aus meiner Sicht nicht zu übersehende Problematik ist, dass manche junge und ältere Frauen weder zu Hause noch in den Erbauungsstunden die Unterweisung, Auferbauung und Hilfe bekommen (haben), die Gott ihnen eigentlich zugedacht hat. Dann haben sie selbst angefangen „zu arbeiten“, und wie schon oben deutlich gemacht, dabei ihren Platz der Unterordnung leider verlassen.

Gott hat in seinem Wort zudem ausdrücklich aufschreiben lassen, dass sie ihre eigenen Männer zu Hause fragen sollen (1. Korinther 14,35). Nicht selten mussten sie feststellen: Unsere Männer wissen genauso wenig Bescheid wie wir. Müssen wir Männer das nicht beschämt zugeben?

Diesen dritten Punkt schreibe ich nicht anklagend, sondern mit dem Ziel, dass junge Männer, die dieses Heft lesen, für sich die entsprechenden Konsequenzen ziehen und sich schon in ihrer Jugendzeit intensiv mit dem Wort Gottes beschäftigen. Nur dann werden wir in der Lage sein, unseren Frauen die rechte geistliche Nahrung zu geben und den Geschwistern in den Zusammenkünften auferbauend zu dienen.

Vorbildhafte Frauen in der Bibel

Abschließend möchte ich noch einige Frauen aus der Bibel vorstellen, die nachahmenswerte Vorbilder sind. Das sind Schwestern, wie wir sie heute brauchen! Sie sollen nicht zur Entmutigung dienen – „das schaffe ich sowieso nicht“ – sondern zum Ansporn.

  • Maria von Bethanien

Es gibt in der ganzen Bibel vielleicht keine Person, die ein solches „Einfühlungsvermögen“ für den Herrn Jesus hatte – wenn ich das mit aller Ehrfurcht schreiben darf. Maria hat dem Herrn gedient (Lukas 10,39: Sie setzte sich auch zu den Füßen des Herrn hin; offenbar diente sie zuvor). Sie hat dem Herrn mit offenen Ohren (auch des Herzens) zugehört (Lukas 10, 39). Sie hatte Gemeinschaft mit dem Herrn Jesus (Johannes 12,1-8). Sie hat dem Herrn Jesus ihr Herz ausgeschüttet und sich nicht geschämt, vor Ihm zu weinen (Johannes 11,31-32). Und sie hat als Einzige verstanden, dass der Herr Jesus in den Tod gehen würde (Johannes 12,1-8). Daher hat sie nicht nur ihr Vermögen, sondern auch ihr Inneres vor Ihm niedergeworfen, um Ihn zu verehren: ihre ganze Liebe.

Diese Frau hatte – aus Sicht der Menschen – keine großen Auftritte. Aber bei der einzigen Gelegenheit, die es für sie gab, tat sie das entscheidend Richtige für den Herrn. Das macht sie zu einer „Heldin“. Zwar zentriert sich das Evangelium allein auf den Herrn Jesus. Aber wo immer davon gepredigt wird, wirddieseTaterwähntwerden(Markus14,9). Das wird von keinem Mann gesagt. Kann es eine größere Belohnung geben als diese Wertschätzung des Herrn selbst?

  • Maria Magdalene

Diese Frau hatte vielleicht nicht dieselbe Einsicht wie Maria von Bethanien. Vielleicht war sie auch nicht so intelligent – wir wissen es nicht. Aber der Herr Jesus hatte sie von Dämonen befreit. Und das hat bei dieser Frau eine Liebe zu Ihm bewirkt, die dazu führte, dass sie nicht mehr ohne ihren Herrn leben konnte. Als Jesus gestorben war, konnte sie nicht zu Hause bleiben, sondern lief als Erste am Tag des Herrn frühmorgens zum Grab. Ihre Liebe trieb sie dorthin. Und was ist die Antwort des Herrn? Sie war die Erste, die den auferstandenen Heiland sehen durfte (Johannes 20,16). Kein Jünger, keine andere Person durfte den liebenden Blick des auferstandenen Retters vor ihr erleben. Kann es eine größere Belohnung geben als diese Wertschätzung des Herrn selbst?

  • Phöbe

Diese Schwester wird vom Apostel Paulus in zwei Versen erwähnt: „Ich empfehle euch aber Phöbe, unsere Schwester, die auch eine Dienerin der Versammlung in Kenchreä ist, damit ihr sie in dem Herrn, der Heiligen würdig, aufnehmt und ihr beisteht, in welcher Sache irgend sie euch nötig hat; denn auch sie ist vielen ein Beistand gewesen, auch mir selbst“ (Römer 16,1- 2). Phöbe ist eine Frau, die wahrscheinlich den wenigsten „aufgefallen“ ist. Aber wenn sie krank oder verreist war (wir stellen uns das einfach einmal vor), wurde sie vermisst. Denn sie hat viel gearbeitet. Ihre Arbeit stach vielleicht nicht ins Auge. Aber sie erreichte die Herzen.

Phöbe trat nicht öffentlich auf. Sie war auch keine Rednerin. Aber sie war eine Dienerin. Und das war für Paulus und erst recht für den Herrn Jesus so wertvoll, dass Er den Brief an die Römer benutzt, um Phöbe in das ewige Wort Gottes aufzunehmen und ihr dort dieses herrliche Zeugnis auszustellen. Kann es eine größere Belohnung geben als diese Wertschätzung vom Herrn?

  • Priszilla

Diese Schwester wird sowohl in der Apostelgeschichte als auch in mehreren Briefen positiv erwähnt. Eine Besonderheit ist: Sie wird immer „nur“ in Verbindung mit ihrem Ehegatten, Aquila, genannt. Sowohl im Berufsleben (als Zeltmacher) als auch im geistlichen Bereich zogen sie beide „an einem Strick“.

Priszilla hat in Korinth die Bereitschaft gehabt, den Apostel Paulus in ihr und ihres Mannes Haus aufzunehmen (Apostelgeschichte 18,2). Sicher hat sie von ihm viel gelernt. Später war sie in der Lage, zusammen mit ihrem Mann das Verständnis des begabten Dieners Apollos zu erweitern (Apg 18,26: Erstaunlicherweise wird ihr Name vor dem ihres Mannes genannt). Schließlich lesen wir in mehreren Briefen, dass in ihrem Haus die Versammlung zusammenkam. Sie war mit ihrem Mann sogar bereit gewesen, „ihren eigenen Hals preiszugeben“ für Paulus (Römer 16,4)8.

Priszilla stellte sich nicht in den Mittelpunkt. Aber sie arbeitete mit den Mitteln, die ihr der Herr geschenkt hatte. Und das tat sie mit einer solchen Treue, dass Paulus eine besondere Herzensbeziehung zu ihr und zu ihrem Mann hatte. Und sie und ihr Mann blieben dem Apostel bis an sein Lebensende treu, was wir seinen Grüßen im letzten Brief entnehmen dürfen (2. Timotheus 4,19). Kann es eine größere Belohnung geben als diese Wertschätzung vom Herrn?

Das sind nur vier Beispiele geistlicher Frauen. Man könnte noch manche geistliche „Powerfrauen“ nennen, auch aus dem Alten Testament. Denken wir nur an Debora (Richter 4-5), die dem Führer des Volkes – Barak – geistlich überlegen war und dennoch bescheiden und demütig blieb. Das alles sind Frauen, die nicht nur jungen (und älteren) Schwestern, sondern auch jungen (und älteren) Brüdern manchen Anschauungsunterricht geben.

 

1 Unter harten Fächern versteht man die naturwissenschaftlichen und mathematischen Fächer. In manchen Diskussionsforen zur Frauenförderung wird allerdings schon die Bezeichnungsunterscheidung „hart“ zu „weich“ kritisiert, weil sie die eher typisch „weiblichen“ Fächer herabsetze.

2 Aber es gibt sicherlich auch andere Möglichkeiten für eine junge Frau.

3 Man könnte einmal der Frage nachgehen, ob der wirtschaftliche Fortschritt durch Arbeitsteilung auch in den Ehen und Familien zum Segen war bzw. ist. Wie selten sieht oft ein Familienvater Frau und Kinder?

4 Es geht hier nicht um den Fall, dass einem Ehepaar aus gesundheitlichen oder medizinischen Gründen der Kinderwunsch oder weitere Kinder versagt bleibt bzw. bleiben. Hier ist durch unbedachte Bemerkungen schon manche Verletzung entstanden. Deshalb sollten wir in unserem Urteil und erst recht in unseren Worten sehr vorsichtig sein.

5 1. Korinther 7 macht deutlich, dass ein Unverheirateter für die Sache des Herrn besorgt ist. Aber von Ehen, in denen man bewusst auf Kinder verzichtet, wird nicht gesprochen.

6 Ich spreche hier nicht von Sonderfällen, die immer auftreten können. Es geht im Übrigen auch nicht darum, dass nicht in Sonderfällen z.B. behinderte Kinder zur Entlastung der wirklich geplagten Mütter in entsprechenden Einrichtungen betreut werden können.

7 Heute spricht man nicht mehr nur von der Gerechtigkeit (für gleiche Chancen von Frauen) und der Emanzipation, sondern von der Notwendigkeit der weiblichen Gleichstellung, weil Unternehmen und Gesellschaften sonst im Wettbewerb untergehen würden. Modern nennt man das: Diversity.

8 Vielleicht hatten sie keine Kinder und haben die „freien“ Energien so für den Herrn und sein Werk eingesetzt.