Bibel praktisch

Wie bekomme ich meine Gedanken in den Griff

Unsere Gedanken sind einerseits wie ein wildes Pferd. Sie galoppieren von einem Ort zum anderen und wir können sie fast nicht zügeln. Andererseits sind sie wie ein Insekt. Sie schwirren permanent im Kopf herum und begleiten uns ständig. Manchmal erschrecken wir über unsere Gedanken, wie böse, unrein und schlecht sie sind.

Wir verstehen, dass böse Gedanken vor Gott Sünde sind. Wir dürfen diese, für andere verborgenen Sünden vor Gott bekennen, und dann vergibt Er sie. Als aufrichtige Christen wünschen wir, Gott in allem zu gefallen. Deshalb wollen wir der Frage nachgehen, wie wir unsere Gedanken in die richtige Richtung lenken können.

In einem ersten Teil untersuchen wir, was Gottes Wort allgemein zu den menschlichen Gedanken sagt. Zweitens geben wir anhand des Wortes Gottes einige Hinweise, wie wir unsere Gedanken auf gute Bahnen richten können.

Gott sieht unsere Gedanken

Zum Glück kennt mein Gegenüber nicht meine Gedanken. So ähnlich mögen wir manchmal denken. Tatsächlich kann niemand die Gedanken von anderen Menschen lesen (1. Kor 2,11). Aber Gott ist allwissend. Er sieht und weiß immer alles.

  • Gott kennt und erkennt jeden Gedanken (Mt 12,25; Ps 139,23). In 1. Chronika 28,9 steht: „Denn der Herr erforscht alle Herzen, und alles Gebilde der Gedanken kennt er.“ Unsere Gedanken sind also nicht frei. Einer weiß immer, was wir gerade denken. Aber das muss uns keine Angst machen.
  • Gott versteht auch unsere Gedanken (Ps 139,2). Ist das nicht tröstlich? Gott sieht, wie es uns gerade geht. Er weiß um unsere tiefsten Gedanken und innigsten Gefühle. Er versteht uns immer, wie keiner sonst

Gottes Urteil über die menschlichen Gedanken

Gottes Wort erklärt uns, woher die Gedanken kommen und wie Gott sie beurteilt:

  • Sie steigen aus dem Herzen auf.
    „Was seid ihr bestürzt, und warum steigen Gedanken auf in eurem Herzen?“ (Lk 24,38).
  • Sie sind böse.
    In 1. Mose 6,5 sagt Gott über den Menschen: „Alles Gebilde der Gedanken seines Herzens (ist) nur böse den ganzen Tag.“
  • Sie sind eitel, d.h. nichtig, oder wie ein Hauch.
    „Der Herr kennt die Gedanken des Menschen, dass sie Eitelkeit sind“ (Ps 94,11).

Das Herz des natürlichen Menschen ist sündig und böse. Auch als Gläubige haben wir die Sünde noch in uns. Deshalb müssen wir uns eigentlich nicht wundern, wenn böse, unreine und schlechte Gedanken in uns aufsteigen. Dennoch ist es auch wahr, dass nicht alles, was wir denken, sündig ist. Manchmal sind unsere Gedanken einfach nur nutzlos. Wir denken an Dinge, die nichts nützen und uns nicht weiterbringen.

Verschiedene Bereiche unserer Gedanken

Unsere Gedanken können im Bruchteil einer Sekunde von einem Gegenstand zum nächsten hüpfen. Obwohl die Gedanken so stark vernetzt sind, unterscheidet das Wort Gottes doch verschiedene Bereiche der Gedanken.

  • In Bezug auf mich persönlich.
    „Bei der Menge meiner Gedanken in meinem Innern“ (Ps 94,19). Müssen wir nicht zugeben, wie häufig wir mit uns selbst beschäftigt sind? Wir denken an unsere Stärken und Schwächen, wie gut wir bei anderen ankommen, wie wir aussehen oder an unsere Vorteile. Und von Zeit zu Zeit versinken wir in Selbstmitleid und sind nicht zufrieden mit unserer Situation usw.
  • In Bezug auf andere Menschen (Mk 7,21-23).
    Wir denken häufig an Menschen, mit denen wir zu tun haben oder von denen wir gehört haben. Einerseits besteht die Gefahr, dass wir negativ über die Mitmenschen denken und uns innerlich über sie aufregen. Andererseits können wir auch eine Person in Gedanken so sehr bewundern, dass wir ständig an sie denken müssen und nur noch Positives an ihr sehen.
  • In Bezug auf die Umstände.
    Es gibt Umstände, die uns bestürzen (Lk 24,38) oder ängstlich (Dan 5,6) stimmen. Gelegentlich sind wir besorgt, in Bezug auf die Schule oder Arbeit. Oder wir beschäftigen uns mit der Zukunft, wie z.B. einem neuen Studiengang, der Heirat oder dem Auszug aus dem Elternhaus usw. Diese Gedanken können uns beängstigen und belasten oder auch faszinieren.
  • In Bezug auf die Person und das Werk des Herrn Jesus und auf das Zusammenkommen (Mt 16,13-16; 18,20).
    Wir Menschen haben auch die Fähigkeit, über geistliche Dinge nachzudenken. Was aber die Person und das Werk des Herrn Jesus betrifft, müssen unsere Gedanken in Übereinstimmung mit Gottes Wort sein. Auch das Zusammenkommen der Gläubigen überlässt Gott nicht der freien Fantasie der Menschen. Bei geistlichen Dingen haben wir uns an Gottes Gedanken auszurichten.

Unser Verhalten hängt von den Gedanken ab

Wer behauptet, es sei egal, was wir denken, täuscht sich. Denn letztlich tun wir das, was wir denken. Diese Tatsache zeigt Gottes Wort deutlich.

  • Was wir denken, spiegelt sich in unserem Lebenswandel wieder. „Ein widerspenstiges Volk, das nach seinen eigenen Gedanken auf dem Weg geht, der nicht gut ist“ (Jes 65,2). Wenn jemand Freunde und Freude in der Welt hat, ist das bestimmt eine Konsequenz daraus, dass er sich mit weltlichen Dingen beschäftigt hat.
  • Die Gedanken werden in den Taten sichtbar. „Unseren Gedanken wollen wir nachgehen und jeder nach dem Starrsinn seines bösen Herzens tun“ (Jer 18,12). Wenn jemand ständig mit etwas (z.B. Internet, Ferien, Kleider usw.) beschäftigt ist, wird es früher oder später in seinen Taten erkennbar.

Zusammenfassend halten wir fest, dass unsere Gedanken aus dem Herzen hervorkommen und dass Gott sie alle kennt. Sie sind von Natur aus böse und beeinflussen unser Verhalten. Deshalb sagt Gottes Wort in Spr 4,23: „Behüte dein Herz mehr als alles, was zu bewahren ist; denn von ihm sind die Ausgänge des Lebens.“ Wie wir unser Herz behüten, bzw. unsere Gedanken in den Griff bekommen, untersuchen wir nun im zweiten Teil.

Einige Hinweise, wie ich meine Gedanken sinnvoll lenke

Seit unserer Bekehrung haben wir ein neues Leben. Dieses kann nicht sündigen. Im Gegenteil, es bewirkt nur gute Gedanken und möchte dem Herrn Jesus gefallen. Aber wir haben auch noch die Sünde in uns, die böse Gedanken hervorbringt. Wir werden nie völlig frei sein von schlechten Gedanken, solange wir auf der Erde leben. Daher stellt sich die Frage, wie wir diese Gedanken zügeln können. Obwohl es kein Patentrezept gibt, finden wir doch in Gottes Wort einige Hilfsmittel und Hinweise, die uns dabei helfen, wenn wir dem Guten nachjagen wollen.

  • Dem Herrn Jesus den ersten Platz geben – auch in den Gedanken.
    Das Allerbeste, was wir tun können, ist sich mit der Person des Herrn Jesus zu beschäftigen und mit Ihm Gemeinschaft zu haben. Je größer und wichtiger Er in unserem Leben ist, je mehr wir von Ihm erkennen und verstehen, desto weniger beschäftigen wir uns mit anderen Dingen. In Matthäus 6,33 werden wir aufgefordert, zuerst nach dem Reich Gottes zu trachten. Wenn wir danach streben, werden auch unsere Gedanken den richtigen Platz bekommen. Es ist ein Verdrängungskampf. Durch die Beschäftigung mit dem Guten werden wir das Böse überwinden.
  • Das Wort Gottes lesen.
    Das Wort Gottes ist „ein Beurteiler der Gedanken und Überlegungen des Herzens“ (Heb 4,12). Durch das Lesen des Wortes Gottes erkennen wir einerseits, was gute und schlechte Gedanken sind, und andererseits bekommt unser neues Leben geistliche Nahrung. Wir denken an das, womit wir uns beschäftigen. Daher lasst uns möglichst viel mit geistlichen Dingen beschäftigt sein. Folglich denken wir mehr an Gutes, und die schlechten Gedanken werden mehr und mehr verdrängt.
  • Beten.
    „Befiehl dem Herrn deine Werke, und deine Gedanken werden zustande kommen“ (Spr 16,3). Wir können Gott konkret um Hilfe bitten, damit wir mehr Interesse bekommen an göttlichen Dingen und Er uns vor Bösem bewahrt. Zudem werden wir aufgefordert, für unsere Aufgaben (Werke) wie z.B. Evangeliumsverbreitung zu beten. So sind die Gedanken automatisch mit Positivem beschäftigt.
  • Aufrichtigkeit vor Gott, wenn wir beten.
    Es besteht die Gefahr, dass wir zwar formell um Hilfe und Bewahrung bitten, aber im Herzen doch nicht wirklich wollen. Gott sieht, ob wir es ernst meinen. Wenn nicht, wird die geistliche Kraft ausbleiben, um zu widerstehen. Aber wie ermunternd: Gott rettet die von Herzen Aufrichtigen (Ps 7,11).
  • Bewusst die Gedanken kontrollieren.
    In 2. Korinther 10,5 steht: „ Jeden Gedanken gefangen nehmen unter den Gehorsam des Christus“. Wir sollten den Gedanken nicht freien Lauf lassen, sondern sie in Verbindung bringen mit dem Herrn Jesus. Er ist unser Vorbild in allem. Unser Heiland hatte nie auch nur einen einzigen bösen Gedanken. Seine Überlegungen waren immer in Übereinstimmung mit seinem Gott und Vater. Er konnte sagen: „Ich und der Vater sind eins“ (Joh 10,30). Deshalb lasst uns immer wieder fragen: Wie denkt mein Herr und Heiland über diese oder jene Sache?
  • Gewollt positiv denken, das Gute suchen und eine lobende Haltung haben.
    Wann immer wir über eine Sache oder Person nachdenken, gibt es zwei Möglichkeiten, wie wir das tun können. Entweder wir heben das Positive hervor, oder das Negative. In Philipper 4,8 werden wir aufgefordert, das Positive zu suchen. Statt Klatsch und Tratsch über die Glaubensgeschwister zu verbreiten, nehmen wir uns einmal vor, das Positive beim anderen zu sehen. Es hilft, füreinander zu beten. Dann vergeht die negative Haltung in den Gedanken.
  • Schlechte Gedanken verurteilen und bekennen.
    Wenn ein böser Gedanke in uns aufsteigt, können wir noch nichts dafür. Wenn wir diesem Gedanken jedoch nachgehen und ihn „weiterdenken“, ist es Sünde. Deshalb leitet uns Gottes Wort dahin, schlechte Gedanken sofort zu verurteilen, ja sogar zu töten (Kol 3,5). Je schneller wir diese Gedanken als etwas Böses erkennen, umso konsequenter können wir sie verurteilen. Ein Beispiel: Wir haben als Kinder gelernt, dass Gift tödlich ist. Sobald wir nun ein Etikett mit dem Totenkopf auf einer Flasche sehen, wollen wir damit nichts zu tun haben. Genau so sollten wir die bösen Gedanken erkennen, „etikettieren“ und verurteilen. Wenn wir trotzdem gesündigt haben, müssen wir die Sünde bekennen (1. Joh 1,9).
  • Glauben, dass der Sohn Gottes von allem frei machen kann (Joh 8,36).
    Vielleicht sind wir in Gedanken schon in gewisse Abhängigkeiten geraten. Wir „müssen“ ständig an eine Sache denken. Wir drehen uns gedanklich im Kreis und kommen nicht mehr davon los. In diesem Fall dürfen wir auf die Knie gehen und den Herrn Jesus intensiv um Befreiung beten. Nur Er kann wirklich frei machen – auch von bösen Gedanken. Das bedeutet nicht, dass wir nie mehr daran denken werden. Aber statt dass die Gedanken uns im Griff haben, können wir sie, mit seiner Hilfe, in den Griff bekommen. Wollen wir nicht im Glauben diese Gnade für uns in Anspruch nehmen?
  • Der Friede Gottes bewahrt unsere Gedanken (Phil 4,6.7).
    Der große Gott im Himmel steht über allem. Er ist immer in Frieden, ganz egal, was auf dieser Erde geschieht. Und weil Er über den Umständen steht und alles im Griff hat, dürfen wir Ihm vertrauensvoll im Gebet alle unsere Anliegen vorstellen. Alles was wir denken. Unsere Ängste, Sorgen und Nöte usw. Danach werden wir erfahren, wie der Friede Gottes unsere Herzen und Gedanken bewahrt und wir Ihm alles getrost überlassen dürfen.
  • Mit einem Freund die Gedanken teilen, die einen ständig beschäftigen (Pred 4,9.10).
    Gelegentlich kommt der Gedanke auf, man sei der Einzige, der dieses oder jenes denkt. Dann ist es heilsam, sich mit einem Freund (gleichen Geschlechts) darüber auszutauschen. Mit einem Mal fühlt man sich nicht mehr so allein, und man kann auch füreinander beten.

Nur mit Hilfe des Herrn und durch das Beschäftigen mit geistlichen und positiven Dingen, können wir unsere Gedanken auf gute Ziele lenken. Wir sollten wie David den Wunsch haben: „Lass die Reden meines Mundes und das Sinnen meines Herzens (Gedanken) wohlgefällig vor dir sein, Herr, mein Fels und mein Erlöser“ (Ps 19,15)!




Elberfelder Übersetzung

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