Post von Euch

Schweigen der Frau

Hallo, da ich schon länger über die Stelle in 1. Timotheus 2 Vers 12 nachdenke, habe ich bezüglich Ihres Artikels „Post von Euch - das Schweigen der Frau“ noch ein paar Fragen.…

Zusammengefasst:
Ist es biblisch, wenn eine Frau egal welchen Alters andere Frauen lehrt?
Was genau heißt: „lehren“, „auslegen“, „weissagen“?
Darf ich als Frau in Gegenwart von Männern weissagen?
Zum Weissagen habe ich die Stelle in 1. Korinther 14 Vers 3 gefunden und nun stellt sich mir die Frage, wie man das mit dem „Bedeckungsgebot“ aus 1. Kor. 11 umsetzt.
Dass ich beim Beten meinen Kopf bedecke, ist klar und einfach umsetzbar. Nun steht ja auch da, dass ich beim Weissagen meinen Kopf bedecken sollte. Dazu hätte ich folgende Fragen:
Zählt auslegen und lehren unter weissagen? Und wann genau weissage ich eigentlich (bewusst), da ich von mir nie behaupten würde: „ich werde jetzt weissagen, deshalb bedecke ich mich.“ Meist geschieht dies doch im privaten Gespräch oder Bibelkreis/Hauskreis und da bedeckt man sich doch eigentlich eher nicht, da Gott doch auch nicht möchte, dass wir uns immer bedecken, denn „das Haar ist ihr anstatt eines Schleiers gegeben“. Bin ein wenig unsicher, wie es am besten ist, da das Kopftuchtragen bei solch privateren Gelegenheiten doch vielleicht entweder einen (manchmal steifen) Gottesdienstcharakter bekommt oder einfach befremdend und störend wirkt („die möchte also jetzt weissagen“) und für Außenstehende auch manchmal abgehoben und sektiererisch wirkt.

Auf eine Antwort von Ihnen würde ich mich freuen!
A.

Liebe Schwester A.,

herzlichen Dank für Ihre Fragen zu meiner Beantwortung des Leserbriefs zum „Schweigen der Frau“. Ihre Fragen stoßen in Bereiche, die praxisrelevant sind, aber leider doch unterschiedlich ausgelegt werden. Ich möchte versuchen, sie so zu beantworten, wie ich die Bibel verstehe. Da Sie sehr differenzierend gefragt haben (was ich gut und wichtig finde), versuche ich, die vielen verschiedenen Aspekte und Praxisbezüge dieses Themas in meiner Antwort zu berücksichtigen. Zugleich wünsche ich Ihnen, dass Sie im Gebet und anhand des Wortes Gottes von dem Herrn klare Wegweisung für sich selbst bekommen.

I. Die Begriffe was ist lehren, was ist auslegen, was ist weissagen?

Hintergrund dieser Frage ist, dass die Bibel den Frauen das „Lehren“ verbietet (1. Tim 2,12), das „Weissagen“ aber erlaubt (vgl. 1. Kor 11,5; Apg 21,9), wenn es nicht in den Zusammenkünften der Gläubigen geschieht (1. Kor 14,34). Über das „Auslegen“ gibt es in dieser Hinsicht keine eigenständige Aussage der Schrift. „Auslegen“ steht meist im Kontext des Sprachenredens (1. Kor 14) und ist dann eher als Ergänzung einer Übersetzertätigkeit anzusehen. Es hat in diesem Sinne heute keine praktische Bedeutung mehr. „Auslegen“ im heute gebrauchten Sinne würde sich danach beurteilen, ob es im konkreten Fall ein „Lehren“ darstellt (dann nicht zugelassen) oder nicht.

Jemand hat die grobe, aber doch nützliche Unterscheidung gemacht:

  • Weissagung ist das Reden im Auftrag Gottes, das auf einer „Offenbarung“ beruht und in eine „Botschaft“ mündet; heutzutage muss sich – anders als bei den Propheten in biblischen Zeiten – die Botschaft auf das geschriebene Wort Gottes stützen.
  • Lehre ist die Unterweisung von Gläubigen, die auf dem (vom Geist geleiteten) Studium der Schrift beruht und in einen Lehrdienst mündet; diese Lehre ist allerdings im Sinne einer „Erklärung“ der Wahrheit zu unterscheiden von der bloßen „Darstellung“ der Wahrheit (die keine Lehre, aber auch keine Weissagung ist, s.u. II. 1.).

Schauen wir uns die beiden Begriffe noch etwas genauer an:

1. Lehren

Das mit „Lehren“ übersetzte griechische Wort (sinnverwandt „Lehre“, „Lehrer“) bedeutet Lehren, Unterweisen oder Belehren. Die Lehre hat eine fundamentale Rolle in der Versammlung, die der Pfeiler und die Grundfeste der Wahrheit ist; das Lehren dient in diesem Zusammenhang der Weitergabe der Lehre, der von Gott offenbarten Wahrheit.

Wendet man sich der Bibel zu und schlägt in einer Begriffskonkordanz nach, findet man als „Lehren“ das bezeichnet, was der Herr gegenüber den Volksmengen und seinen Jüngern tat (s. nur Apg 1,1), womit er seine Jünger beauftragte (Mk 6,30; Mt 28,20) und was die Apostel in der Anfangszeit der Versammlung taten (Apg 2,42; 4,2; 5,21.25; 11,26; 15,35; 1. Kor 4,17; Kol 1,28). Im weiteren Verlauf hat Gott der Versammlung Gaben gegeben, zu denen auch die Lehrer zählen (Röm 12; Eph 4). Nicht jeder kann lehren, sondern die Bibel spricht von „Lehrfähigkeit“ und davon „tüchtig sein zu lehren“ (1. Tim 3,2; 2. Tim 2,2; Tit 1,9; vgl. Jak 3,1).

2. Weissagen

1. Korinter 14,6 unterscheidet (u.a., was mögliche Predigtarten betrifft) zwischen Offenbarung, Erkenntnis, Weissagung und Lehre. Weissagung (Prophezeiung) ist demnach von dem soeben behandelten „Lehren“ zu unterscheiden (1. Kor 14,6: „oder ... oder“), aber auch von der „Erkenntnis“, also der Weitergabe von etwas zuvor aus der Bibel Erkanntem, die sich primär an das geistliche Verständnis richtet. Weissagung ist vielmehr die Weitergabe einer Botschaft, d.h. von etwas, das der Prediger aus der Nähe des Herrn für sein(e) Gegenüber empfangen hat und mit dem er sich an Herz und Gewissen richtet. Mit der Weissagung wird, wenn man das Gesamtbild der Bibel in den Blick nimmt, etwas im Verborgenen Liegendes offenbart (im AT und teilw. im NT war dies die Zukunft, häufig aber auch der verborgene innere Zustand des Volkes Israel o.ä., im NT auch die Offenbarung der im AT noch verborgenen „Geheimnisse“ über Christus und die Versammlung).

Der heutige prophetische Dienst kann nicht die Zukunft und keine verborgene Wahrheit offenbaren, wohl aber – wie auch schon damals – dem einzelnen Adressaten Gottes Beurteilung seines inneren Zustands offenbaren, ihn von einer Sünde überführen, ihm den vor ihm liegenden Weg erleuchten o.ä.

Die Weissagung hat ihren Platz in den christlichen Zusammenkünften, aber auch im privaten Rahmen; sie findet statt gegenüber einer Versammlung von Gläubigen wie auch gegenüber Einzelnen. Der Zweck der Weissagung ist es, Gläubige zu erbauen, zu ermahnen und zu trösten (1. Kor 14,3) und dadurch die Versammlung zu erbauen (1. Kor 14,12). Sie hat darüber hinaus die Wirkung, Ungläubige zu überführen und zur Gotteserkenntnis zu führen (1. Kor 14,25). Ich persönlich glaube, dass es dem Weissagenden häufig bewusst ist, dass er eine Botschaft von Gott hat, um die genannte Zwecksetzung zu erfüllen; die Wirkungen seiner Botschaft sind ihm aber in der Regel unbekannt. Weissagung ist deshalb grundsätzlich nicht mit der Verkündigung des Evangeliums zu verwechseln. Zwar möchte man Ungläubige auch gern in Gottes Licht stellen und ihnen eine Botschaft bringen, die ihr Herz und Gewissen trifft; dies ist jedoch nicht Weissagung, denn diese erfolgt gegenüber Gläubigen und um die Versammlung zu erbauen.

II. (Wann und gegenüber wem) darf die Frau lehren und weissagen?

1. Lehren

So unterschiedlich 1. Timotheus 2,12 auch ausgelegt wird, scheint mir doch deutlich zu sein, dass es hier zwei Verbote (plus ein ergänzendes Gebot) mit jeweils einer Begründung gibt:

  • Die Frau darf nicht lehren – Begründung: Sündenfall: die Frau (Eva), nicht der Mann (Adam) wurde betrogen 1 – hier geht es um die Tätigkeit – die gute Alternative ist „still sein“ und „lernen“
  • Die Frau darf nicht über den Mann herrschen – Begründung: Schöpfungsordnung: Adam wurde zuerst gebildet, danach Eva – hier geht es um die Haltung – die gute Alternative ist „sich unterzuordnen“

Demnach stehen das Lehr- und das Männer-beherrsch-Verbot zwar miteinander in Zusammenhang, aber sie stehen doch nebeneinander und ergänzen einander. Den Frauen ist das Lehren nicht nur dann untersagt, wenn sie konkret über Männer herrschen, also insbesondere in der konkreten Situation Männer belehren, sondern das Lehren ist ihnen stets untersagt.

Das wirft noch einmal die Frage auf, was denn nun „Lehren“ in diesem Sinne ist. Da keine Schrift von eigener, isolierter Auslegung ist, muss man sich dem Gesamtkontext der Schrift zuwenden. Ergänzend zu dem oben Gesagten scheint mir aus dem Wortgebrauch in der Bibel Folgendes für das Lehren kennzeichnend zu sein:

  • Es findet in Gottes Auftrag statt (vgl. 1. Kor 12,4 ff.; 12,11; 1. Pet 4,11).
  • Es geht inhaltlich um das Glaubensgut (s. 1. Kor 2,13; Kol 2,7). (Lehren in der Schule o.ä. ist hier also nicht erfasst.)
  • Es findet typischerweise öffentlich statt (z.B. Mk 4,1 – am See; 6,2 – in der Synagoge; 12,35 u. 14,49 – im Tempel; Lk 13,22 – in den Städten; 13,26 – auf den Straßen; Joh 18,20 – ich habe öffentlich zu der Welt geredet; wir finden allerdings in der Bibel auch, dass z.B. Paulus in den Privathäusern gelehrt hat (Apg 20,20; 28,30) und – losgelöst vom Lehren – dass man sich in Privathäusern über die Schrift unterredete oder Hirtendienste ausübte; typisch für das „Lehren“ im Sprachgebrauch der Bibel ist aber die Öffentlichkeit). (Dies im Unterschied zum privaten Bereich, in dem Frauen z.B. im Rahmen der Erziehung die Mitverantwortung haben, ihren Kindern Schriftkenntnis zu verschaffen, und durchaus auch Autorität ausüben, vgl. 2. Tim 1,5 im Vergleich mit 3,15; oder in dem sie gemeinsam mit ihrem Ehemann anderen die Bibel auslegen, s. Apg 18,26.)
  • Es findet in einer Rollensituation von „Lehrern“ und „Schülern“ statt, hat also mit Autoritätsausübung zu tun (Mt 7,29; 10,24; Lk 2,46; Joh 13,13; 1. Tim 4,11; 6,2). (Dies im Unterschied zu einem privaten, geistlichen Gespräch unter insofern „gleichgestellten“ Freunden/Familien, bei dem dann 1. Tim 2,11 (lernen in Stille und Unterordnung) sowie 1. Kor 14,35 (die eigenen Männer fragen) zu beachten sind. Ebenfalls ist dies zu unterscheiden von einem persönlichen „Zeugnisgeben“ nach 1. Petrus 3,15, bei dem nicht die Belehrung, sondern das Sich-Verantworten im Vordergrund steht. Überhaupt berichtet die Schrift von der Mitarbeit von Schwestern im Evangelium, ohne dies näher zu beschreiben (vgl. Phil 4,3; das öffentliche Predigtlehren war damit nicht gemeint.)
  • Es ist nicht auf die bloße Weitergabe von Fakten beschränkt, sondern ist in dem Sinne „Lehren“, dass der Lehrer eine (Lehr-)Methode anwendet (Systematik, Argumentation, „roter Faden“ ...) (s.o. 1. Tim 3,2; 2. Tim 2,2; Tit 1,9; interessant ist es, die praktischen Beispiele in der Bibel nachzulesen, in denen ausdrücklich Lehrpredigten wiedergegeben werden („er lehrte sie: …“), z.B. in Mt 5,2 ff.; Mk 4,2; 12,35 ff.; Joh 6,59; 8,20; Apg 4,2; 18,24 ff.; vgl. auch die Beschreibung des Lehrens des Paulus in Apg 20,17 ff.). Dies im Unterschied zum bloßen Weitergeben/Singen usw. von „biblisch richtigen Aussagen“ (vgl. Kol 3,16 – euch gegenseitig lehrt mit Liedern), das jedes geschwisterliche Miteinander kennzeichnen sollte, aber auch zum Erzählen und Erklären von Bibeltexten etwa in der Sonntagschule usw. Dies auch im Unterschied zu der Rolle der Frau als „Lehrerin des Guten“ nach Titus 2,3; hier geht es nicht um systematische Bibellehre, sondern um – freilich schriftbasierte und keineswegs auf geistlich niedrigem Niveau erfolgende – praktische „Unterweisung“ in bestimmten, für die Frauen besonders relevanten Lebensbereichen und -beziehungen. Aufgefordert sind hier „die alten Frauen“ (also lebensältere); aber auch jüngere, doch glaubensältere Schwestern können in dieser Hinsicht eine gute Rolle spielen.

2. eissagen

Die Bibel verbietet den Frauen das Weissagen nicht, sondern im Gegenteil berichtet sie davon (ohne es zu beanstanden), dass Frauen geweissagt haben. Philippus‘ Töchter waren bekannt dafür (Apg 21,9). Auch Anna kannte jeder als eine Prophetin, die intensiv – offenbar in ihren persönlichen Kontakten – über das Heil sprach (Lk 2,37). Man kann auch an Maria denken, die von dem auferstandenen Herrn mit einer Botschaft zu den Jüngern gesandt wurde (die ihrer Verkündigung dann allerdings leider nicht glaubten; Joh 20,17; Mk 16,9 ff.).

Ein Weissagungsverbot für Frauen gegenüber Männern gibt es nicht. Die Frau darf allerdings nicht „herrschen“, sie muss die „weichen“ Faktoren von 1. Timotheus 2,11 berücksichtigen, und sie muss sich bedecken (1. Kor 11,5). Dies wohl deshalb, weil auch das Weissagen in gewisser Hinsicht mit Autorität verbunden ist (allerdings liegt diese Autorität eher in Gottes Botschaft, die die Weissagende nur weitergibt, ohne selbst in einer Autoritätsposition zu sein – im Unterschied zum Lehrer; und sie ist auch nur punktuell).

Sie fragen nun, wie das Bedecken des Kopfes zu praktizieren ist. Denn wegen der nicht ganz eindeutigen Definition von Weissagung kann es für eine Frau schwierig sein, in der jeweiligen Situation spontan zu beurteilen, ob sie weissagt und sich folglich bedecken muss. Sicherlich könnte man nun empfehlen, die Frau solle ich im Zweifel immer bedecken; eine ständige Kopfbedeckung ordnet 1. Korinther 11 aber gerade nicht an; dieser Gedanke würde auch die Gefahr der Gesetzlichkeit bergen oder Überängstlichkeit fördern (auch wenn Gott eine solche Praxis sicherlich wertschätzt, wenn sie aus einer guten Gesinnung folgt). Ich meine vielmehr, dass sich die Frau eine gute Praxis im Einzelfall von dem Herrn zeigen lassen sollte. Dabei sind zwei Dinge zu bedenken:

  • Einerseits gibt es die Maßgabe, dass die Frau sich beim Weissagen bedecken soll, sonst ist es für sie eine Schande. Dieses Gebot ist ernst zu nehmen.
  • Andererseits glaube ich, dass dieses Gebot des Bedeckens bei Weissagung sich auf ein bewusstes Handeln der Frau bezieht: Weissagen ist m.E., wie ich es oben beschrieben habe, eine bewusste Sache („ich möchte eine Botschaft weitergeben“) und hängt nicht davon ab, welche Wirkungen tatsächlich hinterher bei dem Empfänger eintreten („der Zuhörer ist tatsächlich erbaut, ermahnt oder getröstet worden“). Es steht insofern dem Beten gleich, das auch bewusst geschieht. Denn ich kann nicht erkennen, dass Gott ein Gebot auferlegen würde, dessen Befolgung voraussetzt, dass man Einblick in diese Seele des anderen hätte (zumal man sich bedecken müsste, bevor diese Wirkungen überhaupt eintreten).

3. Zusammenfassung

Jeder Einzelne sollte für sich persönlich eine feste Überzeugung anhand der Schrift gewinnen und diese auch praktizieren. Was das Beurteilen Anderer betrifft, scheint mir zusammenfassend eine Bemerkung zur Ausgewogenheit nützlich zu sein. Dieses Thema ist keine reine Bibelauslegungsfrage, sondern ist beeinflusst durch gesellschaftliche Trends, durch gemeindliche Praktiken und Traditionen, durch gefühlte und vorhandene Gefahren. In diesem Sinne scheint mir Ausgewogenheit in folgenden Punkten wichtig zu sein:

  • Es handelt sich hier um ausdrückliche Gebote, die ernst zu nehmen sind. Es handelt sich auch nicht bloß um Äußerlichkeiten, sondern es gibt wichtige, dahinterstehende Grundsätze, die letztlich auf die Schöpfungsordnung zurückzuführen sind. Andererseits sollten diese Fragen nicht überbetont werden, denn es gibt Themen, die für das gemeindliche und persönliche Wohlergehen mehr Belang haben. Dabei ist es wichtig, zwischen dem klar geregelten Bereich (z.B. ist es eindeutig, dass eine Frau keine öffentliche Lehrpredigt halten darf) und den Grenzfällen (z.B. Umgang mit privaten Hauskreisen, graduelle Unterschiede in der Kinder- und Jugendarbeit usw.) zu unterscheiden.
  • Insbesondere wenn sich solche Grenzfälle im privaten Bereich abspielen, sollte man mit der Beurteilung der Verhaltensweisen Anderer zurückhaltend sein und entsprechende Fragen im persönlichen, evtl. hirtenmäßigen Kontakt suchen (die Timotheusbriefe sind an Timotheus als Diener geschrieben, und nicht an die Versammlung). Wichtig ist neben der äußerlichen Verhaltensweise die innere Gesinnung. Auch in einer Verhaltensweise, die meiner persönlichen Auffassung nicht entspricht (sei diese „enger“ oder „weiter“), die aber die klaren Aussagen der Bibel berücksichtigt, kann sich gleichwohl eine gute Gesinnung zeigen. Darin steht oder fällt jede Schwester dem Herrn; ist sie vor dem Herrn in einem der genannten Grenzbereiche von ihrer Meinung völlig überzeugt, sollte ich und sollten wir diese Überzeugung respektieren (Röm 14,4.5).
  • Will man ein bestimmtes Verhalten darauf untersuchen, ob es Lehren oder Weissagen ist, muss auf Einheitlichkeit und Ausgewogenheit bzgl. der Betätigung von Brüdern und Schwestern geachtet werden. Die Bibel verwendet dieselben Begriffe, egal ob Brüder oder Schwestern tätig sind. Man kann nicht einerseits das Lehren von Brüdern auf die Tätigkeit von solchen Brüdern beschränken, die der Versammlung als Gabe gegeben sind und vielleicht ihren säkularen Beruf aufgegeben haben (diese Sichtweise wäre auch viel zu eng), und andererseits in einem Sonntagschulunterricht oder einem anhand der Bibel geführten Austausch unter Schwestern schon ein „Lehren“ wähnen. Ebenso wenig kann man einerseits als Weissagung das bezeichnen, was Brüder in Predigten in einer Zusammenkunft als Versammlung vortragen (auch das wäre zu eng – aber zugleich auch zu weit, weil nicht jeder Dienst mit dem Wort automatisch „Weissagung“ ist, s.o.) und es andererseits schon als Weissagung ansehen, wenn eine Schwester einer anderen ermunternde Worte sagt oder im persönlichen evangelistischen Kontakt ein Zeugnis ablegt (Weissagung findet ja ohnehin nicht gegenüber Ungläubigen statt).

Herzliche Grüße
Thorsten Attendorn

 Fußnoten

1 Der Mann ist nicht besser als die Frau, und er ist auch nicht unfehlbar. Aber Gott belegt anhand dieses Geschehens nach der Schöpfung, dass der Frau, die sich von Satan täuschen ließ, keine Lehr- und Autoritätsrolle zukommen soll.




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