Augenblick

Neues Jahr, alte Probleme – Lernen von Habakuk

„Wie lange, Herr, habe ich gerufen, und du hörst nicht!“ – so klagt Habakuk, als er an das Chaos in seinem Volk denkt. Überall sieht er Verwüstung, Gewalttat, Streit und Hader

Hab 1,3

 

Vielleicht kennst du diese Frage auch. Du siehst etwas, das dich nicht nur traurig macht – du bist regelrecht aufgebracht. Du gehst damit zu Gott und betest, flehst – doch es ändert sich nichts.

Die Antwort, die Habakuk bekam, war völlig anders, als er erwartete hatte. Gott versprach zwar einzugreifen, aber wer hätte gedacht, dass Er die Chaldäer, ein grausames Volk, benutzen würde, um das Volk Israel zu züchtigen?

Manchmal antwortet Gott nicht so, wie wir es uns wünschen. Seine Wege wirken verwirrend, sogar irgendwie unfair. Aber genau dann zeigt sich, wie sehr wir Ihm wirklich vertrauen.

Habakuk gibt nicht auf: Noch einmal schüttet Er sein Herz bei Gott aus und wartet … Wie lange, erfahren wir nicht. Dann war es soweit: Auch die Chaldäer würden bestraft werden. Denn Gott übersieht keine Sünde. Doch alles zu seiner Zeit.

Ausharren – das ist wohl eines der schwierigsten Dinge überhaupt. Aber genau das fordert er von uns, damit sich unser Glaube bewähren kann (vgl. Röm 5,3). Bis wir eine Veränderung sehen, dürfen wir sicher sein, dass Ihm nichts entgeht und Er es immer gut mit uns meint.

Schließlich hört Habakuk Gottes Worte – doch die Lage hat sich nicht geändert. Die Probleme sind noch da. Aber sein Herz ist verändert. Er fängt an, Gott zu loben. Er erkennt neu, wie groß und mächtig Gott ist – und kann sagen: „Ich will mich freuen im Herrn, will jubeln in dem Gott meines Heils“ (Hab 3,18).

Ein neues Jahr bringt nicht automatisch bessere Zeiten. Vielleicht nimmst du Sorgen, Fragen oder Enttäuschungen mit hinein. Doch gerade hier kann Habakuk dir ein Vorbild sein. Lade alles bei Gott ab. Auch deine Zweifel. Bleib nahe bei Ihm, auch wenn du seine Wege nicht verstehst. Er meint es gut mit dir. Gott ist größer als alles, was dich bedrückt. Das macht Mut – und schenkt dir Freude.

 

Du hast Freude in mein Herz gegeben, mehr als zur Zeit, 
als es viel Korn und Most gab.

Psalm 4,8