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2026: gute Routinen – echtes Wachstum
Es beginnt ein neues Jahr. Wir können nicht beeinflussen, was politisch oder gesellschaftlich geschieht, was an Schulen, Universitäten oder in Unternehmen auf uns zukommt. Aber eines liegt wirklich in unserer Hand: das persönliche und gemeinsame Glaubensleben.
Kürzlich sagte mir jemand, dass Christen, die in einem gläubigen Elternhaus aufwachsen, einen großen Vorteil haben: Sie kennen gute „Routinen“, die ihnen Kraft sparen und Orientierung geben.
Vielleicht fragst du dich jetzt: Was soll das denn heißen? Was haben Gewohnheiten mit Kraft zu tun? Gern erkläre ich, was ich damit meine.
Gewohnheiten – etwas für das 19. Jahrhundert?
Meine Eltern haben mir schon früh deutlich gemacht, wie gut es ist, morgens zuerst die Bibel aufzuschlagen und zu beten. Ist das eine Gewohnheit? Absolut.
Ist diese Gewohnheit oder Routine schlecht? Natürlich nicht! Es gibt zwar auch negative Automatismen – klar. Aber ich spreche hier von guten, tragenden Verhaltensweisen. Und nur weil etwas regelmäßig geschieht, wird es nicht wertlos. Selbst der Herr Jesus hatte Gewohnheiten! Drei Beispiele:
1) Seine morgendliche Gemeinschaft mit Gott:
„Der Herr, Herr, hat mir eine Zunge der Belehrten gegeben, damit ich wisse, den Müden durch ein Wort aufzurichten. Er weckt jeden Morgen, er weckt mir das Ohr, damit ich höre wie solche, die belehrt werden. Der Herr, Herr, hat mir das Ohr geöffnet“
Jes 50,4.5
Mit anderen Worten: Unser Herr Jesus nahm sich jeden Morgen bewusst Zeit für seine „Andacht“, sein Gebet, für die Gemeinschaft mit seinem Vater. Hatte Er eine Andacht nötig als Sohn Gottes? Nein! Aber Er lebte als wahrer Mensch in Abhängigkeit von seinem Vater.
2) Der Ölberg als vertrauter Ort:
„Und er ging hinaus und begab sich der Gewohnheit nach an den Ölberg; es folgten ihm aber auch die Jünger“
Lk 22,39
Mit anderen Worten: Der Herr Jesus ging regelmäßig dann, wenn Er im Umfeld von Jerusalem war, an den Ölberg. Was tat Er dort? Er lief nicht grundlos dorthin und auch nicht, um die Olivenbäume zu genießen (Kol 1,16)! Dort suchte Er immer wieder das Gebet, sprach mit seinem Vater. Ein Muster, das sein Leben prägte. Als demütiger Mensch lebte Er immer in Abhängigkeit von seinem Vater.
3) Die Synagoge als gewohnter Versammlungsort:
„Und er kam nach Nazareth, wo er auferzogen worden war; und er ging nach seiner Gewohnheit am Tag des Sabbats in die Synagoge und stand auf, um vorzulesen“
Lk 4,16
Mit anderen Worten: Der Herr Jesus ging gewohnheitsmäßig in die Synagoge, wo Gottes Wort gelesen und miteinander besprochen wurde. Das war der damalige „Versammlungsraum“ für Juden. Es war unserem Retter ein Anliegen, Gottes Wort im Mittelpunkt des jüdischen Lebens zu bewahren und Gottes Gedanken in Ihm wohlgefälliger Weise auszulegen und zu besprechen.
Und wir?
Zurück zu uns: Wir sind nicht der Schöpfer – wir sind Geschöpfe. Zerbrechlich., schwach. Wir sind ganz auf die Gnade und Hilfe unseres Gottes angewiesen. Wir können keinen Schritt ohne Ihn gehen. Gerade deshalb brauchen wir bewusst gepflegte Gewohnheiten der Nähe zu Ihm.
Zurück zu Routinen: Es kostet nämlich enorm viel Kraft und Zeit, jeden Tag neu zu überlegen:
- Soll ich heute beten?
- Soll ich in der Bibel lesen?
- Bringt das überhaupt etwas?
- Wofür könnte das nützlich sein?
- Macht mich das zu einem besseren Christen?
Um ein Beispiel aus dem Leben zu nehmen: Es ist deutlich anstrengender, (wieder) laufen zu lernen, als die Routine des Laufens zu bewahren. Es ist anstrengender, sich jeden Morgen neu zu überlegen: Soll ich jetzt um 6 Uhr aufstehen?, als den Wecker als Routine zu verstehen: Ich stehe auf!
Natürlich kann ich die gestellten Fragen nachvollziehen. Aber wohin führen sie dich? Überlege doch einmal, ob du diese Grundfrage nicht ein- für allemal für dich klären kannst: Ja – es ist absolut lebensnotwendig, wenn du ein glückliches und Gott wohlgefälliges Leben führen willst. Gefühle sind hier nicht maßgeblich, obwohl wir hoffentlich keine gefühllosen Wesen sind. Es geht um ein geistliches Bewusstsein dafür, was notwendig, nützlich, wertvoll und weiterbringend für ein aktives, lebendiges Glaubensleben ist. Was dich einfach glücklich macht, mit deinem Retter und Herrn zu leben und Ihm zu dienen.
Das Vorrecht eines gläubigen Elternhauses
Hat Gott dich in einem gläubigen Elternhaus aufwachsen lassen? Wenn ja, hast du ein echtes Vorrecht geschenkt bekommen! Danke Ihm dafür! Aber ich möchte dir nichts vormachen: Auch viele von uns haben diese guten Routinen in der Jugend nicht wirklich gepflegt. Ich schäme mich heute noch, dass ich in manchem, was diese Gewohnheiten im täglichen Leben betrifft, nicht auf meine Eltern gehört habe. Du vielleicht auch?
Energie
Und ja: Es kostet Energie, gute Gewohnheiten neu aufzubauen. Aber es lohnt sich!
Wenn du ohne gläubiges Elternhaus aufgewachsen bist, musst du trotzdem nicht Jahre warten. Du kannst heute anfangen. Überlege bitte nicht zu lange, ob und wann du mit guten Gewohnheiten starten willst. Es braucht am Anfang Disziplin. Doch wirst du später dankbar dafür sein.
Das gilt auch für die Zusammenkünfte!
Meine Eltern haben mich nie gefragt: „Manuel, möchtest du heute vielleicht mal zum Brotbrechen mitkommen?“ Es war selbstverständlich. Natürlich! Und genauso habe ich es mit meinen Kindern gehalten. Ich habe sie nicht gefragt: Fühlt ihr euch heute so gut, dass wir mal zusammen zur Gebetsstunde gehen? Wir gehen - ungefragt, ohne neue Reflexion.
Alles nur Routine?
Jetzt fragst du dich vielleicht: Ist das alles „nur“ eine Gewohnheit? Natürlich nicht! Nein, es ist gute Lebensordnung. Es ist etwas, was uns der vollkommene Mensch, Jesus Christus, vorgelebt hat. Unzählige glückliche Christen vor dir und mir haben das ebenfalls praktiziert. Und ich habe noch (fast) niemanden gehört, der das im Nachhinein bedauert hätte. Ich jedenfalls nicht!
Lass uns im neuen Jahr solche guten Gewohnheiten pflegen, bewahren und neu entwickeln. Sie sparen Kraft für all die anderen Entscheidungen, die uns ohnehin genug Energie kosten. Du musst nicht jeden Morgen neu entscheiden: Wird es wohl passend sein, in 3. Mose weiterzulesen? Tu es – es ist zu deinem Segen. Und du brauchst es wirklich.
Aber eines ist wichtig:
Nur aus Routine beten, lesen oder in die Zusammenkünfte gehen – das reicht nicht. Ich freue mich auch auf die Zeit mit meinem Herrn: in der persönlichen Andacht, in der Gebetsversammlung, in der Gemeinschaft mit den Geschwistern. Diese Freude möchte ich weder im neuen Jahr noch irgendwann missen, schon gar nicht verlieren.
Abschließend noch eines: Ich bin dankbar, dass ich das Rad nicht ständig neu erfinden muss. Es ist ein guter Weg, den meine Eltern mir vorgelebt haben. Es ist ein vollkommenes Beispiel, das ich bei meinem Erretter sehen kann. Und ich habe ein herrliches Ziel, die Gemeinschaft mit meinem Erlöser und Herrn, die ich ewig genießen werde, schon heute zu erleben. Eine wunderbare Erfahrung! Ich wünsche dir, dass du das auch sagen kannst. Vielleicht schon jetzt. Hoffentlich sehr bald. Und bitte auf Dauer!
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Viele Artikel zu unterschiedlichen Themen - aber immer mit einem Bezug zur Bibel.
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