Augen-Blick

Mitfreude

Wann ist es endlich soweit? Alle schauen gespannt auf den Schiedsrichter. In diesem Moment pfeift er das Spiel ab. Die Schüler der Klasse 9b reißen die Arme in die Luft und sind aus dem Häuschen. Die Freude ist nicht zu überhören. Keiner hätte damit gerechnet, dass die Mannschaft der 9b tatsächlich auch das Endspiel gewinnt. Ein Traum ist in Erfüllung gegangen.

Am Spielfeldrand steht Tim. Mit seinem gegipsten Bein stützt er sich auf seine Krücken. Er kann es sich gut vorstellen, wie es sich anfühlt, jetzt auf dem Platz zu stehen und den Pokal in den Händen zu halten. Beim letzten Spiel hatte er das entscheidende Tor geschossen und alle hatten ihm zugejubelt. Doch wegen des Fahrradunfalls in der letzten Woche konnte er heute nicht mitspielen.

Obwohl er sooo gern mitgespielt hätte, will er sich mit den anderen freuen: „Acuh wenn ich nichts zum Sieg beitragen konnte – Hauptsache, wir haben gewonnen“, sagt er sich. Doch er merkt, dass es gar nicht so leicht ist, sich mitzufreuen. Neid und Enttäuschung mischen sich gern ein und wollen die Freude rauben. Doch als dann sein Team für das Siegerfoto zu ihm kommt, ist jede Enttäuschung überwunden.

Freut euch mit den sich Freuenden, weint mit den Weinenden

Römer 12,15