Editorial

Am 24. März verunglückte der Flug 4U9525 (ein Airbus A320-211) der Lufthansa-Tochter Germanwings auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf. Das Flugzeug zerschellte nach achtminütigem Sinkflug in den südfranzösischen Alpen. Alle 150 Menschen an Bord der Maschine kamen ums Leben.
Am 6. April bestieg ich den Flug 4U9334 eben jener Fluggesellschaft Germanwings von Düsseldorf nach Birmingham, um an einer Bibelkonferenz teilzunehmen. Wie geht man mit so einer „Hypothek“ um? Es gibt grundsätzlich drei Möglichkeiten:
• Auf der Ebene der Gefühle: Ein gewisses Unbehagen beschleicht einen; Unsicherheit, Angst, und ähnliche Gefühle können einen ergreifen.
• Auf der Ebene des Verstandes: Wenn wir Statistiken studieren über die Häufigkeit von Flugzeugabstürzen und das in Beziehung setzen zu Zugunglücken und Autounfällen mit tödlichen Folgen, dann müssen wir schlussfolgern, dass ein weiterer Absturz sehr unwahrscheinlich ist. Ob solche Überlegungen alleine die gefühlsmäßige Unruhe beseitigen können?
• Auf der Ebene des Glaubens und Vertrauens: Als Christen dürfen wir jedoch im Vertrauen auf unseren Herrn alle unsere Wege im Gebet in seine Hände legen. Wenn wir Ihm folgen möchten, dann dürfen wir darauf vertrauen, dass Er uns auf den Wegen, die Er uns führt, auch bewahren kann. Zum Thema Bewahrung gibt es auch noch einen Artikel im Heft (S. 4).
Bei alle dem wissen wir nur zu gut, dass Unglücksfälle, tragische Ereignisse, Schmerz und Tod auch Gläubige treffen. Jeder von uns hat mehr oder weniger „nahe“ solche Ereignisse miterlebt. Dann mag die Frage aufkommen: „Warum lässt Gott das hier / jetzt / bei mir … zu?“ Auch hierauf ist die Antwort vielschichtig
• Zum einen müssen wir zugeben, dass wir als „kleine Menschen“ und Geschöpfe des großen Gottes es nicht wissen und keine endgültige Antwort auf diese Frage haben. Auch Hiob bekommt von Gott auf die Frage nach dem „Warum“ keine direkte Antwort.
• Sodann hat Gott mit jedem von uns einen Plan für unser Leben. Doch welche „Rolle“ dabei gewisse Ereignisse spielen, werden wir häufig wohl erst in der Ewigkeit verstehen.
• Schließlich leben wir in einer Welt der Sünde (und dafür können wir wahrlich nicht Gott die Schuld geben), die durch Leid, Tränen und Tod gekennzeichnet ist. Von diesen Folgen der Sünde sind auch Gläubige nicht „befreit“. Der Herr weinte am Grab des Lazarus in dem Bewusstsein, dass auch die Seinen durch dieses „Tal der Tränen“ gehen.
Bei alledem bleibt seine Gnade, die uns begleitet. Auch über dieses Thema kannst du in diesem Heft weiter nachdenken (S. 27)

Michael Vogelsang