Wir sehen den Herrn
Die Thronbesteigung Davids – eine prophetische Skizze
David und Joseph (1. Mo 37-50) sind zwei Glaubensmänner des Alten Testaments, die in besonderer Weise als Vorbilder auf den Herrn Jesus hinweisen.
Erst Leiden – dann Erhöhung
Was diese beiden Personen auszeichnet, ist die Tatsache, dass sie Vorausbilder auf Christus sind: Sie mussten Leiden durchstehen, bevor Gott sie erhöhte. So war es auch beim Herrn Jesus: Er kam als der Reiche auf diese Erde, um in Armut zu leben und die Verwerfung durch Israel sowie die Heiden zu ertragen (2. Kor 8,9). Im Unterschied zu Joseph und David war Er in jeder Hinsicht vollkommen sündlos. Zudem gab Er sein Leben in den Tod für die Feinde Gottes. Doch Gott hat Ihn auferweckt und Ihm den Platz zu seiner Rechten gegeben.
So wurde Joseph einst vom Pharao erhoben. In jener Phase blieb er für seine Brüder jedoch noch unerkannt und verworfen, wie Christus es für die Juden bis heute ist. David dagegen wurde nach der Verwerfung durch Saul für Israel sichtbar zum König gemacht. In der Schule Gottes wurde er moralisch darauf vorbereitet, über das Volk zu herrschen. Mit dieser Vorbereitungszeit haben wir uns im vorherigen Themenheft beschäftigt.
Rückblick auf das erste Themenheft zu David
Wir haben gesehen, dass David in vielerlei Hinsicht von seinen Brüdern verkannt wurde. Seine Motive waren rein, aber man unterstellte ihm verkehrte Beweggründe. Sein Sieg über Goliath erinnert an den Triumph Jesu am Kreuz von Golgatha, wo Er den Feind besiegte und ihm den Kopf zermalmte (1. Mo 3,15; Heb 2,14.15). In der Zeit seiner Verwerfung hatte David Freunde wie Jonathan. Ebenso umgaben den Herrn während seines Erdenlebens seine Jünger sowie hingebungsvolle Frauen wie Maria Magdalena und Maria von Bethanien. Heute dürfen wir diesen Platz einnehmen.
Unser Retter empfand in seiner Seele tief, dass Er – der Vollkommene – von Sündern verachtet, verhöhnt, misshandelt und ans Kreuz gebracht wurde. Gerade die Psalmen bezeugen das – als prophetischer Vorausblick auf die inneren Gedanken des Herrn.
Diese Phase seiner Verwerfung ist auch für uns Christen sehr lehrreich. Nicht ohne Grund weist uns der Apostel darauf hin, dass wir „Erben Gottes und Miterben Christi“ sind, „wenn wir nämlich mitleiden, damit wir auch mitverherrlicht werden“ (Röm 8,17). Wir können zwar kein Sühnungswerk vollbringen! Doch wir sollen dem Weg unseres Meisters folgen: durch Leiden zur Herrlichkeit.
Auf die Leiden folgt die Herrschaft. So war es bereits bei David, wobei dieser sogar als König erneut verworfen wurde – diesmal von seinem eigenen Sohn Absalom und dessen Gefolgschaft, die den Großteil des Volkes auf Absaloms Seite zog.
Herrschaft in zwei Etappen: von Hebron ...
Interessant ist, dass Davids Herrschaft in zwei Etappen begann. Zunächst regierte er über Juda in Hebron (2. Sam 2,1-4): „Und die Männer von Juda kamen und salbten David dort zum König über das Haus Juda“ (V. 4). Darin ist er ein Vorbild auf den Herrn Jesus. Wenn dieser in der Zukunft nach Entrückung und der dann folgenden siebenjährigen Drangsalszeit auf die Erde zurückkehrt (Sach 14,4) und seine Füße auf den Ölberg setzt, wendet Er sich zunächst den zwei Stämmen Juda und Benjamin zu. Diese waren es, die zur Zeit seines ersten Kommens im Land lebten, Ihn jedoch verworfen und gekreuzigt haben. Sie müssen daher durch die „Drangsal Jakobs“ gehen (Mt 24,21; Jer 30,7), bevor sie Ihn als Messias erwarten und empfangen werden. Das hat der Herr Jesus so vorausgesagt (Mt 23,37-39).
Auch aus Jesaja 11,1-10 lässt sich entnehmen, dass der Herr sich zuerst den zwei Stämmen zuwenden wird, denn das zehnstämmige Volk (die nach 2. Könige 17 von den Assyrern weggeführten Stämme) kommt erst ab Vers 11 ins Blickfeld. Der Friede des Königreichs wird hingegen schon ab Vers 1 und besonders in Vers 6 vorgestellt.
... nach Jerusalem
So wie David von Hebron nach Jerusalem zog, um dort über ganz Israel zu regieren (2. Sam 5,1.6), wird auch Christus nicht nur von den zwei Stämmen angenommen werden, sondern über sein gesamtes Volk herrschen. In seiner prophetischen Rede kündigt Er dies bereits an: „Und er wird seine Engel aussenden mit starkem Posaunenschall, und sie werden seine Auserwählten versammeln von den vier Winden her, von dem einen Ende der Himmel bis zu ihrem anderen Ende“ (Mt 24,31).
Es wird eine herrliche Zeit sein, wenn zum ersten Mal eine Regierung in vollständiger Gerechtigkeit und vollkommenem Frieden auf der Erde existiert. David „wurde immer größer“ (2. Sam 5,10). Der Herr ist unendlich groß. Doch die Menschen in Israel und auf dem gesamten Erdkreis werden dann mehr und mehr erkennen, wie gewaltig Er wirklich ist.
Heute schon!
Wir können Ihn heute schon durch freudige Unterwerfung ehren. Denn sein Reich besteht bereits jetzt in verborgener Weise als das „Königreich der Himmel“. Wir beugen uns vor Ihm, weil wir Ihn als den Gekrönten längst im Glauben in der Herrlichkeit sehen. Das macht uns glücklich. Dennoch freuen wir uns darauf, dass Er auch auf dieser Erde die Herrschaft antreten und über alle Nationen und die gesamte Schöpfung regieren wird (2. Tim 4,8). Wie herrlich wird das sein!
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