2. Samuel 6 und 7
David bringt die Bundeslade nach Jerusalem
König David ist ein Mann nach dem Herzen Gottes: Er interessiert sich für das, was Gott wichtig ist und hat den aufrichtigen Wunsch, Ihm zu dienen. In zwei Kapiteln, 2. Samuel 6 und 7, lesen wir bedeutsame Erfahrungen Davids. Er macht Pläne, die gut gemeint sind, aber trotzdem nicht Gottes Zustimmung finden. Warum nicht? Muss Gott nicht zufrieden sein, wenn sich seine Diener für Ihn einsetzen? Ist gut gemeint wirklich gut gemacht?
Gut gemeint – gut gemacht?
Im jüdischen Gottesdienst zur Zeit des Alten Testaments gab es zuerst das Zelt der Zusammenkunft, das oft Stiftshütte genannt wird. Es wurde während der Wanderung des Volkes Israel von Ägypten nach Kanaan gebaut. Im wichtigsten Raum dieses Zeltes stand die Lade des Bundes des Gottes Israels. Es war ein komplett vergoldeter Kasten mit einem Deckel, auf dem zwei Engelgestalten standen. Diese Lade war das Symbol der Gegenwart Gottes für sein Volk. Bei einem Krieg wurde diese Lade von den Feinden erobert und später zurückgebracht, kam aber nicht wieder an ihren Platz in der Stiftshütte.
Als David regiert, möchte er die Lade von ihrem abgelegenen Ort zu sich nach Jerusalem holen. Er betreibt einen hohen Aufwand: 30.000 Soldaten begleiten den Transport. Außerdem stellt er einen nagelneuen Wagen dafür zur Verfügung, und mit Freude und Musik geht die Lade auf die Reise. Doch plötzlich reißen sich die Zugrinder vom Wagen los und die Lade droht umzustürzen. Ussa, der sie begleitet, fasst die Lade an, um sie festzuhalten. In diesem Moment fällt Ussa, von Gott geschlagen, tot um. Die Musik verstummt, das Fest ist aus, König David wird traurig und zornig zugleich. Die Lade wird an einem anderen Ort abgestellt.
Warum tötet Gott Ussa, der es doch nur gut meint, warum lässt Gott Davids Plan platzen? Die Antwort gibt David später selbst: „weil wir ihn nicht suchten nach der Vorschrift“ (1. Chr 15,13). Es war vorgeschrieben, dass die Lade auf den Schultern getragen und nicht auf einem Wagen gefahren werden musste. Uns erscheint der Unterschied nicht groß. Aber Gott besteht darauf, dass sein Wort genau befolgt wird. Damals wie heute ist die Beachtung des Wortes Gottes wichtiger als unser gutgemeinter Wille.
Der Gott der zweiten Chance
Einige Zeit später nimmt David einen zweiten Anlauf, die Lade nach Jerusalem zu bringen. Wieder setzt er großen Aufwand ein. Doch diesmal ist kein Wagen dabei, sondern die Leviten tragen die Lade wie vorgeschrieben auf ihren Schultern und viele Tiere werden geopfert. Das gefällt Gott, und die Lade kommt gut am Ziel an. Es lohnt sich immer, Gott gehorsam zu sein. Bei unserem christlichen Gottesdienst geht es nicht mehr um sichtbare, materielle Gegenstände und tierische Opfer. Für uns gilt: „Gott ist ein Geist, und die ihn anbeten, müssen in Geist und Wahrheit anbeten“ (Joh 4,24). Unsere Anbetung soll auf eine geistliche Weise, aber ebenfalls im Einklang mit den im Neuen Testament genannten Grundsätzen erfolgen.
Einen Tempel für Gott bauen – kann das falsch sein?
Einige Zeit später denkt König David wieder über die Lade nach. Ihm wird bewusst, dass er selbst in seinem königlichen Haus wohnt, die Lade hingegen in einem Zelt steht. Deshalb fasst er den Entschluss, Gott einen würdevollen Tempel zu bauen, in der die Lade ihren Platz findet. Er teilt dem Propheten Nathan seinen Plan mit und dieser befürwortet ihn. „Gute Idee!“ würden wir sagen und David loben! Doch wieder denkt Gott anders darüber. Er lässt David durch Nathan ausrichten, dass er nicht der richtige Mann für dieses Projekt sei. Gott möchte nämlich, dass Davids Sohn Salomo den Tempel baut.
Wieder hat David es gut gemeint, sich aber geirrt. Es ist nicht seine Aufgabe, den Tempel zu bauen. Doch Davids Reaktion auf Gottes „Nein“ ist erfreulich (Kap. 7,17-29):
- David sucht persönlich Gemeinschaft mit Gott im Gebet (V. 18a).
- Demütig rühmt er die Gnade Gottes (V. 18b).
- Er gibt Gott die Ehre (V. 22).
- Gleichzeitig sieht er sich verbunden mit dem Volk Gottes (V. 24).
- David gibt nicht enttäuscht auf, sondern erkennt seine Aufgabe, den Tempelbau vorzubereiten.
- Mit aller Kraft sammelt er Baumaterial für den Tempel (1. Chr 29,2).
Als Kinder Gottes haben wir alle eine Aufgabe. Doch was ist meine persönliche Aufgabe? Das herauszufinden ist nicht immer einfach, denn meist kommt kein Prophet zu uns, um uns zu informieren. Die Geschichte Davids lehrt uns, dass wir uns nicht einfach aussuchen dürfen, was wir im Reich Gottes tun; stattdessen wollen wir den Herrn bitten, uns zu zeigen, was wir tun sollen. Paulus schreibt im Brief an die Kolosser: „sagt Archippus: Sieh auf den Dienst, den du im Herrn empfangen hast, dass du ihn erfüllst“ (Kol 4,17). Wir sollen nicht tun, was und wie es uns passt oder was besonders öffentlichkeitswirksam ist. Nein, auf den Dienst, den wir vom Herrn empfangen haben, dürfen wir sehen und ihn treu erfüllen. Nur dann wird der Herr geehrt.

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