Augenblick
Das blühende Leben
Für viele ist es eine große Freude, wenn nach dem Winter der Frühling kommt und die Natur wieder zum Leben erwacht. Gräser sprießen, Blumen beginnen zu blühen und Bäume, die im Herbst ihre Blätter verloren haben, tragen wieder frisches Grün. Vögel kehren aus warmen Ländern zurück und ihre „Lieder“ sind wieder zu hören. Bienen und Hummeln fliegen von Blüte zu Blüte, in Parks und Gärten wird es wieder bunt. Die kalten Wintermonate sind vorbei und die Sonne gewinnt an Kraft.
Wenn das Leben verborgen bleibt
Auch im persönlichen Glaubensleben kann es Zeiten geben, die an einen Winter erinnern: kalt, still und wenig sichtbar – als wären wir geistlich eingeschlafen, wie in einem Winterschlaf. Das göttliche Leben selbst ist zwar vorhanden, denn wir haben es bei unserer Bekehrung geschenkt bekommen (Joh 3,16). Doch die Auswirkungen dieses Lebens sind kaum zu erkennen.
Das Leben soll sichtbar werden
Wenn Paulus an Timotheus schreibt: „Ergreife das ewige Leben!“ (1. Tim 6,12), dann will er ihn auf die Zukunft ausrichten. Das, was wir am Ziel unseres Glaubenslebens in der ganzen Fülle genießen werden – das ewige Leben –, soll heute schon unser erfreuen. Je mehr das der Fall ist, desto mehr wird das ewige Leben, das wir heute schon besitzen, im Denken, Reden und Handeln sichtbar werden.
So wie der Frühling nicht verborgen bleibt – wir sehen ihn an den Blüten, hören ihn am Gesang der Vögel und spüren ihn durch die warme Luft, wird auch das göttliche Leben erkennbar werden – nicht zuletzt in der Art, wie wir miteinander und mit unseren Mitmenschen umgehen.
Das vollkommene Leben
Wenn wir Anschauungsunterricht brauchen, steht uns das Beispiel unseres Herrn zur Verfügung. Er ist das ewige Leben in Person (vgl. 1. Joh 5,20). In jedem Wort und in jeder Tat hat er die Schönheit und die Kraft dieses Lebens gezeigt. Er begegnete den Menschen mit tiefer Liebe und reagierte trotz Unverständnis geduldig und langmütig. Unermüdlich diente Er in Demut und Gehorsam, oft umringt von Menschenmengen. Nachts suchte Er die Stille des Gebets und trat voller Fürbitte für andere ein. Selbst in großem Leid und Bedrängnis blieb er standhaft und ausdauernd. Wenn Er angegriffen wurde, verteidigte er sich nicht selbst, sondern übergab alles seinem Gott und Vater.
Denn hierzu seid ihr berufen worden; denn auch Christus hat für euch gelitten, euch ein Beispiel hinterlassend, damit ihr seinen Fußstapfen nachfolgt; der keine Sünde tat noch wurde Trug in seinem Mund gefunden, der, gescholten, nicht wiederschalt, leidend, nicht drohte, sondern sich dem übergab, der gerecht richtet.
1. Petrus 2,21-23
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