Glaube im Alltag
Versuche es doch zehn Tage!
„Und Daniel sprach zu dem Aufseher, den der Oberste der Hofbeamten über Daniel, Hananja, Misael und Asarja bestellt hatte: Versuche es doch mit deinen Knechten zehn Tage, und man gebe uns Gemüse zu essen und Wasser zu trinken; und dann mögen unser Aussehen und das Aussehen der Jünglinge, die die Tafelkost des Königs essen, von dir geprüft werden; und tu mit deinen Knechten nach dem, was du sehen wirst.“ (Dan 1,11-13)
Daniel war in jungen Jahren nach Babylon verschleppt worden. Dort fand er sich mit weiteren jungen Männern in einer komplett heidnischen und gottlosen Umgebung wieder. Aber nicht nur das: Nebukadnezar, der König Babylons, unterzog die jungen Männer einem dreijährigen Umerziehungsprogramm mit dem Ziel, sie zu echten Babyloniern zu machen. Um dieses Ziel zu erreichen, ergriff er drei Maßnahmen, aus denen wir Lektionen für uns ableiten können:
- Die jungen Männer mussten die Schriften und die Sprache der Chaldäer erlernen (V. 4). Sie sollten so sprechen und denken wie die Chaldäer.
Frage an uns: Lassen wir uns von Denken und Reden der Welt beeinflussen? - Sie bekamen jeden Tag von der Tafelkost und dem Wein des Königs (V. 5). Sie sollten das essen und trinken, was auch der König aß und trank.
Frage an uns: Wovon nähren wir uns (geistlicherweise)? Von dem, was uns die Welt bietet, oder von Christus und dem Wort Gottes? - Sie erhielten neue chaldäische Namen (V. 7). Damit bekamen sie eine neue Identität.
Frage an uns: Worüber definieren wir uns? Über das, was wir in unserem Beruf und in der Gesellschaft erreicht haben, oder darüber, dass wir Kinder Gottes und Jünger Jesu sind?
Daniel und seine drei Freunde erlernten die Schriften und die Sprache der Chaldäer. Das war nötig, um mit dem König und den Menschen in Babylon kommunizieren zu können. Doch die Tafelkost und den Wein des Königs lehnten sie ab, denn sie hatten sich in ihrem Herzen fest vorgenommen, sich nicht mit der Tafelkost des Königs und mit dem Wein, den er trank, zu verunreinigen (V. 8). Auch in der fremden Umgebung, in der sie sich befanden, wollten sie Gott mehr gehorchen als den Menschen und sich nicht innerlich verunreinigen, denn in Babel ging es nicht nur um die Einhaltung kultischer Reinheitsvorschriften, sondern um Speisen, die den Göttern geopfert wurden (Apg 5,29).
Nachdem die vier Freunde den festen Entschluss gefasst hatten, sich nicht mit der Tafelkost und dem Wein des Königs zu verunreinigen, schickten sie sich an, diesen Entschluss in die Praxis umzusetzen. Dabei ist die Art und Weise, wie sie vorgingen, äußerst lehrreich für uns. Sie blieben fest in der Sache, aber höflich und bedacht im Umgang mit ihren Vorgesetzen. Das, was sie sich im Herzen vorgenommen hatten, forderten sie nicht stur ein, sondern erbaten sich gewisse Freiheiten, um ihren Entschluss dann in aller Bescheidenheit in die Praxis umsetzen zu können (V. 9).
Frage an uns: Fassen wir ähnliche Vorsätze, wenn wir spüren, dass wir in Gefahr stehen, biblische Maßstäbe außer Acht zu lassen oder dazu von unserer Umgebung verleitet werden? Bleibt es nur bei Vorsätzen, oder bemühen wir uns auch, sie in die Praxis umzusetzen? Und wie gehen wir vor? Ohne Rücksicht auf andere, oder mit Umsicht und Demut?
Daniel wandte sich mit seiner Bitte zunächst an den Obersten der Hofbeamten. Doch dieser fürchtete den König und lehnte ab (V. 10). Daniel ließ sich dadurch nicht von seinem Vorsatz abbringen, sondern wandte sich daraufhin an den Aufseher, der direkt über ihn und seine Freunde gestellt war (V. 11). Diesem machte er den Vorschlag, es zehn Tage mit Gemüse und Wasser zu versuchen und dann sein Aussehen und das seiner Freunde mit dem der anderen jungen Männer zu vergleichen. Dieser Vorschlag zeugte von Weisheit und großem Vertrauen in Gott: Er ließ sich nicht abhalten durch die Angst des Obersten der Hofbeamten, sondern unternahm einen zweiten Versuch bei dem Aufseher, den der Oberste eingesetzt hatte. Zum anderen rechnete er fest damit, dass Gott dafür sorgen würde, dass ihr Aussehen am Ende der zehn Tage besser sein würde als das der übrigen Männer.
Dieses Vertrauen Daniels in seinen Gott darf auch uns anspornen. So wie Gott damals sein Vertrauen belohnte, wird Er auch unser Vertrauen belohnen. Wir dürfen Ihn in dieser Hinsicht auf die Probe stellen – und wir werden sehen: Er wird uns nicht enttäuschen (Mal 3,10).
- Nimm dir vor, jeden Morgen etwas aus der Bibel zu lesen – versuche es doch zehn Tage!
- Nimm dir vor, mit dem Herrn durch den Tag zu gehen und Ihn bei allen Entscheidungen zu befragen – versuche es doch zehn Tage!
- Nimm dir vor, Menschen, denen du begegnest, einen evangelistischen Flyer zu geben – versuche es doch zehn Tage!
- Nimm dir vor, dich in deiner Freizeit wieder mehr mit dem Wort Gottes zu beschäftigen – versuche es doch zehn Tage!
- Nimm dir vor, nicht negativ über andere zu reden – versuche es doch zehn Tage!
- Nimm dir vor, dich nicht durch das, was du im Internet und in den sozialen Medien anschaust, runterziehen zu lassen – versuche es doch zehn Tage!
- Nimm dir vor, dir jeden Tag auf Neue bewusst zu machen, dass du der Sünde tot bist – versuche es doch zehn Tage!
Ja, versuche es doch zehn Tage mit Gottes Hilfe – und du wirst sehen: Der Segen wird nicht ausbleiben!
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