Ausgebildet
David und seine unentdeckten Qualitäten
Hätte es um 1000 v. Chr. schon Instagram oder Snapchat gegeben, hätten Eliab, Abinadab, Schamma und ihre Brüder ihre Accounts wohl fleißig mit den neuesten Erlebnissen auf dem Marktplatz von Bethlehem, mit Bildern von ihren Muskelpaketen und anderen Eindrücken aus ihrem Leben gefüllt – einen ihrer Brüder hätte man vermutlich nicht gefunden, weil er draußen auf den Feldern vor der Stadt nicht nur kein Netz, sondern vor allem kein Interesse an solcher Selbstdarstellung gehabt hätte.
Als Samuel von Gott zu Isai, dem Vater der eben genannten acht Söhne, geschickt wurde, um einen von ihnen zum zukünftigen König Israels zu salben, war die Sache für den Propheten eigentlich klar: Der Älteste, der Größte, der Stärkste würde der Auserwählte sein – so ähnlich war es doch schon bei Saul gewesen, der das ganze Volk von der Körpergröße her deutlich überragte. Doch Gott muss Samuel eine Lektion erteilen: „Blicke nicht auf sein Aussehen und auf die Höhe seines Wuchses, denn ich habe ihn verworfen“ (1. Sam 16,7). Die harten Worte „Ich habe ihn verworfen“ hatte Gott bereits zu Beginn von Kapitel 16 im Blick auf Saul verwendet, als Er Samuel zur Familie Isais schickte.
Äußere Vorzüge sind also offensichtlich kein maßgebliches Auswahlkriterium in den Augen Gottes – es besteht sogar eher die Gefahr, dass die Pflege der äußerlichen Vorzüge die Reife und Ausbildung innerer, charakterlicher Qualitäten behindert. Hast du schon mal darüber nachgedacht, dass der Begriff „Selfie“ nur die verniedlichte Ausdrucksweise für einen Inbegriff der Selbstdarstellung ist? Insbesondere dann, wenn solche „Selbstporträts“ in besonderen Posen oder vor atemberaubender Kulisse im WhatsApp-Status oder bei Insta geteilt werden …
Gott schaut hinter die Fassade
Samuel bekommt von Gott noch eine zweite, grundlegende Lektion: „Der Mensch sieht auf das Äußere, aber der Herr sieht auf das Herz“ (1. Sam 16,7). Auf der einen Seite wird diese Wahrheit uns Menschen eher erzittern lassen, denn alle (womöglich fromme) Schauspielerei vor Menschen hat vor Gottes Augen keinen Bestand. Auf der anderen Seite hat das Wissen um Gottes Blick ins Herz auch einen sehr ermutigenden Aspekt, den der Herr Jesus so formuliert: „Dein Vater, der im Verborgenen sieht, wird es dir vergelten“ (Mt 6,4). Dieses Vergelten, diese Belohnung vonseiten Gottes hat auch der jüngste Sohn Isais – David – erlebt: Er wurde schließlich von der Viehweide ins Haus zu Samuel gerufen; und als er hereinkam, hörte Samuel den Auftrag Gottes: „Auf, salbe ihn, denn dieser ist es!“ (1. Sam 16,12)
Davids Qualitäten in Gottes Augen
Was hatte Gott bei David gesehen? Wodurch bekam er den Vorzug vor seinen Brüdern?
- David war sich seiner eigenen Schwachheit bewusst.
- David war von einem großen Gottvertrauen gekennzeichnet.
- David hatte eine tiefe Sehnsucht nach Gemeinschaft mit Gott.
All diese Eigenschaften hatte David als Teenager in der Schule Gottes gelernt – einer Schule auf den Hügeln in der Umgebung Bethlehems, als er das Kleinvieh seines Vaters hütete.
Die drei genannten Eigenschaften widersprechen total der direkten und indirekten Botschaft unserer Zeit und Welt, die gerade dir als Heranwachsendem eingeschärft wird: „Du bist stark und kannst alles alleine schaffen!“ „Du musst auf dich selbst hören und das tun, was dir guttut!“ Zugleich lebst du durch Social Media in einem nicht endenden Spannungsfeld des Sich-Vergleichens und der Selbstdarstellung – auch ohne Accounts bei Insta und Co kann man ein glücklicher Mensch sein…
Zurück zu David: Gott hat ihn schon als jungen Menschen in die Schule genommen und ihn sozusagen „ausgebildet“ bzw. erzogen – und zwar so, dass Er ihn später „einen Mann nach meinem Herzen“ (Apg 13,22) nennen konnte. Diese Ausbildung beinhaltete viel Alleinsein, ständigen Austausch im Gebet mit Gott, ein intensives Nachdenken über die Worte Gottes (letztere hatte David sicherlich schon als kleiner Junge auswendig gelernt), manche Herausforderung durch gefährliche Tiere und nicht zuletzt das treue Sorgen für die Herde des Vaters.
Es ist gut für einen Mann …
Zum Abschluss dieses Artikels soll ein Appell an dich als jungen Leser stehen, den ich mit einem Vers aus Klagelieder 3,27 verbinde: „Es ist gut für einen Mann, dass er das Joch in seiner Jugend trage.“ (Ihr Mädchen und jungen Frauen fühlt euch gerne mit angesprochen, auch wenn die Botschaft jetzt tatsächlich in erster Linie an die Jungs geht …)
Weißt du, was ein Joch ist? Ein schwerer Holzbalken, der auf den Nacken und die Schultern eines Knechtes gelegt wurde, um schwere Lasten zu tragen. Das, was eben über die Schule Gottes im Leben des jungen David Thema war, kann sich für dich wie ein Joch, wie ein schwer zu tragender Balken anfühlen: Alleinsein, Prüfungen, Bibelstudium, Gebet, treue Erledigung ungeliebter Aufgaben. Doch Gott bewertet dieses Joch in der Jugend als gut für einen Mann – und Gottes Blick ist ausschlaggebend! Lass dich ermutigen, dieses Joch auch wirklich zu tragen – es wird dich letztlich zu einem Mann nach Gottes Herzen machen!
Denke (auch als junge Schwester) an Gottes Blick hinter die Fassade, wenn die anderen um dich herum immer einen Haufen Freunde oder bereits einen Partner haben, kaum Herausforderungen bewältigen müssen, ein tolles Selfie nach dem anderen posten und Anerkennung von Menschen dafür bekommen. Gott sieht im Verborgenen und wird dich belohnen.

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