Begleitet
David und sein Freund Jonathan
Die Freundschaft zwischen David und Jonathan ist vermutlich die bekannteste Freundschaftsbeziehung, die wir in der Bibel finden. Aber David und Jonathan sind nicht nur ein Vorbild für gutes Verhalten unter Freunden. Jonathan steht auch für einen Gläubigen, der den Herrn Jesus (von dem David oft ein Bild ist) liebt und trotz Widerstand zu Ihm hält. Deshalb lohnt es sich, die angegebenen Abschnitte jeweils ganz (und „aus beiden Perspektiven“) zu lesen.
Eine Freundschaft entsteht (1. Samuel 18,1-5)
Jonathan hat gerade erlebt, wie David den Riesen Goliath mit Gottes Hilfe besiegt hat (1. Sam 17). Er hatte auch seine Worte gehört (V. 1), in denen Davids Vertrauen auf Gott zum Ausdruck kam (vgl. 1. Sam 17,37 etc.). Diese Worte sorgen dafür, dass „sich die Seele Jonathans mit der Seele Davids“ verbindet (V.1) – eine Freundschaft entsteht.
Offensichtlich stimmte „die Chemie“ zwischen den beiden – aber für Jonathan waren auch die Worte Davids entscheidend. Ich frage mich: Welche Qualitäten sind mir bei meinen Freunden wichtig? Geht es mir nur um Sympathie oder auch um geistliche Qualitäten und Einsatz für die Interessen Gottes (1. Sam 17,45)?
Jonathans Liebe geht so weit, dass er sein Oberkleid, seinen Waffenrock, sein Schwert, seinen Bogen und seinen Gürtel David gibt (V. 4) – offenbar noch unter dem Eindruck des Sieges Davids. Wenn wir den Tod des Herrn Jesus und seinen Sieg über den Teufel (Heb 2,14) vor Augen haben, dann darf uns das motivieren, alles, was wir haben, Ihm zur Verfügung zu stellen.
Ein Freund wird verteidigt (1. Samuel 19,1-7)
Davids Erfolge sorgen dafür, dass Saul neidisch wird (1. Sam 18,9) und ihn schließlich töten will (V. 1). Jonathan erfährt davon und setzt sich entschieden für seinen Freund ein. Er warnt David (V. 2) und erinnert seinen Vater an all das Gute, was David für ihn getan hat (V. 4-5) – mit Erfolg (V. 6-7).
Wie gut, wenn wir nicht das Negative, sondern das Gute über unsere Freunde (und unsere Glaubensgeschwister insgesamt!) ans Licht bringen und uns bemühen, Friedensstifter zu sein (1. Pet 3,11). Wichtig ist, dass wir dabei bei der Wahrheit bleiben, auch wenn es sich um einen guten Freund handelt, und neben dem Frieden auch der Heiligkeit nachjagen (Heb 12,14).
Außerdem können wir hier von Jonathan lernen, freudig von unserem Herrn weiterzusagen und „die Tugenden dessen [zu] verkündig[en]“, der uns berufen hat (1. Pet 2,9). Jonathan wusste, dass sein Vater David hasst. Trotzdem redet er gut von ihm und stellt sich klar auf Davids Seite. Wie sieht es da bei mir aus?
Ein Freund in Schwierigkeiten (1. Samuel 20)
Wieder einmal schwebt David in Lebensgefahr. In dieser schwierigen Situation geht er zu Jonathan, um die Sache mit ihm zu besprechen (V. 1).
Es ist gut, wenn unsere Freunde die Möglichkeit haben, mit uns über ihre Probleme zu sprechen (und natürlich auch umgekehrt). Hören wir ihnen dann zu und versuchen ihnen zu helfen (V. 4)? Sind wir dann zuverlässig und tun, was wir sagen (V. 12-13.35 ff.)? Leider sprechen David und Jonathan in diesem Kapitel zwar lange miteinander, aber wir lesen nichts davon, dass sie den Herrn um Rat fragen. Er sollte immer die erste Adresse sein, an die wir uns wenden.
Jonathan stellt sich in diesem Kapitel weiter klar auf die Seite Davids, obwohl das den Zorn seines Vaters auf ihn zieht, so dass dieser wütend wird und sogar versucht, Jonathan zu töten (V. 30-33). Wenn wir uns auf die Seite des Herrn stellen, werden wir früher oder später auch die Ablehnung der Welt erfahren (Joh 15,20). Bin ich dazu bereit?
Ein Freund wird gestärkt (1. Samuel 23,15-18)
Jonathan sucht David ein letztes Mal auf und „stärkt seine Hand in Gott“ (V. 16). Etwas Besseres können wir für unsere Freunde nicht tun. Wir können versuchen zu helfen (vgl. Kapitel 20), aber wirkliche Hilfe kommt von dem Herrn (Ps 121,2).
Diese Szene hat auch eine ernste Seite: Jonathan muss sich zwischen David und seinem Vater Saul entscheiden. Er weiß, dass David König werden würde (V. 17) – aber dann trifft er leider die folgenschwere Wahl, in sein Haus zurückzukehren (V. 18). Danach lesen wir nichts mehr davon, dass David und Jonathan sich noch einmal gesehen haben.
So kann es auch in meinem Leben Momente geben, in denen der Herr mich vor die Entscheidung stellt: Folge ich Ihm mit ganzer Hingabe, auch wenn mich das jetzt etwas kostet? Vielleicht weiß ich schon länger, dass ich mit einer Sache in meinem Leben Schluss machen oder mich endgültig entscheiden muss. Jonathan ist hier ein warnendes Beispiel.
Eine Freundschaft endet (2. Samuel 1)
Jonathan und sein Vater Saul sterben schließlich im Kampf gegen die Philister (1. Sam 31). Und wie reagiert David, als er hört, dass sein bester Freund Jonathan und sein erbitterter Feind Saul tot sind?
Er trauert sehr darüber und stimmt ein Klagelied an (2. Sam 1,12.17). Der Text dieses Liedes ist beeindruckend: Keine Spur von Erleichterung, dass die Verfolgung durch Saul endlich vorbei ist. Keine Enttäuschung über Jonathan, der sich doch nicht ganz auf seine Seite gestellt hat. Besonders der Verlust seines Freundes Jonathan schmerzt ihn sehr (V. 26).
Ein Vers dieses Liedes springt ins Auge: „Saul und Jonathan, die Geliebten und Holdseligen in ihrem Leben, sind auch in ihrem Tod nicht getrennt“ (V. 23). Das war der „Knackpunkt“ bei Jonathan: Er hatte den Moment verpasst, sich von seinem Vaterhaus zu trennen und die Verwerfung mit David zu teilen. Deshalb musste er mit seinem Vater im Krieg sterben.
So endet die Freundschaft von David und Jonathan mit einer gewissen Tragik. Wie gut, wenn wir uns einerseits von der folgenschweren Entscheidung Jonathans warnen und uns andererseits von seiner echten Liebe zu David motivieren lassen, dem Herrn entschieden nachzufolgen!

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