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Ostern im Licht der Wahrheit (2)

Eine Zwischenbemerkung

Ich weiß nicht, was du über den Text auf S. 7 gedacht hast, als du ihn gelesen hast. Er ist das Ergebnis von KI (Künstlicher Intelligenz). Der Auftrag war: „Schreib mir einen passenden biblischen Artikel, der anlässlich von Ostern auf einer christlichen Webseite veröffentlicht werden soll. Der Artikel soll den Lehren von John Nelson Darby und William Kelly folgen und die Bibel wörtlich nehmen. Er soll auf deutsch sein und ca. 500 Wörter umfassen.“

Übrigens: Ich hoffe, dir ist klar, dass weder Darby noch Kelly noch sonstige Bibelausleger, die wir für vertrauenswürdig halten, auf die Idee gekommen wären, einen ermunternden Artikel über ein weltliches Fest wie Ostern zu schreiben, auch wenn dies in der Christenheit übernommen worden ist und gefeiert wird. Das ist weder ein Auftrag an uns Christen, noch sollten wir denken, wir sollten über Ostern etwas Positives schreiben.

Damit ist nicht gesagt, dass man nicht die Osterzeit evangelistisch für die gute Botschaft nutzen kann. Aber diese Welt, wozu auch KI gehört, kann Gottes Gedanken nicht „verstehen“. Dazu benötigt man neues, ewiges Leben! Und bei allem sollten wir in Gottes Wort prüfen: Was sagt Gott zu dem Thema?

Die Antwort des KI-Providers war: „Gerne schreibe ich für Sie einen Artikel im Stil der Lehren von John Nelson Darby und William Kelly, mit einem Fokus auf die wörtliche Interpretation der Bibel, passend für die Osterzeit. Hier ist ein Entwurf ...“ Tatsächlich umfasste der Text nur rund 350 Wörter (siehe den zuvor abgedruckten Artikel auf S. XXX). Wir haben der KI, weil wir nicht zufrieden waren, einen neuen Auftrag gegeben. Denn wir wollten nicht, dass Darby und Kelly im Text zitiert werden, sondern dass man das, was sie gelehrt haben, verarbeitet. Daraufhin „schrieb“ uns die KI: „Verstanden, ich werde den Artikel so anpassen, dass er sich im Einklang mit den Lehren von Darby und Kelly befindet, ohne sich explizit auf diese zu beziehen.“

Das Ergebnis sah dann so aus:

Ostern – Ein Fest der Hoffnung und der göttlichen Verheißung

Einleitung

Ostern, das Fest der Auferstehung Jesu Christi, steht im Herzen des christlichen Glaubens. Es erinnert uns an das größte Geschenk, das Gott der Menschheit je gemacht hat – das Geschenk der Erlösung durch den Tod und die Auferstehung seines Sohnes.

 

Die Bedeutung der Auferstehung

Die Auferstehung ist der Kern unseres Glaubens. Wie Paulus im 1. Korintherbrief schreibt: „Ist Christus nicht auferstanden, dann ist euer Glaube nutzlos“ (1. Kor 15,17). Die Auferstehung ist kein bloßes Symbol, sondern eine tatsächliche, historische Tatsache, die die Grundlage unseres Glaubens und unserer Hoffnung bildet.

 

Gottes Plan und die Erfüllung der Schrift

Die Ereignisse um Ostern sind nicht zufällig; sie sind die Erfüllung der Heiligen Schrift. Jedes Detail, das sich in den Leiden, dem Tod und der Auferstehung Jesu Christi ereignet hat, war vorhergesagt und erfüllt Gottes ewigen Plan der Erlösung.

 

Die Botschaft der Hoffnung

Ostern ist eine Zeit der Hoffnung. Es erinnert uns daran, dass, egal wie dunkel die Zeiten sein mögen, Gottes Licht immer scheint. Die Auferstehung Jesu ist ein Sieg über den Tod und ein Versprechen des ewigen Lebens für alle, die an ihn glauben.

 

Die Auferstehung als persönliche Verheißung

Die Auferstehung Christi ist nicht nur ein historisches Ereignis; sie hat eine persönliche Bedeutung für jeden Gläubigen. Sie ist eine Verheißung der Erneuerung, der Vergebung und des ewigen Lebens. Durch Christi Auferstehung sind wir von der Macht der Sünde befreit und zum ewigen Leben berufen.

 

Schlussfolgerung

Ostern ist eine Zeit, in der wir uns an Gottes unendliche Liebe und Gnade erinnern. Es ist ein Fest, das uns dazu einlädt, über die Tiefe und die Bedeutung der Auferstehung Christi nachzudenken und die Verheißung des ewigen Lebens, die sie uns bietet, zu ergreifen.

 


 

Zum Nachdenken

Im Folgenden möchte ich dir anlässlich der Nutzung von „Künstlicher Intelligenz“ (KI) in diesem Fall ein paar Punkte zum Nachdenken mitgeben:

  • Wie hast du diesen Artikel gelesen und empfunden? Das würde uns als Redaktion übrigens wirklich interessieren! Wenn du uns ein Feed-back geben könntest (unter diesem Artikel im Online-Bereich kannst du das gerne tun!), wären wir dir dafür sehr dankbar.
  • Es ist durch KI möglich, mit geistlichen Themen zu „spielen“. Durch KI kann man alles Mögliche ausprobieren. Dadurch besteht zumindest die Ge- fahr, dass man Gottes Wort für Spielereien benutzt. Das Herz und unser Gewissen bleiben so außen vor. Dadurch können Aussagen zu „leerem Ge- schwätz“ werden, vor dem wir ausdrücklich gewarnt werden (1. Tim 1,6; 6,20; 2. Tim 2,16). Daher sollten wir damit gar nicht erst anfangen.
  • KI kann etwas wiedergeben, aber in der KI und ihren Texten steckt kein „Herz“, kein vom Heiligen Geist geleiteter oder leitbarer Gläubiger. Deshalb werden solche Texte, selbst wenn sie richtig sind, letztlich „blutleer“ sein. Sie können keine moralische Autorität ausstrahlen, weil sie von einem Computer erstellt werden. Diese sind nicht verantwortlich für das, was sie tun.
  • In der heutigen Zeit Texte werden Texte immer oberflächlicher gelesen; zudem besteht die Gefahr, sich mehr auf Videos (wie YouTube) zu konzentrieren, anstatt über Gottes Wort nachzudenken. Leider auch viel zu wenig unter Gebet. Dadurch kann es sein, dass wir nur auf „Ideensammlung“ oder „Informationssuche“ sind. Dann merken wir womöglich gar nicht, dass kein Mensch hinter einem Text steckt. Bei Fotos usw. schafft es die KI inzwischen, viele zu täuschen! Doppelgänger oder Zusammengepfuschtes, was nicht zusammengehört und nie zusammen aufgetreten ist, scheint eine Wiedergabe eines „Live-Events“ zu sein – ist es aber nicht. Manchmal kann man das nicht unterscheiden; bei Texten über Gottes Wort aber sollten wir lernen, so wachsam wie möglich zu sein.
  • Das heißt, dass wir künftig noch mehr aufpassen müssen, ob ein Text wirklich „original“ ist. Schon zu Paulus‘ Zeiten hat man so getan, als ob der Apostel einen Brief verfasst hätte. Es war eine Lüge und Fälschung, ein so genanntes Pseudepigraf: „Wir bitten euch aber, Brüder, wegen der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus und unseres Versammeltwerdens zu ihm hin, dass ihr euch nicht schnell in der Gesinnung erschüttern noch erschrecken lasst, weder durch Geist noch durch Wort noch durch Brief, als durch uns, als ob der Tag des Herrn da wäre“ (2. Thes 2,1.2).
  • Unter Texten könnte künftig „John Nelson Darby“ oder „Rudolf Brockhaus“ stehen. Der Inhalt aber kann genauso gut eine Mischung von Aussagen dieser Autoren mit anderen Lehren sein. Gerade, wenn man mehrfach „gute“ Texte „erhalten“ hat, die wirklich zu den gesuchten Schreibern passen, ist die Gefahr groß, dass man einschläft und beim vierten oder fünften Mal nicht mehr prüft und überprüft.
  • Der Herr benutzt Menschen als Gaben und Instrumente seiner Hand (Eph 4,11; 1. Kor 12,11 usw.). Er verheißt uns nicht, Maschinen und Computer zu benutzen. So etwas empfiehlt Er zudem nicht. Das heißt nicht, dass wir nicht für Recherche-Zwecke etc. auch das Internet und moralisch gute bzw. wertneutrale Möglichkeiten nutzen könnten. Aber moralische Autorität ist mit jemand verbunden, der das Wort Gottes in sich verarbeitet, lebt und danach weitergibt (Esra 7,10).
  • Hast du gemerkt, dass in dem zunächst abgedruckten Artikel von Lehren Darbys und Kellys die Rede war? Als Christen sind wir aber keine Jünger von Darby oder Kelly! Wir sind keine Vertreter der Lehren dieser begabten Diener des Herrn. Wichtig ist uns Gottes Wort und die neutestamentliche Wahrheit. Ich habe keinen Zweifel, dass es kaum Gläubige gab, die so sehr die Wahrheit der Schrift weitergegeben und verkündigt haben wie Darby und Kelly. Von ihren Bibelerklärungen können wir sehr profitieren! Aber sie sind kein Haupt der Gläubigen (1. Kor 1,12.13), sie sind nicht für uns gekreuzigt worden! Wir sind auch nicht auf sie und ihren Namen getauft worden. Nicht ihre Lehren sind Maßstab für uns, sondern Gottes Wort. Es ist überaus gefährlich, gerade solche begnadeten und begabten Werkzeuge zu „Anführern“ einer Gruppe zu erheben. Natürlich, dessen ungeachtet waren sie geistliche Führer, wie wir das aus Hebräer 13,7 erkennen können: „Gedenkt eurer Führer, die das Wort Gottes zu euch geredet haben, und, den Ausgang ihres Wandels anschauend, ahmt ihren Glauben nach“ (Heb 13,7). 
  • Das heißt übrigens für jeden, der im Reich Gottes schriftliche oder mündliche beiträgt: Es mag eine Zeit lang nicht auffallen, dass man sich der KI bedient und diese einfach weitergibt. So wie man auch beispielsweise gute Literatur lesen und rezitieren kann, ohne sie verinnerlicht und ausgelebt zu haben. Früher oder später merken Zuhörer oder Leser, ob der Heilige Geist es bewirkt hat und mein Leben dahinter steht. Und selbst wenn es niemand empfinden würde, so sieht es doch der Herr (Ps 139). Ihm können wir nichts vormachen. Und von Ihm können wir für solch ein Vorgehen keinen Lohn erwarten.
  • Zum Schluss: Wir dürfen technische Möglichkeiten nutzen! Ohne diese würde kein Heft von „Folge mir nach“ erscheinen. Aber fragen wir uns immer wieder neu: Gehe ich zu weit mit dem, was ich tue? Ist das authentisch? Ist das in Übereinstimmung mit dem, was ich als Leitlinie in Gottes Wort finde?

 

„Ich freue mich über dein Wort wie einer, der große Beute findet“

(Ps 119,162)