Jesus Christus
Der unbeachtete Retter
Im Buch Prediger begegnen uns nur wenige unmittelbare Hinweise auf den Herrn Jesus. Doch eine der dort erzählten Begebenheiten lässt eindrücklich erkennen, was Christus für uns getan hat. Die große Frage ist, welche Antwort wir darauf in unserem Leben geben.
„Auch dieses habe ich als Weisheit unter der Sonne gesehen, und sie kam mir groß vor: Es war eine kleine Stadt, und wenige Männer waren darin; und gegen sie kam ein großer König, und er umzingelte sie und baute große Belagerungswerke gegen sie. Und es fand sich darin ein armer weiser Mann, der die Stadt durch seine Weisheit rettete; aber kein Mensch erinnerte sich an diesen armen Mann. Da sprach ich: Weisheit ist besser als Kraft; aber die Weisheit des Armen wird verachtet, und seine Worte werden nicht gehört. Worte der Weisen, in Ruhe gehört, sind mehr wert als das Geschrei des Herrschers unter den Toren. Weisheit ist besser als Waffen; aber ein Sünder vernichtet viel Gutes“
Pred 9,13-18
Einleitung
Die zitierte Geschichte vermittelt eine wichtige Erkenntnis: Weisheit ist besser als Macht. Doch wenn Weisheit nicht mit gesellschaftlichem Einfluss verbunden ist, wird sie in dieser Welt häufig nicht wertgeschätzt. Das musste ein armer weiser Mann erleben, der eine Stadt vor der Eroberung bewahrt hatte. In diesem Mann sehen wir einen Hinweis auf den Herrn Jesus, der in diese Welt kam, um Menschen zu erretten (Joh 3,17). Indem Christus am Kreuz auf Golgatha starb, erfüllte Er den weisen Plan Gottes. Doch nur wenige denken an das, was Er getan hat, und seine Weisheit wird nicht geachtet.
Eine kleine Stadt
Es geht in dieser Geschichte um eine kleine Stadt, deren Mauer sich nicht zum Himmel erhebt (vgl. 5. Mo 1,28). In dieser Stadt befinden sich nur wenige Männer, die kämpfen können. Die kleine Stadt ist also nicht wehrhaft und leicht einzunehmen.
Ein großer König
Eines Tages rückt ein „großer König“ heran, der über eine gewaltige Streitmacht verfügt. Wie sollen ihm die wenigen Männer widerstehen können? Die Armee des Königs führt außerdem große Belagerungswerke mit sich. Wie kann die niedrige Stadtmauer standhalten? Der Tod der Einwohner ist wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit.
Ein armer weiser Mann
In dieser Krise tritt ein armer weiser Mann hervor, der durch sein kluges Handeln die Stadt rettet. Wie er das tut, wird nicht berichtet. Er setzt sein Vertrauen jedenfalls nicht auf Kraft und Waffen. Auf ihn trifft zu: „Die Weisheit macht den Weisen stärker als zehn Machthaber, die in der Stadt sind“ (Pred 7,19).
Der Weise wird nicht geachtet
Obwohl der Mann durch eine weise Aktion die Stadt gerettet hat, denkt man nicht an ihn. Er hat einfach zu wenig Ansehen und Einfluss im Volk. Die ruhige Stimme der Weisheit wird nicht maßgebend für diese kleine Stadt, in der man anscheinend lieber auf das nutzlose Geschrei des Herrschers hört.
Satan – der große König
Der „große König“ erinnert an Satan, der in der Bibel der „Fürst dieser Welt“ und der „Gott dieses Zeitalters“ genannt wird (Joh 12,31; 2. Kor 4,4). Der Sünder steht unter der Macht der Finsternis und kann sich selbst nicht daraus befreien; er ist in der Hand des „Starken“ (Apg 26,18; Kol 1,13; Lk 11,21). Die Menschen eilen dem Tod entgegen, in dem sich die Macht Satans zeigt. Der Tod führt den Sünder in die hoffnungslose Gottesferne. Keine menschliche Willenskraft und keine moralische Anstrengung können daran etwas ändern.
Christus – der weise Retter
Doch in unsere verlorene Welt kam Christus. Er, der reich war, ist um unseretwillen arm geworden (2. Kor 8,9). Er wuchs in bescheidenen Verhältnissen auf, hatte während seines öffentlichen Dienstes keine feste Bleibe und führte kein Geld bei sich (Mt 8,20; 17,27; 22,19). Vor seiner Kreuzigung raubten Ihm Soldaten sogar seine Kleider (Mt 27,35).
Doch der, der freiwillig arm wurde, ist die Weisheit Gottes in Person (vgl. Spr 8). Schon als Kind war Er mit Weisheit erfüllt, und die Schriftgelehrten staunten über Ihn (Lk 2,40.46.47). Er war der Knecht Gottes, auf dem der Geist der Weisheit ruhte und der einsichtig handelte – bis zum Tod am Kreuz (Jes 11,2; 52,13 ff.).
Am Kreuz auf Golgatha leuchtete Gottes Weisheit hell hervor. Es schien, als würde der Fürst dieser Welt triumphieren, doch Christus sühnte die Sünde und entmachtete durch seinen Tod den großen Feind (Heb 2,14). Jetzt wird das Wort vom Kreuz überall verkündigt, und jeder, der daran glaubt, ist vor dem ewigen Verderben gerettet. Das Kreuz, das für die Welt nur Torheit und Schwachheit bedeutet, erweist sich als Gottes Weisheit und Kraft (1. Kor 1,18-25).
Denkst du an deinen Retter?
In der Welt wird diese Botschaft der Rettung jedoch wenig beachtet und viele glauben nicht an den Heiland der Welt (Joh 4,42). Selbst Kinder Gottes, die die Rettung durch den Herrn persönlich erfahren haben, können aus den Augen verlieren, was Er für sie getan hat, und die Reinigung von ihren früheren Sünden vergessen (2. Pet 1,9). Darum wollen wir uns immer wieder neu motivieren lassen, täglich daran zu denken, dass der Herr uns vor dem ewigen Verderben errettet hat.
Eine besondere Gelegenheit, sich an Ihn zu erinnern, ist sein Mahl, das Er mit den Worten eingesetzt hat: „Dies tut zu meinem Gedächtnis“ (Lk 22,19). Wenn Gläubige am ersten Tag der Woche das Brot brechen, verkündigen sie seinen Tod, bis Er kommt (1. Kor 11,26). – Bist du dabei?
Hörst du auf deinen Retter?
Paulus zeigt im ersten Korintherbrief außerdem, dass die Weisheit Gottes mehr als die Rettung durch das Kreuz umfasst. Er spricht von der Weisheit Gottes, in der Gott vor den Zeitaltern unsere Herrlichkeit zuvorbestimmt hat (1. Kor 2,7). Paulus konnte den Korinthern das lange verborgene göttliche Geheimnis nicht erklären, weil sie feste geistliche Speise nicht vertrugen (1. Kor 3,2). Sie waren noch zu sehr beeindruckt von den „Fürsten dieses Zeitlaufs“ und zu sehr beeinflusst von der Weisheit dieser Welt, die bei Gott nur Torheit ist (1. Kor 3,19). Sie mussten noch lernen, dass die Überlegungen der Weisen nichtig sind (1. Kor 3,20) und dass die göttliche Weisheit alles überstrahlt.
Wir sollten uns fragen, welche Weisheit unser Denken prägt. Ist es die Weisheit dieser Welt? Sind wir von den Medien vereinnahmt worden, die uns „moderne“ moralische Wertmaßstäbe vermitteln wollen? Zeigen uns Influencer, was wir brauchen, um glücklich leben zu können? Hören wir auf das Geschrei der großen Meinungsmacher?
Lieber wollen wir in Ruhe über die Worte der Weisheit nachdenken, die wir in der Bibel finden. Jesus Christus, der Retter, zeigt uns darin das, was wir für unser Leben wirklich brauchen und was zu unserem Frieden dient. „Glückselig der Mensch, der Weisheit gefunden hat, und der Mensch, der Verständnis erlangt! … alle ihre Pfade sind Frieden“ (Spr 3,13.17).
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