Augenblick

Die Wunden des Herrn Jesus

Mit großer Bewunderung blicken wir nach Golgatha – an den Ort, wo der Herr Jesus das schwere Erlösungswerk vollbracht hat. Dieses Werk hatte Er von seinem Vater empfangen, und wir staunen darüber, wie vollkommen Er es ausgeführt hat. In Demut und Sanftmut war Er bereit, alles zu ertragen, was damit verbunden war.

Über die verschiedenen Seiten seines Opfers können wir immer wieder nachdenken, und doch werden wir niemals damit zu Ende kommen. Stets werden wir neu feststellen, dass wir nie ganz erfassen können, was der Herr Jesus in seiner heiligen Seele empfunden hat.

Der Herr Jesus litt aber nicht nur innerlich. Dazu kamen auch die schweren körperlichen Leiden: die Misshandlungen durch Menschen, die Dornenkrone, die Geißelung und schließlich die grausame Kreuzigung. Wir können nur ansatzweise nachempfinden, wie groß seine Schmerzen gewesen sein müssen.

Schon David deutete viele Jahrhunderte vorher auf diesen Tod hin, als er schrieb, dass die Hände und Füße des Herrn Jesus durchgraben würden (Ps 22,17).

Doch noch etwas anderes machte das Kreuz so schrecklich. Im Alten Testament wurden die Leichname von hingerichteten Menschen an ein Holz gehängt, um öffentlich zu zeigen, dass sie unter dem Fluch Gottes standen (vgl. 5. Mo 21,23). Doch auf Golgatha hing der Vollkommene, der Reine – und zwar lebendig – am Kreuz.

Der Höhepunkt seiner Leiden kam dann in den drei Stunden der Finsternis:

Dort wurdest du verlassen,
von Ihm, dem heil‘gen Gott,
wer kann dein Weh erfassen
und deiner Seele Not?

 

 

Jesus schrie mit lauter Stimme auf und sagte:
Eli, Eli, lama sabachtani?, das heißt:

Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?

Matthäus 27,46

 

 

Der, dem „alle Gewalt gegeben ist im Himmel und auf der Erde“ (Mt 28,18), hing dort am Kreuz. Alles hatte man Ihm weggenommen, doch eines konnten sie Ihm nicht nehmen: sein Leben. Dieses gab Er selbst freiwillig hin. Als ein Soldat sah, dass Jesus bereits gestorben war, durchbohrte er seine Seite mit einem Speer. Auch das war bereits im Alten Testament angekündigt worden (Joh 19,37; Sach 12,10).

 

Die Wundmale bleiben

Seit seinem Tod auf Golgatha trägt der Herr Jesus die Wundmale an seinen Händen, seinen Füßen und seiner Seite. Diese Male werden nie vergehen. Er zeigte sie seinen Jüngern, und sie erkannten Ihn genau daran (Lk 24,40; Joh 20,20).

Auch das Volk Israel wird in Zukunft seinen Messias an diesen Wundmalen erkennen:

„Und wenn jemand zu ihm spricht: Was sind das für Wunden in deinen Händen?, so wird er sagen: Es sind die Wunden, womit ich geschlagen worden bin im Haus derer, die mich lieben“ (Sacharja 13,6).

Und wir? Auch wir werden den Herrn Jesus einmal sehen – als „ein Lamm wie geschlachtet“ (Off 5,6). Dann werden wir vor Ihm niederfallen in vollkommener, ungetrübter Anbetung und Ihm auf ewig alle Ehre geben.

 

Würdig ist das Lamm, das geschlachtet worden ist, zu empfangen die Macht und Reichtum und Weisheit und Stärke und Ehre und Herrlichkeit und Segnung.

Offenbarung 5,12