Bibel praktisch

Dos and Don’ts

In 1. Thessalonicher 5,12-22 finden wir 17 kurze, aber inhaltsreiche Appelle für das Glaubensleben von uns Christen. Sie zeigen uns, was wir tun sollen und was nicht. Sie sind leicht verständlich, aber nicht leicht umzusetzen. Diese Appelle lassen sich in drei Themenblöcke einteilen, auch wenn die Übergänge manchmal fließend sind. Jeder Einzelne hat uns etwas zu sagen. Sehen wir uns diese Hinweise einmal genauer an!

 

Hier zunächst der Bibeltext:

„Wir bitten euch aber, Brüder, dass ihr die erkennt, die unter euch arbeiten und euch vorstehen im Herrn und euch zurechtweisen, und dass ihr sie über die Maßen in Liebe achtet, um ihres Werkes willen. Seid in Frieden untereinander. Wir ermahnen euch aber, Brüder: Weist die Unordentlichen zurecht, tröstet die Kleinmütigen, nehmt euch der Schwachen an, seid langmütig zu allen. Seht zu, dass niemand Böses mit Bösem jemand vergelte, sondern strebt allezeit dem Guten nach, sowohl zueinander als auch zu allen. Freut euch allezeit; betet unablässig; danksagt in allem, denn dies ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch. Den Geist löscht nicht aus; Weissagungen verachtet nicht; prüft aber alles, das Gute haltet fest. Von jeder Art des Bösen haltet euch fern“ (1. Thes 5,12-22).

 

  • Unordentliche: Können, aber wollen nicht
  • Kleinmütige: Können, aber trauen sich nicht
  • Schwache: Wollen, aber können nicht

 

Das Miteinander

  1. „Wir bitten euch aber, Brüder, dass ihr die erkennt, die unter euch arbeiten und euch vorstehen im Herrn und euch zurechtweisen …“ Wir sollen diejenigen wahrnehmen und anerkennen, die unter uns arbeiten, uns vorstehen und uns zurechtweisen. Darin liegt eine Steigerung im Schwierigkeitsgrad: Die Mühe anderer wertzuschätzen ist nicht schwer, das Unterordnen fällt uns dagegen nicht so leicht und zurechtgewiesen zu werden, ist oft eine echte Herausforderung.

    #Erkennen

  2. „… und dass ihr sie über die Maßen in Liebe achtet, um ihres Werkes willen.“
    Wir sollen diese Arbeiter und Vorsteher achten, und zwar nicht um ihrer Befähigung oder ihres Charismas willen, sondern um ihres Werkes willen. Dies tun wir aus Liebe und nicht einfach, weil sich das so gehört.

    #Achten

  3. „Seid in Frieden untereinander.“
    Wir erkennen nicht nur die Arbeiter unter uns an, sondern wir haben ein Herz für jeden Bruder und für jede Schwester. Das hilft uns, dem Frieden nachzujagen und Frieden zu stiften.

    #Frieden halten

  4. „Weist die Unordentlichen zurecht.“
    Auch wenn es den Frieden zu stören scheint, ist es notwendig, die Unordentlichen zurechtzuweisen. Die Unordentlichen lassen in ihrem Leben Struktur und Disziplin vermissen, indem sie zum Beispiel nicht arbeiten gehen, obwohl sie dazu in der Lage wären.

    #Zurechtweisen

  5. „Tröstet die Kleinmütigen“.
    Die Zaghaften und Ängstlichen sollen ermutigt und innerlich gestärkt werden. Wenn ihnen Mut gemacht wird, kann viel Gutes inmitten der Geschwister geschehen.

    #Trösten

  6. „Nehmt euch der Schwachen an.“
    Wir sollen uns um die kümmern, denen es an Kraft fehlt. Das mag anstrengend sein, weil wir selbst gefordert werden, es ist aber lohnend und notwendig.

    #Annehmen

  7. „Seid langmütig zu allen.“
    Mit was für Unzulänglichkeiten wir auch immer zu tun bekommen, wir sind aufgefordert, jedem Gläubigen mit Langmut zu begegnen. Wir dürfen nicht rasch ungeduldig oder zornig werden.

    #Langmut zeigen

  8. „Seht zu, dass niemand Böses mit Bösem jemand vergelte …“
    Wir müssen beruhigend auf die einwirken, denen Böses angetan wurde, damit sie nicht durch Vergeltungsmaßnahmen den Konflikt weiter hochschaukeln. Das Racheprinzip darf unter Gottes Volk nie Raum gewinnen.

    #Nicht rächen

  9. „… sondern strebt allezeit dem Guten nach, sowohl zueinander als auch zu allen.“
    Wir sollen jedoch nicht mit verschränkten Armen das Böse einfach an uns abprallen lassen, sondern dem Edlen nachstreben – zuerst für die Gläubigen, dann aber auch für alle Menschen.

    #Gutes tun

 

Das persönliche Glaubensleben

  1. „Freut euch allezeit.“ Wir kennen eine Freude, die nicht abhängig ist von dem, was auf der Erde geschieht: Es ist die Freude an unserem Herrn im Himmel. Und darum können wir uns auch immer freuen.

    #Freuen

  2. „Betet unablässig.“
    Wir sollen im Beten nicht nachlassen und müde werden. Natürlich können wir nicht ununterbrochen mit Gott reden, aber wir können in einer beständigen Haltung der Abhängigkeit leben und jede Gelegenheit nutzen, unsere Herzen zum Himmel zu erheben.

    #Beten

  3. „Danksagt in allem, denn dies ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch.“
    In jeder Situation sollen wir unserem Gott danken. Wenn es in unserem Leben dunkel wird, fällt uns das schwer, aber gerade dann wollen wir daran denken, dass das Danken der ausdrückliche Wille des Gottes ist, der uns Christus Jesus geschenkt hat.

    #Danksagen

 

Das Gemeindeleben

  1. „Den Geist löscht nicht aus.“
    Wir sollen den Geist Gottes, der wie eine helle Fackel Licht verbreitet, nicht auslöschen. Das passiert, wenn wir durch Liturgie und menschliche Organisation seine Wirksamkeit von vornherein dämpfen; es kann aber auch dadurch geschehen, dass wir in den Zusammenkünften eigenwillig handeln, indem wir uns hervortun wollen oder eisern schweigen. Oder indem wir einem geistlichen Dienst gegenüber gleichgültig sind.

    #Nicht auslöschen

  2. „Weissagungen verachtet nicht.“
    Wir sollen eine Ansprache, die in der Kraft des Geistes geschieht, nicht mit Verachtung zurückweisen. Vielleicht schmeckt uns die Botschaft nicht, vielleicht gefällt uns die Art des Bruders nicht oder es erscheint uns alles zu gewöhnlich und schlicht; aber wenn der Herr durch einen Menschen zu uns redet, dann sollten wir es annehmen.

    #Nicht verachten

  3. „Prüft aber alles.“
    – Wenn es auch der intensive Wunsch eines Bruders sein mag, Aussprüche Gottes zu reden, so bleibt er doch stets ein Mensch, der sich irren kann. Wir sollten daher seine Worte nicht blindlings annehmen, sondern alles in einem wohlwollenden Geist anhand der Heiligen Schrift prüfen, wie es die Beröer getan haben (Apg 17,11).

    #Prüfen

  4. „Das Gute haltet fest.“
    In einer Predigt mögen fragwürdige Überlegungen, abgedroschene Redewendungen oder falsche Gedanken geäußert worden sein, aber wir sollen stets das Gute „heraushören“ und es mit in unseren Alltag hineinnehmen.

    #Festhalten

  5. „Von jeder Art des Bösen haltet euch fern.“
    Wenn wir wissen, dass Böses verkündigt wird, müssen wir uns das gar nicht erst antun, sondern sollten fernbleiben (das gilt insbesondere auch für Online-Dienste). Außerdem finden wir hier den wichtigen Grundsatz, dass wir um alles Böse einen Bogen machen sollen. Die unterschiedlichen Arten des Bösen werden eine unterschiedliche Reaktion unsererseits hervorrufen, aber mit keiner Art des Bösen dürfen wir leichtfertig umgehen.

    #Fernhalten

 

Von diesen siebzehn Ermahnungen zeigen uns fünfzehn, was wir tun sollen, und zwei, was wir nicht tun sollen. Nimm dir am besten noch einmal alle Punkte vor und frag dich, welche Appelle dich am meisten herausfordern.