Perspektive

Israel – ein Volk zum Segen

In den gerechten Gerichten Gottes, die das Volk Israel in der Zukunft treffen werden, werden die meisten Menschen umkommen. Wird das Volk dabei zu Grunde gehen? Nein, denn noch hat sich die Verheißung Gottes an Abraham nicht erfüllt: „Ich will dich zu einer großen Nation machen … und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erde!“ (1. Mo 12,3). Doch wie sorgt Gott dafür, dass von Israel ein Segen für alle Völker ausgehen wird?

Trotz des allgemeinen Unglaubens wird es einen Überrest in Israel geben, der seine Schuld vor Gott bekennen und zu Ihm umkehren wird. Immer, wenn Gottes Wort von einem Überrest spricht, ist dies eine verhältnismäßig kleine Anzahl (Röm 9,27). Diese Israeliten werden wegen ihres Glaubens stark verfolgt werden. Ein Teil von ihnen wird den Märtyrertod erleiden. Doch Gott wird eingreifen und dafür sorgen, dass es Überlebende gibt, die sehen werden, wenn der Herr Jesus zum zweiten Mal auf die Erde kommt, um sein Friedensreich aufzurichten.

Alle Propheten des Alten Testaments weisen auf diese wunderbare Zeit hin. Der Prophet Jesaja spricht sogar in mehreren Kapiteln davon. Besonders das 60. Kapitel ist zu empfehlen, weil es ausführlich darüber spricht.

„Steh auf, leuchte; denn dein Licht ist gekommen, und die Herrlichkeit des Herrn ist über dir aufgegangen!“ (Jes 60,1). Wie die Sonne nach einer dunklen Nacht aufgeht, erscheint die Herrlichkeit des Herrn Jesus am Ende der Gerichtsjahre über Zion und gibt ein wunderbares Licht. Auch der Prophet Maleachi gebraucht das Bild der aufgehenden Sonne: „Aber euch, die ihr meinen Namen fürchtet, wird die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen mit Heilung in ihren Flügeln“ (Kap. 3,20). Jerusalem wird nun die „Stadt des Herrn“ genannt werden, weil Er von dort aus über die Erde regiert (Jes 60,14). Dann wird jede Diskussion über den Status Jerusalems zu Ende sein.

Bis dahin werden die Israeliten, so wie heute, über die ganze Erde zerstreut leben. Die Sammlung der Juden in ihrem Land, die wir seit 1948 erleben, ist nur ein Vorgeschmack von dem, was dann passieren wird: „Deine Söhne kommen von fern, und deine Töchter werden auf den Armen herbeigetragen. Dann wirst du es sehen und vor Freude strahlen, und dein Herz wird beben und weit werden“ (Jes 60,5). Die Diaspora, die Zerstreuung Israels, endet; sie werden alle an dem Ort wohnen, den die Bibel als „den Mittelpunkt der Erde“ bezeichnet (Hes 38,12). Aus allen zwölf Stämmen Israels wird ein gläubiger Überrest gesammelt werden. Die Einheit des Volkes wird deutlich sichtbar sein – wie nie zuvor.

Der Herr wird mit seinem Volk einen neuen Bund schließen. Der alte Bund vom Sinai hatte die Grundlage, dass sich Israel verpflichtete, alle Gebote des Herrn zu halten. Die Geschichte beweist, dass sie es nicht konnten, ja, dass kein einziger Mensch dazu in der Lage war. Der neue Bund dagegen beruht nur auf der Gnade Gottes, der seinen Geist auf sie ausgießen wird (Jes 59,21; Joel 3). Ihre Beziehung zum Messias wird ein Genuss sein und 1000 Jahre erhalten bleiben.

In dieser Zeit wird in Jerusalem ein neuer Tempel gebaut werden, der der Sitz der Regierung des Herrn ist. In diesem Tempel werden Opfer in Erinnerung an den Tod des Herrn als Grundlage ihrer Errettung und ihres Segens gebracht. Diese Zeit wird ausführlich im Propheten Hesekiel (Kapitel 40-48) beschrieben. Wie muss es Hesekiel gefreut haben, von dieser zukünftigen Herrlichkeit berichten zu dürfen, denn er lebte in der Zeit, als das Südreich Juda aus dem Land verschleppt und der Tempel zerstört worden war!

Im 1000-jährigen Reich wird Israel ein Segen für alle Völker der Erde sein: „Nationen wandeln zu deinem Licht hin, und Könige zum Glanz deines Aufgangs“ (Jes 60,3). Sie bringen Silber und Gold und andere Schätze mit, wenn sie nach Jerusalem kommen, um den Herrn mit Freude zu loben. Unvorstellbarer Reichtum wird diese Stadt prägen! Doch anders als heute wird der Reichtum nicht durch Diebe oder Kriege bedroht sein; er wird ständig zur Ehre Gottes benutzt werden können. Niemand wird ihn zweckentfremden.

Bei der Aufrichtung des 1000-jährigen Reiches wird auch der Fluch von der Schöpfung weggenommen werden (Röm 8,21). Dornen und Disteln, Dürren und Überschwemmungen sowie andere Naturkatastrophen und Krankheiten wird es nicht mehr geben. Das wird zu einer gewaltigen Fruchtbarkeit in der Natur und bei den Menschen führen. Die Bevölkerungszahl der Erde wird in nie gekannter Weise zunehmen und trotzdem wird niemand hungern müssen. Für jeden ist unter Gottes Segen alles Nötige im Überfluss da.

Diese Zeit wird außerdem geprägt sein von Frieden und Gerechtigkeit – wie nie zuvor. In seiner großen Güte wird Gott sein Volk segnen. „Sie alle werden Gerechte sein, werden das Land besitzen auf ewig, sie, ein Spross meiner Pflanzungen, ein Werk meiner Hände, zu meiner Verherrlichung“ (Jes 60,21). Der Herr wird diesen Zustand nicht nur zum Segen der Menschen herbeiführen, sondern auch zu seiner eigenen Verherrlichung. Sein Charakter der Liebe, der Heiligkeit und der Gerechtigkeit wird von allen erkannt und gepriesen werden.

Kein einziger Christ, der jetzt in der Gnadenzeit lebt, wird während dieser 1000 Jahre auf der Erde leben. Alle wahren Gläubigen werden schon vor den großen Gerichten entrückt und für immer bei Christus im Himmel sein. Trotzdem interessieren wir uns für alles, was unseren Herrn betrifft – auch für seine Beziehung zu seinem irdischen Volk. Dieses Thema nimmt in Gottes Wort einen breiten Raum ein. Gott wird die Verheißungen an sein irdisches Volk genau so zuverlässig erfüllen wie seine Versprechen an uns. Himmel und Erde werden dann in völligem Einklang sein und Christus als Haupt über alles geehrt werden.

Der Apostel Paulus beschreibt die Wege Gottes mit Israel in Römer 9-11. Er ist davon so überwältigt, dass er diese Kapitel mit einem Lobpreis beschließt:

„O Tiefe des Reichtums, sowohl der Weisheit als auch der Erkenntnis Gottes! Wie unerforschlich sind seine Gerichte und unergründlich seine Wege! Denn wer hat den Sinn des Herrn erkannt, oder wer ist sein Mitberater gewesen? Oder wer hat ihm zuvor gegeben, und es wird ihm vergolten werden? Denn von ihm und durch ihn und für ihn sind alle Dinge; ihm sei die Herrlichkeit in Ewigkeit! Amen“

Röm 11,34-36