Augenblick
Sei initiativ!
„Das müsste eigentlich jemand machen.“ – Diesen Satz kennen wir alle: ob zu Hause, in der Schule, im Freundeskreis oder in der Versammlung. Wir sehen, dass Hilfe braucht wird oder etwas schiefläuft. Doch viel zu oft warten wir, bis ein anderer den ersten Schritt macht.
In der Bibel finden wir einige Personen, die nicht gewartet, sondern gleich die Initiative ergriffen haben. Was können wir von ihnen lernen?
Bibellesen
Es war gerade Erntezeit, als Ruth mit Noomi nach Bethlehem kam. Beide brauchten etwas zu essen. Für Ruth war es bestimmt nicht leicht, in diesem für sie fremden Land auf die Felder zu gehen und das aufzusammeln, was die Arbeiter liegen ließen. Aber sie wartete nicht darauf, dass jemand ihr etwas zu essen brachte. Nach kurzer Abstimmung mit ihrer Schwiegermutter zog sie los und sammelte fleißig auf.
Auch wir sollen sammeln. Kein Getreide, sondern das Wort Gottes. Bist du initiativ und liest fleißig deine Bibel? Oder wartest du darauf, dass andere dich geistlich versorgen?
Sich vor dem Feind schützen
Nehemia hörte, dass die Mauer Jerusalems zerstört war. Er hätte denken können: „Ich bin Mundschenk des Königs. Was kann ich schon daran ändern?“ Doch er blieb weder gleichgültig, noch ließ er sich von der Not abschrecken. Er bat den König, ihn nach Jerusalem zu senden mit dem Ziel, die Mauer wieder aufzubauen.
Auch in geistlicher Hinsicht brauchen wir Schutz. Wo „Mauern“ eingerissen sind, müssen sie wieder aufgebaut werden. Der Feind sucht nach offenen Stellen, um uns zu Falle zu bringen und zu berauben. Ergreifst du die Initiative und scheust keine Kosten und Mühen, um dort eine Mauer zu bauen, wo etwas in deinem Leben immer wieder zum Problem wird?
Bewahrung vor Sünde
David war wütend. Er hatte Nabal um Entlohnung gebeten, doch Nabal hatte ihn verspottet und abgewiesen. David wollte daraufhin mit seinen Männern gegen Nabal und dessen Leute vorgehen. Als Abigail davon hörte, wartete sie nicht ab, bis die Situation eskalierte. Sofort machte sie sich auf den Weg und ging David entgegen. Durch ihr kluges und demütiges Handeln konnte sie ihn davon abbringen, ein großes Unglück anzurichten.
Auch in heute kann bei einem Gläubigen Wut aufkommen. Wie gut ist es dann, wenn jemand den Mut hat, ihn zu besänftigen und ihn vor weiterer Sünde zu bewahren. Das ist zwar nicht einfach, wird aber reichlich belohnt – wie bei Abigail.
Hilfeleistung
Ein gelähmter Mann konnte nicht selbst zum Herrn Jesus kommen. Seine vier Freunde sahen seine Not und wollten ihm helfen. Als sie wegen der Menschenmenge nicht ins Haus kamen, hätten sie sagen können: „Dann geht es heute eben nicht – wir versuchen es in den nächsten Tagen noch einmal.“ Doch so schnell gaben sie nicht auf. Kurzerhand stiegen auf das Dach, öffneten es und ließen ihren Freund hinunter – direkt vor Jesus.
Kennst du jemanden, der geistlich krank oder schwach ist? Dann warte nicht darauf, dass er von selbst zum Herrn Jesus geht. Mache du den ersten Schritt und versuche ihm zu helfen, dem Herrn näher zu kommen und im Glauben zu wachsen.
Nicht eigenmächtig!
Nach dem großen Sieg über Jericho standen die Israeliten vor der nächsten Stadt: Ai. Sie schätzten die Situation ein und waren überzeugt, dass sie diese kleine Stadt mit wenigen Soldaten besiegen könnten. Also zogen sie los. Doch sie hatten Gott nicht gefragt. Das Ergebnis: eine Niederlage!
Initiative ist gut. Doch vergessen wir nicht, dass wir in uns selbst kraftlos sind. Es wäre zu wenig, einfach mutig loszulegen. Wir brauchen die Leitung und die Kraft Gottes. Und diese erhalten wir nur, wenn wir ins Gebet gehen und Gottes Wort „in der Tasche“ haben. Sonst erleben wir eine Niederlage!

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