Jesus Christus

Die drei Versuchungen Jesu – Er siegt und gibt auch uns den Sieg

Wer von uns hat nicht schon erlebt, wie der Teufel gezielt nach einer offenen Flanke sucht, um uns zu Fall zu bringen – und es ihm leider manchmal auch gelingt? Und wer von uns sehnt sich nicht danach, in diesen Kämpfen zu festzustehen und zu siegen?

Die Versuchungen des Herrn Jesus durch den Teufel geben uns dazu wertvollen Anschauungsunterricht. Wir lernen die „Techniken“ des Teufels kennen – und vor allem die „Techniken“ des Herrn Jesus, die den Teufel in die Flucht trieben. Es lohnt sich daher doppelt, sich mit dieser Begebenheit zu beschäftigen: Christus wird uns größer, und sein Verhalten ist für uns das Vorbild schlechthin für ein sieghaftes Christsein.

 

Der Teufel – listig bei Adam und Eva im Paradies


Und die Frau sah, dass der Baum gut zur Speise und dass er eine Lust für die Augen und dass der Baum begehrenswert wäre, um Einsicht zu geben

1. Mo 3,6a

 

Denn alles, was in der Welt ist, die Lust des Fleisches und die Lust der Augen und der Hochmut des Lebens, ist nicht von dem Vater, sondern ist von der Welt

1. Joh 2,16

 

Gott hatte unsere ersten Eltern in einen herrlichen Garten gesetzt, wo sie an nichts Mangel litten. Doch der Teufel trat in Gestalt einer Schlange auf, um sie zu versuchen und zum Ungehorsam zu verleiten. Er brachte sie dazu, Gottes Wort infrage zu stellen und an seiner Güte zu zweifeln.

Adam und Eva ließen sich von den Lügen des Versuchers überzeugen. Sie sahen, dass der Baum „gut zur Speise“, „eine Lust für die Augen“ und „begehrenswert wäre, um klug zu machen“ war. Indem sie von seiner Frucht nahmen, gaben sie den drei Dingen nach, die die Welt kennzeichnen: „Lust des Fleisches“, „Lust der Augen“ und „Hochmut des Lebens“. Daraufhin geschah die Katastrophe: Die Sünde kam in die Welt und mit ihr der Tod (Röm 5,12) und seitdem ist es mit der Menschheitsgeschichte permanent bergab gegangen.

Doch Gott hat die Menschen nicht sich selbst überlassen, sondern seinen eigenen Sohn geopfert, um sie zu retten. Jesus wurde als „das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt“ vorgestellt (Joh 1,29). Um dieses Werk der Rettung überhaupt ausführen zu können, war es notwendig, dass Er völlig ohne Sünde blieb – sonst hätte es Ihn disqualifiziert. Diese Vollkommenheit Jesu zeigte sich während der vierzig Tage, in denen Er vom Teufel in der Wüste versucht wurde. Die Evangelien berichten von den drei letzten Versuchungen, die im Wesentlichen allen Gläubigen begegnen. Wir werden nun sehen, wie Jesus siegreich blieb – im völligen Gegensatz zu Adam und Eva.


Adam und Eva haben komplett versagt,
Christus hat komplett gesiegt,
Christen dürfen mit dem Herrn ebenfalls siegen!

 


Erste Versuchung: irdische Bedürfnisse

Jesus aber, voll Heiligen Geistes, kehrte vom Jordan zurück und wurde durch den Geist in der Wüste vierzig Tage umhergeführt und wurde von dem Teufel versucht. Und er aß in jenen Tagen nichts; und als sie vollendet waren, hungerte ihn. Der Teufel aber sprach zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, so sprich zu diesem Stein, dass er zu Brot werde

Lk 4,1-3

 

Nach vierzig Tagen und Nächten des Fastens hat Jesus Hunger – denn Er war ein Mensch genauso wie wir (ausgenommen die Sünde). Satan schlägt Ihm vor, seine Macht zu gebrauchen und einen Stein in Brot zu verwandeln. Was ist daran falsch?, könnte man meinen. Doch Jesus antwortet mit dem Schriftwort: „Nicht von Brot allein soll der Mensch leben, sondern von jedem Wort Gottes“ (Lk 4,4). Dieser Satz verweist auf das Volk Israel in der Wüste, das sich über den Hunger beklagte und von Gott „Brot vom Himmel“ (das Manna) als Speise erhielt. Dieses Brot, ein Sinnbild für Gottes Wort, deckte ihre Bedürfnisse (vgl. 2. Mose 16).

Jesus hat Hunger, aber Er klagt nicht. Wie in seinem ganzen Leben vertraut Er vollkommen auf Gott. Obwohl Er die Macht hatte, lehnt Er es ab, seine Kraft für seine eigenen – wenn auch legitimen – Bedürfnisse einzusetzen. Lehrt Er seine Jünger später nicht ebenso: „Euer himmlischer Vater weiß, dass ihr dies alles nötig habt; trachtet aber zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, und dies wird euch hinzugefügt werden“ (Mt 6,32.33)? Für diesen vollkommenen Menschen sind die Dinge, die Gott betreffen, wichtiger als die Nahrung!

Adam und Eva, in einen üppigen Garten gesetzt, erlagen der „Lust des Fleisches“, indem sie von der verbotenen Frucht aßen, weil sie in ihren Augen „gut zur Speise“ war. Was für ein Gegensatz zu Jesus, der in der Wüste und dort ohne Nahrung diese Versuchung siegreich besteht, weil Er in allem von Gott abhängig lebt!


Adam und Eva aßen ohne Rücksicht auf Gottes Gebot von der verbotenen Frucht, Christus verzichtete trotz Hunger auf irdische Bedürfnisse, Christen dürfen auch im Alltag auf Gottes guten Plan für ihr Leben vertrauen.

 

Zweite Versuchung: weltliche Ehre

Und der Teufel sprach zu ihm: Dir will ich diese ganze Gewalt und ihre Herrlichkeit geben; denn mir ist sie übergeben, und wem irgend ich will, gebe ich sie. Wenn du nun vor mir anbetest, soll sie ganz dein sein. Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Es steht geschrieben: „Den Herrn, deinen Gott, sollst du anbeten und ihm allein dienen“

Lk 4,6-8

 

Nun versucht der Teufel den Herrn, indem er ihn durch die Lust der Augen versuchen will. Dazu führt er Ihn auf einen hohen Berg und zeigt Ihm in großer Pracht alle Reiche der Welt. Dreist behauptet Satan, ihm sei die Herrschaft über sie übertragen worden und er könne darüber nach Belieben verfügen. Das ist eine Lüge, doch Jesus lässt sich nicht einmal auf eine Diskussion mit dem Versucher ein. Stattdessen begegnet Er ihm einzig mit der Autorität des Wortes Gottes: „Den Herrn, deinen Gott, sollst du anbeten und ihm allein dienen“.

Wie groß ist der Unterschied zu den ersten Menschen: Adam und Eva gaben dem Teufel heimlich die Ehre, die allein Gott gebührt, indem sie Gottes Wort zugunsten der Lüge Satans infrage stellten. Angesichts einer schönen und köstlichen Frucht erlagen sie der Lust der Augen.

Satan versucht Jesus, indem er Ihm die Herrlichkeiten der Erde zeigt. Zwar weiß Jesus genau, dass Ihm einmal die ganze Erde gegeben werden wird und Er sie als König beherrschen wird (Ps 2,8). Doch Er weiß auch: Nicht Satan verleiht Ihm sein Königreich, sondern allein Gott! Wie könnte Er also dem Teufel huldigen, wo doch sein ganzes Leben Gott geweiht ist? Jesus, der vollkommene Mensch, ist einzig und allein Gott untertan!

→ Adam und Eva ließen sich von den Lügen des Teufels zum Genuss verleiten, Christus entlarvte die Lügen Satans, Christen dürfen auf Ehre und Einfluss in dieser Welt verzichten, dafür aber Gottes Ehre suchen.

 

Dritte Versuchung: „geistliches“ Herausfordern Gottes

Er führte ihn aber nach Jerusalem und stellte ihn auf die Zinne des Tempels und sprach zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, so wirf dich von hier hinab; denn es steht geschrieben: „Er wird seinen Engeln deinetwegen befehlen, dass sie dich bewahren“; und: „Sie werden dich auf Händen tragen, damit du nicht etwa deinen Fuß an einen Stein stoßest.“ Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Es ist gesagt: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen.“

Lk 4,9-12

 

Satan bringt Jesus nun auf die Tempelspitze und fordert Ihn auf, sich hinabzustürzen, um so Gott zu provozieren, der Ihn, den Messias, doch beschützen würde. Um seine Behauptung zu untermauern, zitiert er Psalm 91,11.12, dessen Verheißungen dem zukünftigen Messias gelten. Wie so oft verkürzt Satan das Wort Gottes und lässt den folgenden Vers weg, der seinen eigenen künftigen Sturz ankündigt (V. 13).

Mit dieser Versuchung zielt Satan auf den „Hochmut des Lebens“ (1. Joh 2,16) ab. Der Gegenstand einer spektakulären Rettung vor den Augen aller zu werden und so zu bestätigen, dass Er der Messias ist – das entsprach keineswegs dem Willen Jesu. Erst zu der von Gott bestimmten Zeit wird Er als Messias erkannt werden. Zuvor muss das Problem der Sünde durch Jesu Tod am Kreuz gelöst werden.

Gottes Verheißungen einzufordern, bedeutet nichts anderes, als Gott zu versuchen. Genau diesen Fehler begingen die Israeliten in der Wüste: Bei größtem Durst forderten sie Gott heraus und verlangten ein Wunder als Beweis für seine Fürsorge (vgl. 2. Mo 17,1-7). Lernt man Gott kennen, indem man Ihn herausfordert? Jesus, der Sohn Gottes, vertraut seinem Gott kontinuierlich. Muss Er, der das Wort und die Wahrheit ist, etwa Gottes Wort testen, um zu wissen, dass es wahr ist? Zweifeln wir niemals an dem, was Gott gesagt hat!

Durch Demut und unerschütterliches Vertrauen in Gottes Verheißungen geht Jesus auch aus dieser letzten Versuchung siegreich hervor, während unsere Stammeltern ihr erlagen, als Satan ihnen v sagte: „Ihr werdet sein wie Gott“ (1. Mo 3,5).


Adam und Eva ließen sich von Satans Glanz-Versprechen verführen, Christus wies seine Aufforderung, Gott herauszufordern, ab, Christen dürfen in ihrem geistlichen Leben durch Demut und Abhängigkeit Gott ehren.

 

Satan flieht!

Da spricht Jesus zu ihm: Geh hinweg, Satan!

Mt 4,10

 

Und als der Teufel jede Versuchung vollendet hatte, wich er für eine Zeit von ihm

Lk 4,13

 

Von Satan versucht, erlitten Adam und Eva eine dreifache Niederlage: Sie erlagen der Lust des Fleisches, der Lust der Augen und dem Hochmut des Lebens. Sie gehorchten Gott nicht, und die von Gott angekündigten traurigen Folgen brachten der Menschheit Leid und Tod.

Von Satan versucht, errang Jesus im Gegensatz zu dem ersten Menschenpaar einen dreifachen Sieg. Satan stand einem Menschen gegenüber, dessen Herz in unerschütterlicher Abhängigkeit, tiefem Vertrauen und vollkommener Unterordnung an Gott hing. Damit gab Jesus Gott genau die Ehre zurück, die unsere Stammeltern Ihm einst entzogen hatten.

Er kam auch, um die Werke des Teufels zu zerstören und die Menschen von den schrecklichen Folgen ihres Ungehorsams zu befreien (1. Joh 3,8). Dieser Sieg des Herrn über den Teufel in der Wüste gibt einen ersten Vorgeschmack auf den endgültigen Sieg, den er wenig später auf Golgatha erringen würde.

Hier ließ Satan von Ihm ab, und Jesus zog umher, „wohltuend und alle heilend, die von dem Teufel überwältigt waren; denn Gott war mit ihm“ (Apg 10,38.39).

 

Jesus, der Sieger – Beispiel für Christen

 

Das Beispiel Jesu, des vollkommenen Menschen, ist für jeden Christen sehr lehrreich:

Gottes Wort als Waffe
Satan zitiert die Schrift häufig unvollständig oder falsch. Er lügt frech. Doch wir sollen nie mit dem Teufel diskutieren, denn er ist listiger als wir. Lasst uns einfach Gottes Wort, und nur das, benutzen, um ihm zu antworten – wenn er uns zum Beispiel durch Menschen, die von ihm benutzt werden, verleiten will. Diese göttliche Wahrheit besitzt nämlich unvergleichliche Autorität, und Satan muss vor einem einfachen „Es steht geschrieben“ weichen.

 

Vertrauen auf Gottes Fürsorge (1. Versuchung)
Jesus wartete auch für die Stillung seiner berechtigten Bedürfnisse auf Gott. Lasst auch uns vollkommen darauf vertrauen, dass Gott uns das gibt, was wir zum Leben brauchen – wann und wie Er es will.

 

Auf Ehre und Einfluss in der Welt verzichten – Gottes Ehre suchen (2. Versuchung) 
So wie der Herr auf die Ehre in der von Satan beherrschten Welt verzichtete, lasst auch uns allein Gottes Ehre suchen. Das bewahrt uns davor, den vielfältigen weltlichen Versuchungen zu erliegen.

 

Gott nicht herausfordern (3. Versuchung)
Lasst uns schließlich Gott nicht herausfordern, indem wir testen wollen, ob seine Versprechen wahr sind, ob Er zu uns steht, ob Er sich eine geistliche Erfahrung von uns „erzwingen“ lässt. Gottes Zusagen sind sicher, und Er ist mächtig genug, das zu erfüllen, was Er versprochen hat – zu seiner Zeit (Röm 4,21)!