Augenblick

Die Macht unserer Worte

Der eine redet viel, der andere hält sich eher zurück. Doch egal wie gesprächig wir sind: Jeden Tag kommen tausende Worte über unsere Lippen – oft, ohne dass groß darüber nachdenken. Dabei sagt die Bibel erstaunlich viel über die Wirkung unserer Worte. Einige Gedanken dazu finden wir im Buch der Sprüche.

 

Viele Worte – viele Risiken

Bei der Menge der Worte fehlt Übertretung nicht; wer aber seine Lippen zurückhält, ist einsichtsvoll.

Spr 10,19

 

Je mehr wir reden, desto größer ist die Gefahr, etwas Falsches zu sagen. Worte sind schnell gesprochen, manchmal schneller, als wir denken können. Wenn wir uns jedoch bewusst Zeit nehmen und unsere Lippen zurückzuhalten, überlegen wir eher, was wir sagen. So sinkt die Gefahr, mit Worten zu sündigen.

 

Unbedachte Worte

Da ist einer, der unbesonnene Worte redet gleich Schwertstichen; aber die Zunge der Weisen ist Heilung.

Spr 12,18

 

Hier geht es nicht darum, jemanden absichtlich zu verletzen. Viel öfter geschieht es unbewusst: Wir reden drauflos, ohne nachzudenken. Erst später merken wir, dass unser Gegenüber verletzt ist. Dabei meinten wir es nicht böse – und haben doch Schmerz verursacht.

 

Falsche Worte

Der Gerechte hasst Lügenrede

Spr 13,5

 

Als Christen haben wir die Lüge abgelegt. Dazu gehören nicht nur offene Unwahrheiten, sondern auch bewusstes Täuschen oder das Verschweigen wichtiger Teile der Wahrheit. Unser Ja soll ein Ja sein und unser Nein ein Nein sein. (Mt 5,37)

 

Richtige Worte

Eine milde Antwort wendet den Grimm ab, aber ein
kränkendes Wort erregt den Zorn.

Spr 15,1

 

Worte beeinflussen den Verlauf einer Situation. Sie können Zorn entfachen – oder ihn abwenden. Milde Worte bedeuten nicht, Böses zu verharmlosen, sondern in Gnade zu reden, „mit Salz gewürzt“ (Kol 4,6).

 

Viele Worte zum Segen

Die Worte aus dem Mund eines Mannes sind tiefe Wasser,
ein sprudelnder Bach, eine Quelle der Weisheit.

Spr 18,4

 

Manchmal sind viele Worte gut und richtig – dann nämlich, wenn sie im Einklang mit den Gedanken Gottes stehen. So lesen wir von Judas und Silas, dass sie die Brüder „mit vielen Worten ermunterten und stärkten“ (Apg 15,32).